Sie war einer DER Leinwand-Stars der 80er-Jahre: Was macht "Kill Bill"-Darstellerin Daryl Hannah eigentlich heute?
Björn Schneider
Björn Schneider
-Freier Autor
Seit Björn als Kind „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Hook“ gesehen hat, ist er vom Medium Film und seinen (audio-)visuellen Möglichkeiten fasziniert. Am liebsten schaut er Horror, Western, Mystery und Thriller. Musicals und romantische Komödien kosten ihn allerdings Überwindung.

Von „Blade Runner“ bis „Wall Street“: Daryl Hannah wirkte in etlichen Kultfilmen mit. Dank einer klugen Rollenauswahl und ihrer Ausdrucksstärke wurde sie zu einer der erfolgreichsten Schauspielerinnen der 1980er. Erfahrt hier, was sie heute macht.

Studiocanal

Daryl Hannah zählte in den 1980er-Jahren zu den beliebtesten und größten weiblichen Filmstars der Traumfabrik. Und das Wort „groß“ trifft es im wahrsten Sinne des Wortes. Denn mit 178 Zentimetern überragte sie die meisten ihrer weiblichen – wie auch viele männliche – Kollegen. Doch ein markantes Erscheinungsbild allein erklärt noch keine glanzvolle Hollywoodkarriere.

Vielmehr ist Hannah, das zeigt ein Blick in ihre beachtliche Filmografie, seit jeher eine äußerst vielseitige Aktrice, die in Werken unterschiedlicher Genres brillierte. Und: Man sieht sie in künstlerisch relevanten, anspruchsvollen, aber gleichsam in massentauglichen, kommerziell erfolgreichen Filmen, die ins kollektive Gedächtnis eingingen. Eine gute, äußerst ausgewogene Mischung! In den vergangenen Jahren spielte sie zwar immer seltener in größeren Filmproduktionen mit – doch umtriebig und künstlerisch aktiv ist die heute 65-Jährige noch immer in vielen Bereichen und Gattungen.

Durchbruch als Androidin

Hannah gab ihr Filmdebüt 1978 im Alter von erst 17 Jahren in Brian De Palmas Kult-Horrorfilm „The Fury“ (auch bekannt als „Teufelskreis Alpha“). Und es benötigte nicht viele Anläufe, damit ein größeres Publikum ebenso wie die Studiobosse Hollywoods auf die aus Chicago stammende Schauspielerin aufmerksam wurden. Ihren Durchbruch schaffte Hannah 1982 nämlich bereits mit ihrem dritten Spielfilm, da war sie gerade 21 Jahre alt. Als kokette, undurchsichtige Androidin Pris Stratton hinterließ sie einen bleibenden Eindruck in Ridley Scotts Meisterwerk „Blade Runner“, einem der einflussreichsten und legendärsten Sci-Fi-Streifen aller Zeiten.

Von da an ging es Schlag auf Schlag und für Hannah begann ein kometenhafter Aufstieg zu einem der größten Filmstars des Jahrzehnts. Verantwortlich dafür waren vor allem leichtfüßige, von heiterem Witz geprägte Komödien. Zu Kassenhits und Publikumslieblingen wurden die romantische Fantasy-Komödie „Splash“ (1984) an der Seite von Tom Hanks, die Krimikomödie „Staatsanwälte küsst man nicht“ (1986) sowie Fred SchepisisRoxanne“ im folgenden Jahr. Hannahs Darstellung der charismatischen, liebenswerten Astronomin Roxanne Kowalski, der die Männer reihenweise erliegen, zählt zu ihren erinnerungswürdigsten, besten Leistungen jener Zeit.

Karriere-Tief in den 90ern

Dass sie ebenfalls in nachdenklichen, ernsten Rollen und vielschichtigen Dramen bestehen konnte, bewies sie u.a. in dem zwischen Buddy-Heist-Movie und Gangster-Drama angelegten „Der Pate von Greenwich Village“ (1984). Drei Jahre später spielte sie in Oliver Stones 80er-Hit „Wall Street“ (1987) an der Seite von Michael Douglas und Charlie Sheen – nicht Hannahs beste Rolle, denn für ihre Performance in dem Yuppie-Thriller-Drama wurde sie mit der Goldenen Himbeere als schlechteste Darstellerin „geehrt“.

