Das Ohrwurm-Titellied „Golden“ steht mit mehr als einer Milliarde (!) Streams nicht nur auf Platz 3 der meistgehörten Tracks des Jahres – er wird in einigen Monaten auch ziemlich sicher den Oscar für den Besten Song abräumen. Mal ganz zu schweigen davon, dass sich „KPop Demon Hunters“ seit seinem Streaming-Start am 20. Juni 2025 zum erfolgreichsten Netflix-Film aller Zeiten gemausert hat (und das, obwohl das verantwortliche Hollywood-Studio Sony Pictures den Film lieber an Netflix verkauft hat, statt ihn wie ursprünglich geplant selbst in die Kinos zu bringen).
Aber der überraschende Mega-Erfolg des Popkultur-Phänomens scheint nicht jedem zu gefallen. So gibt Björn Becher in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik zwar starke 4 Sterne – und schließt mit dem folgenden Fazit: „Netflix hat seinen ‚Barbie‘-Moment, denn das Animations-Action-Musical ist so viel mehr als einfach nur ein Streaming-Hit. Der Liebeserklärung an die Macht der Musik, an Selbstakzeptanz und an kreative Animation gelingt mit einprägsamen Songs, cleverer Symbolik und visuellem Einfallsreichtum der Spagat zwischen Teenie-Drama, Fantasy-Action und Musical-Fest – und damit der Sprung zu einem festen Platz im popkulturellen Gedächtnis.“
Zugleich formiert sich an einer britischen Schule aber auch Widerstand speziell gegen die im Film von der titelgebenden KPop-Gruppe Huntr/x geschmetterten Songs…
Ein ganz besonderer Elternbrief
So dürften einige Eltern der Schüler*innen der Lilliput Church of England Infant School in Dorset nicht schlecht gestaunt haben, als sie laut BBC News ein Schulbrief erreichte, in dem sie darum gebeten wurden, dass ihre Kinder „diese Lieder in der Schule nicht singen, aus Respekt vor jenen, die empfinden, dass die Themen im Widerspruch zu ihrem Glauben stehen“. Auf Nachfrage haben Angestellte der Schule weiter ausgeführt, dass Dämonen „spirituelle Kräfte“ seien, die allem „Göttlichen und Guten“ gegenüberstehen. Deshalb müssten Versuche unternommen werden, das „christliche Ethos“ der Schule aufrechtzuerhalten.
Inzwischen gibt es zudem einen auf der Website der Schule veröffentlichten Newsletter (man beachte auch die Auswahl der Schriftart) des stellvertretenden Schulleiters, in dem die Gründe noch einmal ausführlich erläutert werden – und in dem der Autor auch darauf eingeht, dass sich einige Eltern ihm gegenüber auch sehr positiv über „KPop Demon Hunters“ und dessen Botschaften geäußert hätten:
„Für manche Christen […] kann selbst der fiktive oder spielerische Gebrauch dieser Sprache im Konflikt mit ihrem Glauben stehen, der die Ablehnung des Bösen und nicht die Auseinandersetzung damit – selbst in der Unterhaltung – in den Vordergrund stellt. […] Wir möchten Ihnen versichern, dass wir Eltern nicht dazu auffordern, ihren Kindern zu sagen, es sei etwas Falsches daran, den Film oder seine Lieder zu genießen, sofern dies mit Ihren eigenen Ansichten und Überzeugungen übereinstimmt. Dies wird auch nicht die Botschaft sein, die wir in der Schule verbreiten“, fuhr das Schreiben fort. […] „Unsere Rolle wird lediglich darin bestehen, den Kindern zu helfen zu verstehen, dass einige ihrer Mitschüler möglicherweise andere Ansichten vertreten, und zu erörtern, wie wir diese Mitschüler respektieren und sie dabei unterstützen können, ihren Glauben aufrechtzuerhalten.“
Den vollständigen Newsletter könnt ihr hier auf der Website der Schule nachlesen. Allerdings bezweifeln wir stark, dass dieser etwas an Netflix‘ Plänen ändern wird, eine Fortsetzung zu ihrem Streaming-Megahit zu produzieren. Wobei es auf dem Weg zu „KPop Demon Hunters 2“ durchaus auch noch einige Hindernisse zu überwinden gilt:
Endlich bestätigt: "KPop Demon Hunters 2" kommt – aber es gibt auch eine schlechte Nachricht!