Als im Oktober 2020 Oscar-Gewinner Sean Connery im Alter von 90 Jahren verstorben ist, hat die Filmwelt einen großen Namen verloren: Er war der erste Schauspieler, der den ikonischen Geheimagenten James Bond auf der Kinoleinwand verkörperte, wurde zum Ritter geschlagen, und spielte einen denkwürdig-knurrigen Actionhelden in Michael Bays Popcornspektakel „The Rock“. Zudem bezeichnete ihn Regielegende Steven Spielberg Anfang der 1990er als eines der fünf größten Schauspieltalente der Welt.
Trotzdem gelang es dem „Der weiße Hai“-Macher nicht, Connery nach seinem populären Auftritt im Abenteuerhit „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ dazu zu bewegen, ein weiteres Mal die erfolgreiche „Indiana Jones“-Reihe mit seiner Präsenz zu beehren: Obwohl Spielberg sich eine Rückkehr Connerys wünschte, erteilte ihm der „The Untouchables“-Star eine klare Absage!
Sean Connery: Nach abgelehnten Hits kam der berüchtigte Flop
Vielleicht wären die Dinge anders gekommen, wären die späten 1990er- und frühen 2000er-Jahre für Connery anders verlaufen: Der „Highlander“-Mime sträubte sich rund um die Jahrtausendwende vorübergehend gegen moderne, effektlastige Stoffe. Daher schlug er sowohl die Möglichkeit aus, den Architekten in den „Matrix“-Fortsetzungen zu spielen, als auch die Option, in Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“-Trilogie den weisen Zauberer Gandalf zu verkörpern.
Als er sich dann plötzlich doch dem effektreichen Popcornkino öffnete, entschied er sich für den berühmt-berüchtigten Misserfolg „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“: Die über 70 Millionen Dollar teure Comicadaption über berühmte literarische Figuren, die sich zu einem Superheldenteam vereinen, wurde von Fans der Vorlage, der breiten Masse und der Filmkritik in der Luft zerrissen.
Auch Connery ließ kein gutes Haar an dem Projekt. So bezeichnete er Regisseur Stephen Norrington als unfähig, verrückt und als jemanden, der hinter Schloss und Riegel gehört. Der weltberühmte Schotte fand seine Erfahrung mit der Comicadaption so ätzend, dass er sich anschließend vornahm, nie wieder vor der Kamera als Schauspieler zu agieren. Dennoch hoffte Spielberg, ihn wenige Jahre später aus dem Ruhestand locken zu können.
Zu viel Mühen für eine zu kleine Rolle
„Ich habe mit Spielberg gesprochen, doch es hat nicht sollen sein“, verriet Connery 2007, ein Jahr vor dem Kinostart von „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“, in einem Interview (via The Hollywood Reporter). Spielberg wollte, dass Connery im vierten „Indiana Jones“-Film erneut als Indys Vater Henry Jones Sr. auftritt, doch dem Darsteller gefiel nicht, was sich der Regisseur ausgemalt hatte:
„Es war kein sonderlich dankbarer Part, er war es einfach nicht wert, sich dafür wieder aufzuraffen. Und sie haben die Story sowieso in eine völlig neue Richtung gelenkt, daher war Indys Vater nicht wirklich wichtig. Ich habe vorgeschlagen, ihn zu töten – das war einfach besser so“, führte Connery fort. Genau so ist es dann gekommen: In einer kurzen Szene in „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ betrachtet der Titelheld ein Foto seines Vaters und spricht sein Bedauern über dessen Tod aus.
Möglich also, dass Connery vor dem vierten „Indiana Jones“-Film noch gar nicht in den Ruhestand getreten wäre, hätte ihn „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ nicht derart verschreckt. Doch das ist längst nicht die einzige „Hätte, wäre, wenn und aber“-Anekdote rund um Connery. So war er auch für einen legendären Thriller im Gespräch. Weshalb er den abgelehnt hat, erfahrt ihr im folgenden Beitrag: