Sylvester Stallone sollte in "Cliffhanger 2" die Hauptrolle spielen – und deswegen wird jetzt sogar vor Gericht gestritten
Björn Becher
Björn Becher
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Als zugelassener Rechtsanwalt interessiert sich Björn Becher auch für alle Filmthemen mit Jura-Bezug – von Justizfilmen über Fragen des Jugendschutzes bis hin Hollywoods Branchenprozessen.

Hinter den Kulissen des neuen „Cliffhanger“-Film fliegen die Fetzen, und der Kern des Streits ist – wie so oft in Hollywood – das liebe Geld. Dabei spielt eine entscheidende Rolle, dass Sylvester Stallone jetzt nicht (!) an dem Projekt mitwirkt.

StudioCanal

Am 3. September 2026 soll „Cliffhanger“ in die Kinos kommen. 33 Jahre nach dem Original „Cliffhanger - Nur die Starken überleben“ gibt es dann wieder Action am Berg. Der neue Film hat dabei eine bewegte Produktionsgeschichte hinter sich. Mehrere Regisseure waren an Bord und ursprünglich wurde das Projekt einmal mit Sylvester Stallone als Hauptdarsteller angekündigt. Der sollte wieder seine Figur Gabe Walker aus dem ersten Film verkörpern, der sich nun gemeinsam mit seiner Tochter Terroristen stellen muss.

Jetzt wird der Film ohne Stallone kommen. Lily James („Baby Driver“, „Swiped“) und Pierce Brosnan übernehmen die Hauptrollen, wobei die James-Bond-Ikone als Ersatz für Stallone angeheuert wurde. Dabei wurde natürlich auch das Drehbuch massiv überarbeitet, sodass es jetzt kein direkter Nachfolger zum Original mehr ist und Brosnans Figur einen anderen Namen hat.

Was hinter den Kulissen alles abgelaufen sein soll, ist Bestandteil eines Rechtsstreits. Im Zuge dessen kam auch ans Licht, warum genau Stallone beim neuen Film nicht dabei sein soll, obwohl er zuerst als Hauptdarsteller angekündigt war.

Der Rechtsstreit um den "Cliffhanger"-Reboot erklärt

Die beiden Filmproduzenten Neal H. Moritz („Fast & Furious“-Reihe) und Toby Jaffe („Bloodshot“) verklagen aktuell das für die Finanzierung des „Cliffhanger“-Reboots verantwortliche Unternehmen Rocket Science. Dabei geben sie den Finanziers die Schuld daran, dass Stallone nicht am Reboot beteiligt ist und argumentieren, dass dem Produzenten-Duo dadurch bares Geld entgehe.

Laut dem Branchenmagazin TheWrap behaupten Moritz und Jaffe in ihrer Klage, dass sie vor dem Filmrechtemarkt in Cannes 2023 dafür gesorgt hätten, dass es feste Zusagen von Sylvester Stallone und dem damals vorgesehenen Regisseur Ric Roman Waugh („Greenland“) gab. Als Projekt mit dem vermeintlichen Duo Stallone und Waugh wurden dann auch internationalen Verwertungsrechte für den neuen „Cliffhanger“ verkauft.

Der Plan sei es damals gewesen, im Herbst 2023 zu drehen. Stallone hätte da nämlich ein freies Zeitfenster vor der Arbeit an der zweiten Staffel seiner Serie „Tulsa King“ gehabt. Dies sei aber geplatzt – und das sei allein die Schuld von Rocket Science. Stallones Team hätte von Anfang an klargemacht, dass das Gehalt des Schauspielers vorab garantiert werden muss und dafür auf einem Treuhandkonto hinterlegt wird. Es ist eine Forderung, die in Hollywood gerne mal erhoben wird, wenn es Anlass zur Sorge gibt, dass eine Finanzierung auf wackeligen Beinen steht und ein Projekt vielleicht doch nicht klappt. Denn dann wird der Star trotzdem bezahlt.

"Das war ein Fehler": Sylvester Stallone bereut bis heute, dass er diesen gefeierten Thriller abgelehnt hat

Rocket Science habe sich laut den beiden Klägern geweigert, Stallones Gehalt auf diese Weise zu garantieren. Zudem habe es das Unternehmen nicht geschafft, eine Crew für einen Drehstart im Herbst 2023 anzuheuern. Daher habe auch Regisseur Waugh das Projekt verlassen.

Laut eigener Aussage haben Moritz und Jaffe noch einmal sehr viel Zeit aufgewendet, um Stallone zu überzeugen, bei einem neuen Anlauf im Frühjahr 2024 die Hauptrolle zu übernehmen. Doch der wollte sich – angeblich aufgrund der vorherigen Erfahrungen – nicht mehr verpflichten. Auch dafür gibt das klagende Duo Rocket Science die Schuld. Der Versuch, Russell Crowe, als ähnlich namhaften Nachfolger zu bekommen, sei ebenfalls gescheitert.

Dass „Cliffhanger“ jetzt nicht mit dem Duo Waugh/Stallone, sondern mit Pierce Brosnan unter der Regie von Jaume Collet-Serra („Carry On“) erscheint, habe massive finanzielle Auswirkungen. Moritz und Jaffe behaupten, dass von Rocket Science die Forderung an sie herangetragen wurde, auf ihre fest vereinbarten Honorare vorerst zu verzichten und diese auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, also erst einmal zu stunden.

Als Begründung werde unter anderem ins Feld geführt, dass internationale Rechtekäufer ihre garantierte Bezahlung reduziert hätten. Schließlich gingen sie davon aus, einen Stallone-Film zu kaufen, bekommen jetzt aber einen Brosnan-Film. Ohne den großen Namen des „Rocky“-Stars wollten die internationalen Verleihfirmen offenbar deutlich weniger für den Action-Film bezahlen.

Doch für Moritz und Jaffe ist dieser „Aufschub“ ein rotes Tuch. In ihrer Klageschrift machen sie deutlich, dass eine solche Verschiebung von Zahlungen in der Filmbranche ein enormes Risiko birgt. Es geht nicht nur darum, dass man später bezahlt wird. Vielmehr besteht die Gefahr, dass man am Ende nur einen Bruchteil seiner Gage erhält. Sie sehen auch nicht ein, jetzt das Risiko für einen Fehler zu tragen, den sie nicht zu verantworten haben. Schließlich hätten sie Stallone für das Projekt gewonnen. Dass er nicht dabei ist, sei allein die Schuld von Rocket Science.

Die Produzenten werfen den Beklagten dabei nicht nur den Bruch bestehender Verträge vor, sondern auch eine Verletzung des Grundsatzes von „Treu und Glauben“. Sie verlangen daher angeblich ausstehende Honorare und die grundsätzliche Anerkennung der ursprünglich getroffenen Vereinbarungen zur Bezahlung der Produzenten. Das Finanzunternehmen Rocket Science selbst hat zu den Vorwürfen noch keine Stellung genommen.

Wie die neue Version ohne Stallone wird, werden wir am 3. September 2026 in den Kinos sehen. Neben Lily James und Pierce Brosnan ist dann unter anderem auch der deutsche Charakterschauspieler Franz Rogowski („Passages“) in „Cliffhanger“ zu sehen. Mehr zu einem anderen Filmprojekt, bei dem es auch um sehr viel Geld gehen wird, erfahrt ihr in der folgenden Nachricht:

Der Spielzeug- und Sammel-Hype 2025 kommt ins Kino – vom Macher eines der besten Filme der letzten 10 Jahre

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