Wall Street
Wall Street
Starttermin 18. Februar 1988 | 2 Std. 02 Min.
Von Oliver Stone
Mit Michael Douglas, Martin Sheen, Charlie Sheen
Pressekritiken
4,2
User-Wertung
4,1
Filmstarts
5,0

Ab den späten 1980ern waren ihre „goldene Jahre“ ebenso wie die Zeit der großen Box-Office-Hits ohnehin fürs Erste vorbei. Die bekennende Veganerin, die für ihren nachhaltigen Lebensstil und ihr Engagement im Umwelt- und Tierschutz bekannt ist, lernte folglich die Schattenseiten des Schauspieler-Daseins kennen. Und wie! Denn eine lange Zeit der Misserfolge, die ein oder andere falsche berufliche Entscheidung und Rollen, die ihr schlechte Presse einbrachten, prägten ihre zweite Karrierephase.

Trotz einiger ambitionierter Rollen (z.B. in Robert Altmans Thriller „Gingerbread Man“ von 1998) sollte ihr in den kompletten 1990ern kein echter kommerzieller Erfolg gelingen. Stattdessen gab es zwei weitere Nominierungen für die Goldene Himbeere als „schlechteste Nebendarstellerin“ und eine fatale Fehleinschätzung: 1990 lehnte Hannah den Part der Vivian Ward in „Pretty Woman“ ab, der schließlich an Julia Roberts ging. Roberts wurde mit dieser Rolle zum Weltstar (Hannahs genaue Beweggründe könnt ihr hier nachlesen).

Comeback dank Tarantino

Bis in die frühen 2000er verdingte sich Hannah vor allem in billig produzierten Direct-to-DVD-Veröffentlichungen, ehe ihr 2003 die Rückkehr ins Rampenlicht gelang – dank Quentin Tarantino. Die Regie-Legende besetzte die damals 42-Jährige in seinem „Kill Bill“-Doppelschlag als ikonische, Kampfkunst-erprobte Killerin Elle Driver, der größten Widersacherin von Beatrix Kiddo (Uma Thurman). Für ihre einnehmende – und extrem körperbetonte – Performance erhielt Hannah den MTV Movie Award und wurde einer ganz neuen, jungen Generation bekannt.

Kill Bill Vol.1
Kill Bill Vol.1
Starttermin 16. Oktober 2003 | 1 Std. 52 Min.
Von Quentin Tarantino
Mit Uma Thurman, Sonny Chiba, Lucy Liu
User-Wertung
4,4
Filmstarts
5,0
Im Stream

In den Jahren nach dem „Kill Bill“-Erfolg bewies die Darstellerin ihre Vielseitigkeit, indem sie sich verstärkt anderen Medien und Formaten widmete und dies bis heute tut. So sah man sie vor allem in den 2010er-Jahren in einigen erfolgreichen TV-Serien, etwa in der von den Wachowski-Geschwistern realisierten Netflix-Sci-Fi-Serie „Sense8“ sowie im US-Comedy-Format „The Now“ (2021).

Eine weitere, oft übersehene Leidenschaft Hannahs ist zudem der Dokumentarfilm. Sie führte im Laufe ihrer Karriere bei einigen sehr sehenswerten Werken selber Regie, darunter die Musik-Dokus „Mountaintop“ und „Coastal“. In beiden Filmen steht Country-Rock-Ikone Neil Young im Zentrum, mit dem Hannah seit 2018 verheiratet ist.

Ein weiterer großer Star der 1980er-Jahre war Debra Winger. Was die aus Hits wie „Ein Offizier und Gentleman“ oder „Zeit der Zärtlichkeit“ bekannte Schauspielerin heute macht, lest ihr in folgendem Artikel:

3 Oscar-Nominierungen, 45 Karrierejahre & ein überraschender Beitrag zu "E.T.": Was macht 80er-Jahre-Superstar Debra Winger eigentlich heute?

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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