Eigentlich sah für „The 355“ alles erfolgsversprechend aus: Agenten-Action ist nicht nur dank „James Bond“ und „Mission: Impossible“ nach wie vor äußerst angesagt im Kino, und obendrein konnte Regisseur Simon Kinberg („X-Men: Dark Phoenix“) auch noch ein beeindruckendes Star-Ensemble vor seiner Kamera versammeln. Doch es half alles nichts: Der Film ging an den Kinokassen gnadenlos baden, spielte gerade einmal 27,8 Millionen Dollar ein – bei Produktionskosten, die auf 40 bis 75 Millionen Dollar geschätzt werden.
Für den bis in die Nebenrollen prominent besetzten Action-Thriller ging also kaum jemand ins Kino. An euch ist der Film bislang ebenfalls spurlos vorbeigegangen? Dann könnt ihr ihn nun nachholen. Nachdem er kürzlich schon zu Netflix kam, ist „The 355“ ab sofort auch wieder im Abo von WOW (ehemals Sky Ticket) enthalten!
Eine waschechte Empfehlung können wir für den Agenten-Actioner allerdings nicht abgeben. „The 355“ legte nicht nur eine finanzielle Bruchlandung hin, sondern bleibt leider auch auf kreativer Ebene weiter hinter seinen Möglichkeiten…
Klischees & nur passable Action: Das ist "The 355"
Darum geht's in „The 355“: Agentin Mason Brown (Jessica Chastain, „Interstellar“) wird als Frau fürs Grobe bei der CIA stets auf besonders brisante Missionen geschickt. Ihr neuester Auftrag dreht sich um einen Söldnertrupp, der sich eine streng geheime Waffe unter den Nagel gerissen hat – die sie nun ausfindig machen soll. Sollte der Einsatz schiefgehen, droht nicht weniger als ein potenzieller Dritter Weltkrieg.
Brown stürzt sich aber nicht allein in die Mission, sondern stellt eine Truppe aus erfahrenen Profis zusammen, um die ultimative Katastrophe zu verhindern – zu der unter andrem die Computer-Spezialistin Khadijah (Lupita Nyong'o, „Black Panther: Wakanda Forever“), die deutsche Spionin Marie (Diane Kruger „Inglourious Basterds“) und die kolumbianische Psychologin Graciela (Penélope Cruz, „Volver“) gehören…
Dass der am 6. Januar 2022 in den Kinos gestartete Film einer der ersten Flops seines Jahrgangs wurde, lag nicht etwa an Corona und damit einhergehenden geschlossenen Filmtheatern („Spider-Man: No Way Home“ startete drei Wochen früher und avancierte zum Milliarden-Hit), sondern wohl eher an der schlechten Mundpropaganda. Schnell sprach sich herum, dass „The 355“ nicht das bieten kann, was man sich von einem derart hochkarätig besetzten Ensemble-Film versprechen würde.
Auch in der FILMSTARTS-Kritik kommt der Film nicht allzu gut weg. Gerade einmal 2 von 5 Sternen vergibt unser Autor Nikolas Masin, der unter anderem die „inhärente Substanzlosigkeit von Figuren und Plot“ kritisiert und von einem „passablen Action-Film“ spricht, der zum Ende hin jedoch immer langatmiger wird. Der Ansatz des Geschlechterwechsels sei zwar durchaus spannend, am Ende finden sich aber auch die Agentinnen in jenen Klischees wieder, die das Männer-dominierte Spionage-Kino seit jeher bestimmen. Die „bloß passable Action“ kann diese Schwächen auch nur bedingt abfedern.
Übrigens sollte mit „The Savant“ im Laufe der Woche brandneuer Agentinnen-Nachschub mit Jessica Chastain erscheinen. Apple hat den Start allerdings kurz vor knapp verschoben. Die wichtigsten Infos dazu könnt ihr hier nachlesen:
Sie sollte bereits übermorgen (!) starten: Mit Spannung erwartete Serie auf unbestimmte Zeit verschoben*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.
Dieser Artikel basiert auf einem bereits auf FILMSTARTS erschienenen Beitrag.