Bevor Matt Damon zu einem der bekanntesten A-Lister Hollywoods wurde, galt er als talentiertes Nachwuchsgesicht, das zwar schon Aufmerksamkeit erzeugt hatte, aber noch kein Superstar war. Nach „Good Will Hunting“, für den er gemeinsam mit seinem Kumpel Ben Affleck das Drehbuch schrieb und 1998 einen Oscar gewann, lag ihm die Branche zu Füßen. Wie knapp seine Karriere aber kurz darauf an einer gefährlichen Abzweigung vorbeischrammte, weiß kaum jemand. „Die Bourne Identität“ entwickelte sich nämlich zu einem gewaltigen Risiko für Damon, der überzeugt war, dass ihm die Tür zum großen Kino dadurch für immer verschlossen bleiben könnte.
Anfang der 2000er-Jahre übernahm Matt Damon die Rolle des Jason Bourne eigentlich unter einem guten Stern, nachdem er sich mit Filmen wie „Der Soldat James Ryan“ und „Der talentierte Mr. Ripley“ bereits in Hollywood etablieren konnte. Die Verfilmung des Romans von Robert Ludlum unter der Regie von Doug Liman („Edge Of Tomorrow“), der für unkonventionelle Arbeitsweisen, flexible Dreharbeiten und die Einbindung von Reshoots bekannt war, stellte dennoch eine Herausforderung dar. Schwierigkeiten in der frühen Produktionsphase waren dabei nicht allein auf Limans Arbeitsstil zurückzuführen.
Mehrere Drehbuchfassungen scheiterten nacheinander, Produzent Richard N. Gladstein verließ den Film und Universal verlor zunehmend die Geduld. Die Dreharbeiten gerieten zur Dauerbaustelle: Szenen wurden neu geschrieben, am nächsten Tag wieder umgestellt, ganze Passagen mehrfach gedreht. Am Ende war der Film über acht Millionen Dollar teurer als geplant, monatelang im Umbau, und auch sein geplanter Kinostart verspätete sich um acht Monate.
"Wir haben es geschafft": Nach langem Zittern endlich der verdiente Erfolg
Damon selbst erinnerte sich später im Gespräch mit Total Film an die bedrückende Stimmung am Set. Er sagte: „‚Die Bourne Identität‘ hatte alle Anzeichen, eine Katastrophe zu werden, weil wir so oft gedreht haben und sich die Veröffentlichung um etwa ein Jahr verzögerte.“ Wie sich der mögliche Misserfolg des Films auf seine Karriere hätte auswirken können, erläuterte er ebenfalls: „Das Telefon hatte komplett aufgehört zu klingeln. Und man konnte es wirklich spüren. In Hollywood war ich in jeder Hinsicht kalt – eiskalt.“
Dass die Stimmung am Set so angespannt war, hatte aber auch mit den damaligen Erwartungen an das Agenten-Genre zu tun. Ende der 1990er-Jahre dominierten noch James-Bond-Filme das Feld. Ein psychisch gebrochener Geheimdienstmann passte dabei nicht in das übliche Muster. Doch gerade das wurde rückblickend zur größten Stärke des Films. Trotz aller Rückschläge brachte das Team den Film schließlich zu Ende – und schuf, beinahe unbeabsichtigt, einen modernen Klassiker des Action-Genres. Damon erinnerte sich im Interview mit Movie Habit, dass die Dreharbeiten zwar hart gewesen seien, aber keineswegs ein Albtraum: „Zu Drehen ist immer schwierig, aber wir haben es geschafft“
„Die Bourne Identität“ setzte bald darauf neue Maßstäbe im Agenten- und Action-Thriller-Genre: realistische Kampfchoreografien, ruppige Kameraarbeit und eine glaubwürdige Figur im Zentrum, die sich radikal vom gängigen Agentenhelden unterschied. „Bourne“ wurde zu einem der prägendsten Action-Franchises der 2000er-Jahre (Damon spielte den Agenten bis dato noch in drei weiteren Filmen) und zu einem Erfolg sowohl an den Kinokassen als auch bei den Kritikern.
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