Schaut man sich einmal die deutschen Kino-Jahrescharts des Jahres 1993 an, ist zumindest das Siegertreppchen nicht sonderlich überraschend: Ganz oben steht natürlich Steven Spielbergs rekordesprengender Dino-Blockbuster „Jurassic Park“, gefolgt vom Disney-Animations-Abenteuer „Aladdin“ sowie dem Kevin-Costner-Hit „Bodyguard“. Mit fast 4,5 Millionen Zuschauer*innen hat es die Fortsetzung zur Kult-Parodie „Hot Shots!“ auf den vierten Rang geschafft, während der Kinder-Spaß „Dennis“ die Top 5 abrundet.
Doch auf dem sechsten Platz findet sich ein Titel, den womöglich die wenigsten auf Anhieb auf dem Schirm gehabt hätten: „Das Geisterhaus“!
Heute ist die Verfilmung des 1982 erschienenen Romans von Isabel Allende nämlich ein bisschen in Vergessenheit geraten. Dabei konnte der dänische Regisseur Bille August („Die besten Absichten“) ein mehr als beachtliches Star-Ensemble zusammentrommeln, das neben der Bestseller-Vorlage sicher entscheidend dazu beigetragen hat, dass sich in Deutschland mehr als 3,8 Millionen Menschen in die Lichtspielhäuser verirrten:
Auf der Besetzungsliste der deutsch-dänisch-portugiesischen Co-Produktion finden sich Namen wie Dreifach-Oscar-Preisträgerin Meryl Streep („Sophies Entscheidung“), der britische Charaktermime Jeremy Irons (Oscar für „Die Affäre der Sunny von B.“), der damalige Shootingstar Winona Ryder („Edward mit den Scherenhänden“), „Eine verhängnisvolle Affäre“-Darstellerin Glenn Close, der Spanier Antonio Banderas in seiner zweiten englischsprachigen Rolle, Academy-Award-Gewinnerin Vanessa Redgrave („Julia“) sowie die deutsche Kino-Legende Armin Mueller-Stahl („Lola“).
Das ist "Das Geisterhaus"
„Das Geisterhaus“ erzählt die über mehrere Generationen reichende Familiensaga der Truebas, angesiedelt vor dem Hintergrund politischer Umbrüche in einem nicht näher benannten, aber eindeutig an Chile angelehnten lateinamerikanischen Land im 20. Jahrhundert. Der Film beginnt mit dem ehrgeizigen Esteban Trueba (Irons), der durch die Heirat mit der hellsichtigen Clara del Valle (Streep) zu Vermögen gelangt. Ihre Tochter Blanca (Ryder) wiederum verliebt sich Jahrzehnte später in den politisch aktiven Landarbeiter Pedro Tercero García (Banderas) – eine verbotene Liebe, die zum Spiegelbild für die politischen Spannungen im Land wird...
Außerhalb Deutschlands stieß „Das Geisterhaus“ auf weitaus geringere Resonanz. Die Kritiken fielen vor allem aufgrund der zahlreichen gegenüber der Buchvorlage vorgenommenen Änderungen gemischt aus, nahezu einhellig gelobt wurden aber die Darsteller*innen sowie die Bildgewalt des fast zweieinhalbstündigen Epos. 32 Jahre später wird über den Film kaum noch gesprochen – was angesichts der großen Namen dann doch erstaunlich ist!
Dieses Schicksal teilt er sich allerdings mit einem Historien-Abenteuer, das sogar den Oscar als Bester Film gewann. Um welchen Film es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
Dieses Historien-Abenteuer gewann den wichtigsten Oscar – trotzdem ist es komplett in Vergessenheit geraten!*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.