Nach 22 Jahren reicht Quentin Tarantino ein blutiges "Kill Bill"-Kapitel nach – und es kommt sogar ins Kino
Björn Becher
Björn Becher
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Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

Als Quentin Tarantino „Kill Bill Vol. 1“ und „Kill Bill Vol. 2“ drehte, strich er bekanntlich schweren Herzens ein ziemlich aufregendes, blutiges und actionreiches Kapitel. Nun gibt es dieses doch noch...

StudioCanal

„Yuki's Revenge“ also „Yukis Rache“ heißt das fünfte Kapitel in Quentin Tarantinos originalem Drehbuch von „Kill Bill“. Direkt nachdem die Braut (Uma Thurman) beim „Showdown im Haus der Blauen Blätter“ O-Ren Ishii (Lucy Liu), die Verrückten 88 und Schulmädchen-Killerin Gogo Yubari (Chiaki Kuriyama) besiegt hat, sollte sie zurück in Los Angeles selbst kräftig in Bredouille geraten.

Denn eine junge rachsüchtige Japanerin namens Yuki lauert ihr auf, um Rache für den Tod ihrer kleinen Schwester Gogo zu nehmen. Im Drehbuch entfaltet sich dann eine ziemlich rasante und brutale Action-Sequenz samt einer langen Verfolgungsjagd durch diverse Vorgärten, von denen wenig übrig bleibt. Yuki schreckt nämlich vor nichts zurück und setzt sogar Granaten ein. Dank einer eingenommenen Droge lässt sie sich sogar von einem Schuss mitten in die Brust nicht stoppen. Ihrerseits kann sie die Braut sogar ziemlich übel zurichten. Die Heldin hat am Ende so einige Kugeln im Körper, die ihr dann eine befreundete Krankenschwester namens Owens entfernt.

Dank "Fortnite": Wir bekommen "Yukis Rache"

Wie jetzt Epic, das Studio hinter dem Videospiel „Fortnite“ verkündete, hat man in Zusammenarbeit mit Quentin Tarantino und der Technik des eigenen Spiele-Hits die nie gedrehte Szene über zwei Jahrzehnte später animiert.

Uma Thurman kehrt als Sprecherin der Braut für „Das verlorene Kapitel: Yukis Rache“ zurück. Premiere feiert der Kurzfilm am 30. November um 20.00 Uhr im Spiel „Fortnite“. Um „Das verlorene Kapitel: Yukis Rache“ zu sehen, muss man sich rechtzeitig zu diesem Termin im Spiel einloggen. Ab 30 Minuten vor Filmbeginn kann man den Raum für die Vorführung betreten.

Ein Trailer wurde ebenfalls bereits veröffentlicht:

Zumindest für Fans von Quentin Tarantino und „Kill Bill“ in Nordamerika und Großbritannien gibt es sogar noch ein besonderes Highlight. Ab dem 5. Dezember 2025 läuft dort bekanntlich „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“ in den Kinos, die neue ultimative Gesamtversion nach Tarantinos ursprünglicher Vision für sein Epos. In ausgewählten Kinos wird „Yukis Rache“ dabei auch auf der großen Leinwand gezeigt.

Das Poster zu Epic Games
Das Poster zu "Yukis Rache"

Deutsche Fans schauen leider vorerst in die Röhre. Es ist immer noch nicht bekannt, ob, wann und wie „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“ auch hierzulande erscheint. Erst dann könnte es eine zumindest kleine Chance geben, auch hier „Yukis Rache“ auf der großen Leinwand zu sehen. Allerdings sind wir skeptisch, dass es dazu kommen wird, falls „Kill Bill: The Whole Bloody Affair“ wirklich kommt.

Deutschen „Kill Bill“-Fans können wir folglich nur empfehlen, am 30. November auf „Fortnite“ zuzugreifen. Dabei haben wir eine gute Nachricht für alle jene, die nicht mit dem Online-Survival-Shooter vertraut sind. Installation und Anmeldung sind kostenlos.

Warum strich Quentin Tarantino "Yukis Rache"?

Warum Tarantino das ursprüngliche fünfte Kapitel seines Originaldrehbuchs nie filmte, ist übrigens unbekannt. Teilweise wird berichtet, dass er früh erkannte, dass der schließlich ja auch zweigeteilte Film zu lang wird und er daher diese Passage strich. Teilweise wird es auch mit der Zweiteilung begründet. Das Kapitel war genau dort platziert, wo der Film jetzt geteilt ist. Es passt aber weder so richtig als Abschluss von „Kill Bill Vol. 1“ noch als Auftakt von „Kill Bill Vol. 2“.

Womöglich hatte es aber auch damit zu tun, dass Tarantino nicht seine Wunschschauspielerin bekam. Für den Part der Yuki wollte er unbedingt Kō Shibasaki haben, die ihn in „Battle Royale“ und „Go“ begeistert hat. Doch die japanische Schauspielerin erteilte ihm aus Termingründen eine Absage. Tarantino wollte die Rolle aber niemand anderem geben – auch wenn er kurz damals und dann später bei Überlegungen für einen möglichen „Kill Bill Vol. 3“ mit dem Gedanken spielte, Yuki zur Zwillingsschwester von Gogo zu machen und einfach noch einmal Chiaki Kuriyama zu nutzen.

Auf jeden Fall änderte Tarantino kurz vor Dreh seinen Plan für „Kill Bill“ noch einmal. Mit dem Anime-Einschub „Die Herkunft von O-Ren“ fügte er ein komplett neues, ursprünglich nicht geplantes drittes Kapitel ein. Entsprechend rutschten „Der Mann aus Okinawa“ (im Drehbuch Kapitel 3, im Film Kapitel 4) und „Showdown im Haus der Blauen Blätter“ (im Drehbuch Kapitel 4, im Film Kapitel 5) nach hinten. Das laut Drehbuch fünfte Kapitel „Yukis Rache“ fiel weg.

Gerade hat Tarantino übrigens auch angefangen, seine besten Filme des 21. Jahrhunderts vorzustellen. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:

Quentin Tarantino enthüllt "die besten Filme des 21. Jahrhunderts" – das sind die Plätze 11-20!

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