"Wieso wurde sie nicht verklagt?": Quentin Tarantino wirft einer der erfolgreichsten Blockbuster-Reihen aller Zeiten vor, dass alles nur geklaut ist!
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.

Quentin Tarantino wettert immer mal wieder gegen „Die Tribute von Panem“-Autorin Suzanne Collins. Aber jetzt ist er im Podcast von Bret Easton Ellis sogar noch deutlicher in seiner Kritik geworden.

American Psycho“-Kultautor Bret Easton Ellis ist berühmt-berüchtigt dafür, in seinem Podcast kein Blatt vor den Mund zu nehmen – und Quentin Tarantino hält mit seiner Meinung zu Filmen und Kolleg*innen bekanntlich ja auch nicht hinter dem Berg. Aber in der Kombination wird es besonders explosiv – und so hat das „Pulp Fiction“-Mastermind bei seinem Besuch im The Bret Easton Ellis Podcast noch mal eine Kritik verstärkt, die er in den vergangenen Jahren bereits mehrfach geäußert hat.

Konkret geht es um die mega-erfolgreichen „Tribute von Panem“-Romane von Bestsellerautorin Suzanne Collins – und damit indirekt natürlich auch um die daraus entstandenen Fantasy-Blockbuster mit Jennifer Lawrence als Katniss Everdeen (Gesamtumsatz an den Kinokassen: mehr als 3,3 Milliarden Dollar). Laut Quentin Tarantino handelt es sich bei der Geschichte über Teenager*innen, die sich vom Staat verordnet gegenseitig bis auf den Tod bekämpfen müssen, nämlich um ein Plagiat – dazu noch von einem seiner absoluten Lieblingsfilme: dem japanischen Kultstreifen „Battle Royale“ (siehe Trailer oben) aus dem Jahr aus dem Jahr 2002.

In „Battle Royale“ von Kinji Fukasaku führt Japan den sogenannten „Millennium Educational Reform Act“ ein – ein Gesetz, das dafür sorgt, dass jedes Jahr eine Schulklasse bestimmt wird, deren Mitglieder sich in drei Tagen auf einer isolierten Insel gegenseitig abschlachten müssen. Angesichts der Ähnlichkeiten versteht Quentin Tarantino noch immer nicht, warum nichts gegen die „Panem“-Romane unternommen wurde:

„Ich verstehe nicht, wie der japanische Autor Suzanne Collins nicht wegen jedem verdammten Ding verklagt hat, das sie besitzt. Sie haben einfach das verdammte Buch geklaut! Dumme Buchkritiker werden sich keinen japanischen Film namens ‚Battle Royale‘ ansehen, also haben die dummen Buchkritiker sie nie bloßgestellt. Sie sprachen darüber, wie es das originellste war, was sie verdammt noch mal jemals gelesen hatten. Sobald die Filmkritiker den Film sahen, sagten sie: Was zum Teufel! Das ist doch nur ‚Battle Royale‘, nur eben in jugendfrei.

(So sehr es mich ehrt, dass Tarantino Filmkritiker höher als Buchkritiker einschätzt, müssen wir ihm allerdings an dieser Stelle widersprechen: Eine Klage hätte unserer Meinung nach so gut wie keine Aussicht auf Erfolg, weil die Erzählungen abseits des zentralen Spiele-auf-Leben-und-Tod-Konzepts eben doch sehr verschieden sind.)

Platz 11 der besten Filme seit 2000

Quentin Tarantino ist aktuell gleich in zwei Folgen des Podcasts zu Gast gewesen, weil er darin seine Liste der 20 besten Filme des angebrochenen Jahrtausends vorgestellt hat – jeweils zehn Plätze pro Episode. „Battle Royale“ ist am Ende auf Platz 11 gelandet – und der „Once Upon A Time... In Hollywood“-Regisseur erinnert sich noch genau daran, wie er den Film damals zum ersten Mal gesehen hat. Kinji Fukasaku lud ihn nämlich zu einem privaten Vorab-Screening ein, als Tarantino gerade in Japan war, um passende Locations für sein kommendes Projekt „Kill Bill“ zu suchen:

Ich hatte keine Ahnung, was zum Teufel ich gleich sehen würde. Und heilige Scheiße! Ich weiß nicht einmal, was ich gesehen habe. Es war so krass ... Drei Monate später war ich beim Seattle Film Festival. Sie zeigten ‚Battle Royale‘ um Mitternacht. Das hatte noch niemand in Amerika gesehen. Ich ging zur Mitternachtsvorstellung und das war eine der aufregendsten Vorführungen, als ich auf den Filmbeginn wartete. Ich wusste, was das Publikum gleich sehen würde. Das hier wird mehr liefern, als irgendjemand auch nur ahnen kann! Niemand ist darauf vorbereitet, wie sehr das einschlagen wird. Dieses Wissen zu haben, war Macht.“

Die Plätze 10 bis 1 von Quentin Tarantinos Liste haben wir euch in der folgenden News vorgestellt:

"Mein Herz raste": Quentin Tarantino kürt brutalen Kriegsfilm zum besten Film des 21. Jahrhunderts

Aber ob geklaut oder nicht, das sollte euren Spaß an den „Panem“-Filmen nicht zwingend schmälern – und das Franchise scheint ja noch lange nicht am Ende zu sein, in ziemlich genau einem Jahr erscheint schließlich der insgesamt sechste Blockbuster der Reihe „Die Tribute von Panem - Sunrise On The Reaping“.

Darin verkörpert dann „Harry Potter“-Bösewicht Ralph Fiennes den mittelalten Präsident Snow, nachdem dieser in den vorherigen Filmen bereits von Donald Sutherland und Tom Blyth gespielt wurde. Einen ersten Trailer gibt es dazu auch schon:

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