Auf den Spuren von "Apocalypse Now"? So irre ging es beim Dreh des Kriegsfilms "Herz aus Stahl" mit Brad Pitt zu
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Immer wieder sorgen Filme durch chaotische Dreharbeiten oder problematische Produktionsbedingungen für Schlagzeilen. Auch ein starbesetztes Kriegsdrama von 2014 blieb davon nicht verschont.

Zwei weithin bekannte Beispiele für abenteuerliche Dreharbeiten und wahnsinnige Entstehungsgeschichten sind Werner Herzogs Abenteuer-Drama „Fitzcarraldo“ und Francis Ford Coppolas Klassiker „Apocalypse Now“. Während bei „Fitzcarraldo“ unter anderem zwei Flugzeugabstürze und Klaus Kinski mit seinen legendären Wutanfällen die Arbeiten behinderten, kam den Machern von „Apocalypse Now“ vor allem die Natur „in die Quere“.

Wirbelstürme zerstörten Teile des Sets, hinzu kamen Dauerregen und von rätselhaften Tropenkrankheiten befallene Darsteller. Doch Coppolas Meisterwerk ist nicht der einzige Kriegsfilm, dessen Dreharbeiten von Hindernissen gezeichnet waren. Knapp 35 Jahre nach „Apocalypse Now“ drehte David Ayer („Training Day“) mit „Herz aus Stahl“ (auch bekannt als „Fury“) einen starbesetzten Kriegs-Actioner, dessen Produktion ebenfalls ziemlich anarchisch ablief – und für alle Beteiligten etliche Überraschungen bereithielt.

"Kalt, nass und körperlich erschöpft"

„Herz aus Stahl“ handelt von einer amerikanischen Panzercrew inmitten eines heftigen Gefechts mit der deutschen Armee. Im April 1945 wagt die US-Besatzung auf deutschem Boden mit ihrem (titelgebenden) Sherman-Panzer „Fury“ eine letzte Offensive gegen die kurz vor der Kapitulation stehende Wehrmacht.

Herz aus Stahl
Herz aus Stahl
Starttermin 1. Januar 2015 | 2 Std. 14 Min.
Von David Ayer
Mit Brad Pitt, Shia LaBeouf, Logan Lerman
Pressekritiken
3,4
User-Wertung
3,7
Filmstarts
4,0
Im Stream

Ayer hatte ein möglichst authentisches Szenario im Sinn: Er wollte die Kämpfe und vor allem die von Enge, Klaustrophobie und Todesangst geprägte Situation und Anspannung im Panzer-Inneren so realistisch wie möglich darstellen. Das hieß für Darsteller wie Brad Pitt, Shia LaBeouf und Logan Lerman, dass sie im Vorfeld des Drehs ein hartes Training absolvieren mussten. Hinzu kamen „besondere Maßnahmen“ während der Dreharbeiten.

Dazu zählten Treffen mit echten Weltkriegs-Veteranen sowie ein rigoroses Bootcamp-Training mit heftigen Herausforderungen, die Pitt, LaBeouf und Co. physisch wie mental an ihre Grenzen brachten. „Es war kalt und nass, dazu kam der Hunger. Wir waren körperlich erschöpft“ lautete das Fazit von Hauptdarsteller Pitt zu den intensiven Vorbereitungen (via IndieWire). Gleichzeitig lobte er die Vorgehensweise des Regisseurs, die für eben jenen Realismus im Film sorgte. „Er gab uns Aufgaben, die uns näher zusammenrücken ließen. Außerdem haben wir uns mit all unseren Stärken und Schwächen besser kennengelernt“, so der Hollywood-Star.

Darsteller mit Star-Allüren und ein tragischer Unfall

Laut Aussagen von Pitt soll es außerdem zwischen LaBeouf und seinen Kollegen am Set richtig zur Sache gegangen sein. Seine Co-Stars soll der für seine Star-Allüren seit jeher bekannte Schauspieler mit seinem Verhalten nämlich regelmäßig in den Wahnsinn getrieben haben. LaBeouf schlief in einem anderen Hotel als der Rest der Crew und verzichtete wochenlang auf Körperpflege und aufs Duschen. In typischer „Method Acting“-Manier wollte er sich wie ein monatelang in den Schützengräben ausharrender und ausgezehrter Soldat fühlen.

Angeblich soll es ferner zu einem Streit zwischen LaBeouf und dem in einer kleineren Rolle besetzten Scott Eastwood gekommen sein. Hintergrund: LaBeouf warf seinem Kollegen Respektlosigkeit vor, weil dieser Kautabak auf den Panzer gespuckt hatte. Dabei hatte Eastwood lediglich das umgesetzt, was im Skript stand: Er spuckte auf den Panzer.

Und als wäre das alles noch nicht genug, kam es beim Dreh auch noch zu einem Unfall: Ein Stuntman wurde durch ein Bajonett schwer an der Schulter verletzt. Per Rettungshubschrauber ging es für ihn in ein nahegelegenes Krankenhaus. Der tragische Zwischenfall hinterließ bei dem Crew-Mitglied jedoch keine Folgeschäden.

Bei den Dreharbeiten zum Historien-Epos „Gladiator“ wurde das Team ebenfalls vor unerwartet große Herausforderungen gestellt. Denn mit dem britischen Kult-Schauspieler Oliver Reed starb einer der wichtigsten Nebendarsteller mitten in der Produktion. Lest hier wie es dem Team gelang, den Film dennoch fertigzustellen:

So veränderte der tragische Tod einer Schauspiel-Legende das Historien-Meisterwerk "Gladiator"

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