Vergangene Woche verlor die Kinowelt eine absolute Ikone: Robert Redford ist am 16. September 2025 im Alter von 89 Jahren verstorben. Die Trauer ist noch immer groß – und nicht wenige Filmfans werden die letzten rund zwei Wochen damit verbracht haben, tiefer in das Schaffen der Hollywood-Legende einzutauchen, Klassiker wie „Butch Cassidy und Sundance Kid“, „Der Clou“ und „Die Unbestechlichen“ wiederzusehen oder weniger bekannte Filme zu entdecken.
Zur letzten Kategorie zählt auch ein Film, bei dem es sich – je nachdem, welchen Maßstab man dafür anwendet – möglicherweise trotzdem um den wichtigsten Eintrag in die Filmografie des Sundance-Festival-Gründers handelt. Schließlich konnte er dafür seinen ersten und einzigen Oscar in den Händen halten – wenn auch nicht als Schauspieler. Die Rede ist von „Eine ganz normale Familie“, einer Adaption des gleichnamigen Romans von Judith Guest, mit der Redford im Jahr 1980 seine erste Regiearbeit ins Kino brachte.
Im Zentrum des Vorstadtdramas steht die wohlhabende Familie Jarrett: Vater Calvin (Donald Sutherland), Mutter Beth (Mary Tyler Moore) und Sohn Conrad (Timothy Hutton). Nach dem tragischen Segelunglück, bei dem der ältere Sohn Buck ums Leben kommt, und Conrads anschließendem Suizidversuch gerät das familiäre Gefüge zunehmend ins Wanken. Während Calvin nach Verständnis und Nähe sucht, tut Beth alles, um ihre Trauer zu verdrängen. Conrad hingegen ringt mit quälenden Schuldgefühlen und findet erst mithilfe seines Therapeuten Dr. Berger (Judd Hirsch) langsam den Mut, seine Emotionen zuzulassen und einen Weg zu finden, mit ihnen zu leben.
45 Jahre nach seinem Erscheinen ist „Ordinary People“, so der Originaltitel des Films, ein wenig in Vergessenheit geraten. Dabei war er ein veritabler Kassenerfolg – bei einem schmalen Budget von 6,2 Millionen US-Dollar spülte er 90 Millionen in die weltweiten Kinokassen und erntete zudem begeisterte Kritiken.
Vor allem aber handelte es sich bei „Eine ganz normale Familie“ um den großen Sieger der Oscar-Verleihung 1981. Vier Statuen konnte der Film einsacken – so setzte er sich als Bester Film u.a. gegen „Wie ein wilder Stier“ und „Der Elefantenmensch“ durch! Weitere Preise gingen an Regisseur Redford, das von Alvin Sargent verfasste Drehbuch sowie Nebendarsteller Timothy Hutton.
In einem Interview mit dem Rolling Stone hat Redford einmal verraten, dass „Eine ganz normale Familie“ für ihn aufgrund der emotionalen Komplexität des Stoffes ein absolutes Herzensprojekt war – er aber lange um dessen Realisierung kämpfen musste: „[Der Film] wurde von vielen abgelehnt“, so der „Jenseits von Afrika“-Star. „Dann sagte Barry Diller, der damals bei Paramount war: ‚Mach es.‘ Er war sehr aufrichtig. So wurde ich in Ruhe gelassen. Es war ein kleiner Film, nur sechs Millionen Dollar. Niemand hat sich dafür interessiert. Und irgendwann kam er dann doch raus.“
In letzter Konsequenz also eine positive Erfahrung – auch wenn Redford seinen Glauben ans Filmgeschäft schon viele Jahre zuvor verloren hatte. Warum, das könnt ihr im folgenden Artikel nachlesen:
"In Hollywood geht es nicht um Kunst": So verlor Schauspiel-Ikone Robert Redford den Glauben ans Filmgeschäft*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.