Erst ging es zügig, dann war der Film wie vom Erdboden verschluckt: Der unter herausfordernden Bedingungen gedrehte Western „Rauchsignale – Nur wer kämpft, überlebt die Wildnis“ feierte seine deutsche Kinopremiere im September 1955 – nur wenige Monate nach seiner US-Erstaufführung. Sieben Jahre später kehrte der von B-Movie-Fachmann Jerry Hopper inszenierte Western auf die hiesigen Leinwände zurück, Dann wurde es verdammt ruhig um ihn!
Erst 2021 gab es auf dem deutschen Markt wieder ein Lebenszeichen von ihm: Universal brachte ihn als Teil einer 9-Filme-Collection* auf Blu-ray heraus. Jetzt hat OneGate Media eine Alternative nachgereicht: Diese Woche ist „Rauchsignale“ erstmals einzeln veröffentlicht worden – exklusiv auf Blu-ray!
Darum geht es in "Rauchsignale"
1870: Ein abgelegenes Fort der US-Kavallerie wird angegriffen. Nur wenige Soldaten überleben, darunter der junge Offizier Brett Halliday (Dana Andrews), der nun als Deserteur verschrien ist und ein baldiges, harsches Urteil erwartet. Als das Fort erneut attackiert wird, stellen sich die Angegriffenen plötzlich verzweifelt hinter ihn und lassen sich von ihm zum nahegelegenen Colorado River führen.
Auf dem gefährlichen, unberechenbaren Wasserweg kochen alsbald Misstrauen, alte Konflikte und Eifersüchteleien hoch. Brett ahnt, dass er all seinen Mut und Weitblick beweisen muss, um sein Schicksal – und das seines Schwarms (Piper Laurie) – in hoffnungsvolle Bahnen zu lenken...
Ein widriger Fluss als der wahre Star eines Westerns
In den 1950ern war Jerry Hopper auf geradlinige, unterhaltsame Filme spezialisiert, die trotz eher geringer Mittel unbeirrt Thrill und Schauwerte bieten wollten. In dieser Zeit arbeitete er sogleich drei Mal mit Charlton Heston zusammen (unter anderem beim Western „Pony-Express“) und inszenierte auf Kuba (!) das Abenteuer „Haie greifen an“.
Auch im Falle von „ Rauchsignale“ ist das teilweise als Drehort und Schauplatz dienende Gewässer der heimliche Star: Eine Titeleinblendung direkt zu Beginn beschreibt den durch den Grand Canyon führenden Fluss als „einen der gefährlichsten Flüsse der Welt“. Und Produzent Howard Christie lobte „Rauchsignale“ gegenüber der Presse als „ersten zu Wasser spielenden Western der Geschichte“.
Da Hopper und sein Kameramann Clifford Stine (der auch Stanley Kubricks „Spartacus“ filmte) ihrem Schauplatz einige imposante Technicolor-Bilder abringen, verleiht die Kombination aus strapaziösen Drehbedingungen und außergewöhnlichem Setting diesem kleinen Western tatsächlich ein denkwürdiges Alleinstellungsmerkmal. Dass auch weniger gefährliche Flüsse beim Dreh als „Doubles“ genutzt wurden, kaschiert der Schnitt zudem ziemlich überzeugend!
Mit Piper Laurie, die später durch „Twin Peaks“ und „Die Dornenvögel“ zu einer TV-Ikone werden sollte, und dem in „The Rocky Horror Picture Show“ verewigten Dana Andrews zählt „Rauchsignale“ zudem zwei fähige Stars zu seinen Pro-Argumenten – zumindest für Genre-Fans, die standardmäßigem Erzählstoff gern akzeptieren, wenn er mit einem herausragenden Schauplatz einhergeht. Und wenn ihr hören wollt, wie Andrews besungen wird (genauso wie viele weitere B-Movie-Ikonen), müsst ihr unbedingt dem folgenden Heimkino-Tipp euer Ohr leihen:
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