Dieser auf wahren Begebenheiten basierende Film lockte in Deutschland fast 3,5 Millionen Zuschauer in die Kinos – trotzdem ist er 30 Jahre später fast vergessen!
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

Für ihn wurde ein außerordentlich erfolgreicher Klassiker der Rapmusik geschrieben und in Deutschland war er einer der größten Kinohits des Jahres 1996. Trotzdem ist „Dangerous Minds“ heute kaum noch bekannt...

1996 drückte Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer den deutschen Kinocharts kräftig seinen Stempel auf: Damals eroberte das von ihm produzierte Michael-Bay-Action-Spektakel „The Rock“ mit Nicolas Cage und Sean Connery die hiesigen Leinwände und lockte stattliche 3,42 Millionen Menschen in die Kinos. Das reichte für Platz fünf der Jahrescharts. Und in Deutschland war eine Bruckheimer-Produktion 1996 sogar noch populärer: „Dangerous Minds“, eines der wenigen Dramen, die der „Fluch der Karibik“-Macher ins Kino entlassen hat.

Der Film, in dem „Batmans Rückkehr“-Star Michelle Pfeiffer eine sozial engagierte Lehrerin spielt, kam in Deutschland auf über 3,46 Millionen verkaufte Eintrittskarten und sicherte sich Rang vier der Kino-Jahrescharts 1996! Darüber hinaus hatte „Dangerous Minds“ massive Präsenz in den Musikcharts:

Der ikonische Rap-Klassiker „Gangsta's Paradise“ von Coolio und L.V. wurde für den Filmsoundtrack produziert – erschien in Deutschland allerdings schon 1995 in den Plattenläden, also im Jahr, in dem „Dangerous Minds“ in den US-Kinos anlief. Sechs Wochen hielt sich der Song auf Platz eins der hiesigen Verkaufscharts, 1996 eroberte er die Pole Position für zwei weitere Wochen zurück. Das Ende vom Lied: Für etwa eine Millionen verkaufte Tonträger wurde „Gangsta's Paradise“ mit Doppel-Platin ausgezeichnet.

Wenn ihr erfahren möchtet, wie Coolios größter Hit in das Schuldrama eingewoben wurde, Michelle Pfeiffer in einer schnittigen Lederjacke sehen möchtet oder einfach Lust auf ein Popcorn-Drama mit intensiven 1990er-Vibes habt: „Dangerous Minds“ ist auf Disney+ abrufbar!

Darum geht es in "Dangerous Minds"

Louanne Johnson (Michelle Pfeiffer) war früher bei den Marines, ist frisch von ihrem Ehemann getrennt und tritt in einen neuen Lebensabschnitt: Sie nimmt eine Stelle als Englischlehrerin an der Parkmont High School an – eine berüchtigte Schule in einem als Problemviertel geltenden Stadtteil.

Zunächst wird sie von ihren Schützlingen mit einer eiskalten Schulter oder gar offener, lautstarker Ablehnung begrüßt. Doch sobald Louanne den Lehrplan und das standardisierte Pädagogikhandbuch ignoriert, um mit unkonventionellen Lernmethoden das Vertrauen der Teenager zu gewinnen, findet sie wie erhofft einen Draht zu ihrer Klasse. Aber diese Methoden bringen der nunmehr beliebten Lehrerin bloß den Frust des Rektoren George Grandey (Courtney B. Vance) ein – insbesondere, als Louanne sich auch privat um das Wohl ihres Schülers Emilio (Wade Dominguez) sorgt...

Ein Kino-Hit wird zum TV-Fehlschlag

Bei einem Budget von geschätzt 23 Millionen Dollar nahm „Dangerous Minds“ weltweit fast 180 Millionen Dollar an den Kinokassen ein. Das Presseecho auf den Film fiel gemeinhin eher durchwachsen aus, doch bei der jugendlichen Kernzielgruppe fand er Anklang. So wurde „Dangerous Minds“ bei den MTV Movie Awards in vier Kategorien nominiert: Neben Nominierungen in den Sparten „Bester Filmsong“ und „Bester Film“ winkten sogleich zwei Nominierungen für Pfeiffer, nämlich für „Die beste weibliche Performance“ und als „Begehrenswerteste Frau“ des Filmjahres.

Die Vorlage für „Dangerous Minds“ war die 1992 veröffentlichte Autobiografie „My Posse Don't Do Homework“ der Lehrerin und Ex-Marine Marine Louanne Johnson, die 1989 an der Carlmont High School im kalifornischen Belmont anheuerte. Aufgrund des großen Kinoerfolgs von „Dangerous Minds“ wurde Johnsons Autobiografie kurz darauf erneut adaptiert: Im September 1996 startete der US-Fernsehsender ABC eine „Dangerous Minds – Eine Klasse für sich“ betitelte TV-Serie.

Darin verkörperte „Ghostbusters“-Star Annie Potts die Veteranin, die als Lehrerin mit außergewöhnlichen Methoden und Kumpel-Attitüde versucht, ihrer Klasse nicht nur Wissen, sondern auch Selbstbewusstsein und Freude zu vermitteln. Die Serie wurde aufgrund schwacher Einschaltquoten allerdings nach einer 17 Episoden langen Premierenstaffel wieder zu den Akten gelegt. Pfeiffer wiederum hat jegliche Sympathie für ihren Karrierestartschuss zu den Akten gelegt, wie ihr im folgenden Beitrag nachlesen könnt:

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