"Ich verstehe nicht, wie das überhaupt möglich ist": Dieser Sci-Fi-Blockbuster von Steven Spielberg ist absolute Perfektion – laut einem Hit-Regisseur
Sebastian Groß
Sebastian Groß
-Freier Autor
Manchmal fühlt er sich alt, weil er damals „The Big Lebowski“ oder „Matrix“ zum Kinostart gesehen hat. Andererseits konnte er damals „The Big Lebowski“ und „Matrix“ zum Kinostart sehen. Zum Glück behält er das für sich, außer jemand fragt ihn. Jetzt fragt ihn halt endlich.

Steven Soderbergh zeigt sich begeistert von einem Spielberg-Film und lobt die einzigartige Mischung aus technischer Brillanz, erzählerischer Präzision und emotionaler Tiefe – ein Werk, das für ihn Kino auf höchstem Niveau verkörpert.

Wenn ein Regisseur wie „Ocean's Eleven“-Macher Steven Soderbergh – Oscarpreisträger, Filmästhet und ständiger Erneuerer seiner eigenen Handschrift – über einen Kollegen spricht, hört man genauer hin. Und wenn er dann ausgerechnet Steven SpielbergsReady Player One (2018) als Paradebeispiel filmischer Brillanz hervorhebt, verdient das Aufmerksamkeit. Denn Soderbergh lobt Spielbergs Science-Fiction-Abenteuer nicht einfach als spektakulären Blockbuster, sondern als filmisches Wunderwerk, das seiner Meinung nach selbst von Brancheninsidern unterschätzt wird.

Ready Player One
Ready Player One
Starttermin 5. April 2018 | 2 Std. 20 Min.
Von Steven Spielberg
Mit Tye Sheridan, Olivia Cooke, Ben Mendelsohn
Pressekritiken
3,2
User-Wertung
4,0
Filmstarts
4,0

Steven Soderbergh hält Spielberg für "selbstverständlich großartig"

In einem Interview mit Deadline bezeichnet Soderbergh den Schöpfer von Klassikern wie „Der weiße Hai“ (1975), „E.T.“ (1982) oder „Schindlers Liste“ (1993) als „einzigartig in seiner Begabung“. Für ihn sei Spielberg ein Regisseur, „dessen Werk so selbstverständlich großartig ist, dass man manchmal vergisst, wie außergewöhnlich seine Filme tatsächlich sind“. Besonders „Ready Player One“ habe ihn sprachlos gemacht.

„Da ist kein Filmemacher, von dem ich wüsste, der nachvollziehen kann, was er bei ‚Ready Player One‘ gemacht hat“, sagt Soderbergh. „Wenn man eine Gruppe von Regisseuren zusammensetzt, würden die alle sagen: ‚Ich verstehe nicht, wie das überhaupt möglich ist.‘“

Damit meint Soderbergh die enorme technische und erzählerische Präzision, mit der Spielberg in „Ready Player One“ eine vollkommen glaubwürdige digitale Welt erschaffen hat. Die nahtlose Verbindung von Live-Action und computeranimierten Sequenzen sei, so Soderbergh, „ein Kunststück, das weit über bloße Effekte hinausgeht“. Er bewundere, wie Spielberg die komplexe Virtual-Reality-Welt des Oasis-Universums mit echten Emotionen verknüpfe – ohne dass die Menschlichkeit der Figuren in der visuellen Opulenz verloren gehe.

Bemerkenswert findet Soderbergh auch den Arbeitsrhythmus seines Kollegen: Spielberg drehte „Ready Player One“ direkt im Anschluss an das ernste Politdrama „Die Verlegerin“ (2017). „Jeder andere hätte nach einem dieser Filme erst einmal eine mehrjährige Pause gebraucht“, sagt Soderbergh. „Aber Steven hat einfach weitergemacht – und beide Werke auf höchstem Niveau abgeliefert.“ Den Film mit Meryl Streep („Der Teufel trägt Prada“) und Tom Hanks („Der Soldat James Ryan“) könnt ihr unter anderem bei Prime Video streamen*.

"Ready Player One" ist für Soderbergh ein Kino-Prunkstück

Für Soderbergh zeigt „Ready Player One“ exemplarisch, was das Kino im 21. Jahrhundert leisten kann: eine Verschmelzung aus technischer Innovation, erzählerischem Rhythmus und emotionaler Zugänglichkeit. Der Film sei – bei allem spielerischen Überfluss an Referenzen und Zitaten – ein Werk, das von echtem filmischen Verständnis zeuge.

Man spürt, dass Soderbergh in Spielberg einen Gleichgesinnten sieht: einen Regisseur, der in der Lage ist, das große Publikum zu erreichen, ohne künstlerische Integrität einzubüßen. Seine Bewunderung gilt weniger dem Nostalgie-Faktor, sondern der Präzision, mit der Spielberg Bewegung, Bildkomposition und Timing kontrolliert. „Ready Player One“ wird in diesem Licht weniger als Spielwiese der Popkultur, sondern als hochkomplexe Choreografie verstanden – als filmische Sinfonie aus Licht, Bewegung und Gefühl.

Natürlich hat der Film auch Jahre nach seinem Start einen besonderen Status im Publikum: Viele sehen in „Ready Player One“ ein echtes „Guilty Pleasure“ – ein Werk, das gleichermaßen spektakulär wie verspielt ist, das Emotion und Eskapismus verbindet und dabei genau jene Art von Kino liefert, für die Spielberg berühmt ist. Und wer sich fragt, was Steven Spielberg selbst als seine ganz persönlichen „Guilty Pleasures“ bezeichnet, erfährt das im folgenden FILMSTARTS-Artikel:

"Sündhaftes Vergnügen": Hollywood-Legende Steven Spielberg verrät, was er am liebsten im TV schaut

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