Die neue Kinowoche hält für uns einige echte Highlights bereit: Christoph Maria Herbst kehrt als Kult-Boss Stromberg auf die Leinwand zurück, der Horrorschocker Mega-Hit „Five Nights At Freddy's“ geht in die nächste Runde und in „Eternity“ stellen sich zwei frisch Verstorbene der Frage nach der ewigen Liebe. Dazu gibt es einen Konzertfilm über den Filmkomponisten Hans Zimmer und packende Arthouse-Dramen. Hier sind unsere Empfehlungen für euch:
"Stromberg – Wieder alles wie immer"
Zwanzig Jahre ist es her, dass Deutschland die CAPITOL-Versicherung und damit auch Bernd Stromberg, den wohl schlimmsten Chef Deutschlands, kennengelernt hat. Nun kehrt der egozentrische, aber doch irgendwie liebenswerte Bürokrat mit „Stromberg – Wieder alles wie immer“ in die Kinos zurück. Man darf sich auf gewohnt politisch inkorrekte Sprüche, peinliche Situationen und das unnachahmliche Können von Christoph Maria Herbst freuen, wenn Stromberg versucht, in der modernen Arbeitswelt zu bestehen.
FILMSTARTS-Chefredakteur Christoph Petersen gibt dem Kult-Boss gute 3,5 Sterne und schreibt in seiner Kritik: „Alle werden älter – und so ist auch der neue ‚Stromberg‘ oft eher schmerzhaft-melancholisch als zum Schreien komisch. Der Sitcom-Schreibtischtäter mutiert in seinem zweiten Kinofilm streckenweise gar zur deutschen Antwort auf ‚Joker‘ [...] – und so ist zwar nicht alles wie immer, aber auf ganz schön abgefuckte Weise wirkt es dann doch irgendwie versöhnlich.“
"Eternity"
Was passiert eigentlich nach dem Tod? In der romantischen Komödie „Eternity“ müssen die Verstorbenen im Jenseits entscheiden, wo und mit wem sie die Ewigkeit verbringen wollen. Als Joan (Elizabeth Olsen) und ihr Ehemann Larry (Miles Teller) etwa zur gleichen Zeit sterben, stellen sie fest, dass ihre ewige Liebe auf die Probe gestellt wird. In der Empfangshalle zum Jenseits taucht Joans erster, im Krieg gefallener Ehemann Luke (Callum Turner) auf. Er hat über 60 Jahre auf Joan gewartet. Eine humorvolle und tiefgründige Auseinandersetzung mit der Frage, was wahre Liebe im Angesicht der Unendlichkeit bedeutet.
Von FILMSTARTS-Autor Michael Bendix gab es für das Liebesdreieck im Jenseits solide 3 Sterne. Er schreibt in seinem Fazit, der Film „zerfällt in zwei Hälften: Die beschwingte Screwball-Komödie im Jenseits wird von einem etwas zerdehnten Melodram abgelöst, das es sich in letzter Konsequenz ein bisschen zu einfach macht. Freude kann man mit dieser farbenfroh-verspielten Dreiecks-RomCom trotzdem haben.“
"Sentimental Value"
In „Sentimental Value“ von Joachim Trier ringen die Schwestern Nora (Renate Reinsve) und Agnes (Inga Ibsdotter Lilleaas) nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem komplizierten Verhältnis zum Vater Gustav (Stellan Skarsgård) – einem einst gefeierten Regisseur. Gustav hat ein neues Drehbuch verfasst und bietet seiner Tochter Nora die Hauptrolle an, diese lehnt jedoch ab. Auf einer Retrospektive seiner Filme in Frankreich trifft Gustav auf die erfolgreiche Rachel Kemp (Elle Fanning), der er schließlich die Rolle überträgt. Als die Dreharbeiten in Norwegen anlaufen, sieht Gustav eine letzte Gelegenheit, sich seinen Töchtern wieder anzunähern und das zerrüttete Familienverhältnis zu heilen.
FILMSTARTS-Autor Michael Meyns vergibt für das intensive Familienporträt starke 4 Sterne. In seinem Fazit schreibt er: „Mit dem tragikomischen ‚Sentimental Value‘ ergänzt Joachim Trier seine Oslo-Trilogie um ein weiteres Kapitel, variiert dabei bekannte Sujets und bezieht sich diesmal mehr als früher auf nordische Klassiker von Bergman bis Ibsen. Vor allem die beiden Stars Reinsve und Skarsgård überzeugen als Tochter-Vater-Gespann [...].“
Weitere Neustarts im Kino
Neben den drei vorgestellten Filmen, gibt es diese Woche noch eine Reihe weiterer sehenswerter Filme, die es zu entdecken gilt:
„The World Of Hans Zimmer“: Der Film zeigt ein Konzert der preisgekrönten „The World of Hans Zimmer – A New Dimension“-Tour im polnischen Krakau, bei der Hans Zimmer selbst zum einzigen Mal selbst mit auf der Bühne steht. Unter Anleitung des Dirigenten Gavin Greenaway werden so zahlreiche bekannte Filmmusiken aus der Feder Zimmers kredenzt.
„Five Nights At Freddy's 2“: Ein Jahr nach den schrecklichen Ereignissen im ersten Teil kehren wir zurück in die Welt von Freddy Fazbear's Pizzaladen. Die animatronischen Figuren dort sind nicht nur düstere Legenden, sondern werden erneut zu einer sehr realen Bedrohung. Regisseurin Emma Tammi, die bereits den ersten Teil inszenierte, verspricht eine noch gruseligere Fortsetzung mit neuen Schrecken und der Vertiefung der düsteren Mythologie rund um die Pizzeria.
Empfehlen können wir euch das Sequel aber wirklich nicht. In der offiziellen FILMSTARTS-Kritik gab es nur 1,5 von 5 möglichen Sternen. Christoph Petersen schreibt in seinem Fazit: „Der erste ‚Five Nights At Freddy’s‘-Film hat schon schwer enttäuscht, aber der zweite Teil ist – trotz der sogar noch tolleren und vielfältigeren Animatronic-Modelle – endgültig nur noch schnarchnasig, wirr und unfreiwillig komisch.“
„Der geheimnisvolle Blick des Flamingos“: Ein Drama aus Chile über die 11-jährige Lidia (Tamara Cortés), die 1982 am Rand einer Bergbaustadt in der queeren Community um trans Frau Flamingo (Matías Catalán) eine Ersatzfamilie gefunden hat. Eine grandios inszenierte Wundertüte. (FILMSTARTS-Kritik: 4 Sterne)
„Zweitland“: Paul (Thomas Prenn) ist Sohn eines Bauers, aber auch ein begabter Künstler. Er träumt davon, endlich die Enge und Perspektivlosigkeit des Südtirols der 1960er Jahre hinter sich zu lassen, um nach Deutschland zu gehen und dort an der Kunstakademie in München zu studieren. Ein feinfühliges Familienporträt, bei dem das Politische privat wird. (FILMSTARTS-Kritik: 4 Sterne)
„15 Liebesbeweise“: Das französische Paar Nadia (Monia Chokri) und Céline (Ella Rumpf) steht 2014 kurz davor, Eltern zu werden. Die beiden haben entschieden, dass Nadia die Schwangerschaft übernimmt. Céline hingegen muss – um Mutter zu werden – zunächst noch einen kafkaesken Bürokratieirrsinn durchstehen. Ein Film, der leise, scharfsinnig und mit viel Wärme die Facetten moderner Mutterschaft porträtiert. (FILMSTARTS-Kritik: 4 Sterne)