0 (!) Prozent auf Rotten Tomatoes: Dieser "Film nahezu ohne positive Eigenschaften" ist einer der schlechtesten Thriller aller Zeiten
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Jim Carrey als desillusionierter Cop, der versucht, eine Mordserie aufzuklären – klingt spannend und interessant, oder? „Dark Crimes“ hat vor acht Jahren das Gegenteil bewiesen.

Jim Carrey kennen die meisten Filmfans vor allem als den gummigesichtigen Komiker aus „Ace Ventura“, „Dumm und Dümmer“ oder „Die Maske“. Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Immer wieder konnte der 63-Jährige auch im ernsten Fach überzeugen – am bekannteste sind dabei seine Leistungen in „Die Truman Show“ und „Der Mondmann“, die ihm jeweils einen Golden Globe einbrachten, doch auch im Melodram „The Majestic“ sowie im Thriller „Nummer 23“ spielte Carrey gegen sein Image an.

Und dann ist da noch „Dark Crimes“, der bereits wenige Jahre nach seinem Erscheinen – im Anschluss an seine Festivalpremiere 2016 schlummerte er erst einmal für zwei Jahre im Giftschrank – in Vergessenheit geraten ist.

Dark Crimes
Dark Crimes
Starttermin 1. Mai 2019 | 1 Std. 36 Min.
Von Alexandros Avranas
Mit Jim Carrey, Charlotte Gainsbourg, Marton Csokas
User-Wertung
2,5
Filmstarts
1,0
Im Stream

In dem Kriminalfilm versucht der „Bruce allmächtig“-Star so radikal wie nie zuvor, die an ihn gestellten Rollenerwartungen zu unterlaufen. Dass das in diesem Fall nichts Gutes bedeutet, zeigt schon, dass der von Alexandros Avranas inszenierte Thriller in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik mit gerade mal einem von fünf möglichen Sternen abgestraft wird. Autorin Antje Wessels fasst Carreys Performance und den Inhalt des Films mit folgenden Worten zusammen:

„Mit grauem Vollbart, tief zerfurchtem Gesicht und einem permanenten Sieben-Tage-Regenwetter-Gesicht schleppt sich Carrey hier durch die unästhetische Tristesse der polnischen Metropole Krakau und versucht, einen Mordfall aufzudecken, der irgendwie mit den Vorgängen in einem SM-Sexclub zusammenhängt. Dabei enttäuscht nicht bloß Carreys einschläferndes Schauspiel, sondern auch die Story […]. Da reißen einen selbst die irritierenden, unpassend drastisch inszenierten Gewalt- und Sexszenen kaum noch aus der Lethargie.“

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Mit unserer Wertung sind wir übrigens alles andere als allein: Auf der US-amerikanischen Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes kommt „Dark Crimes“ auf desaströse 0 (!) Prozent an positiven Rezensionen (während das Publikum mit 32 Prozent zwar etwas gnädiger, aber ebenfalls alles andere als begeistert ist).

Laut Rex Reed vom Observer balanciere das Drehbuch gefährlich „zwischen moralischer Verkommenheit und schlichter Verwirrung“, während Variety-Autor Owen Gleiberman festhält, dass „Dark Crimes“ nie über den Status eines „Thriller-Vorspiels“ hinauskomme. Noch drastischer formuliert es Andrew Gaudion von THN: „Es ist äußerst selten, dass ein Film nahezu keine positive Eigenschaften aufweist – doch ‚Dark Crimes‘ ist im Grunde nur all jenen zu empfehlen, die eine morbide Neugier verspüren.“

Luke Y. Thompson von Forbes hebt die unfreiwillige Komik von Carreys Spiel hervor: So gerieten Carreys Versuche, mit polnischem Akzent zu sprechen und dabei dezidiert nicht lustig zu sein, zu einer Art mission impossible. Doch geben wir das Wort zum Schluss noch einmal an Antje Wessels zurück, die im Fazit der offiziellen FILMSTARTS-Kritik konstatiert: „Der gähnend langweilige, ausgestellt hässliche Thriller hätte […] trotz Hollywood-Starpower ruhig noch weiter im Giftschrank schlummern dürfen.“

Über eine weitere außergewöhnliche Jim-Carrey-Performance lest ihr im folgenden Artikel:

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