Er ist eine lebende Legende und (zu Recht) der Lieblingsregisseur vieler Menschen: Die Karriere von Martin Scorsese, verantwortlich für gefeierte Meisterwerke wie „Taxi Driver“, „GoodFellas“ und „Casino“, umspannt inzwischen sieben Dekaden. Ans Aufhören denkt der gestandene Regisseur, der einst als junger Vertreter der „New Hollywood“-Welle die Traumfabrik aufmischte, aber noch lange nicht.
Dafür ist Scorseses Liebe zum Kino, über das er sich gern und regelmäßig äußert, einfach zu groß. Ganz besonders liegen ihm dabei in die Jahre gekommene Filmklassiker am Herzen: 1990 gründete Scorsese die „Film Foundation“, die sich in Zusammenarbeit mit Filmstudios der Restaurierung von Kopien alter oder beschädigter Filme widmet.
Ein Grund für seinen Einsatz in der Filmkonservierung mag wohl darin begründet liegen, dass er von vielen dieser Filme einiges in Sachen Regie lernen konnte. Wissen, das er gern teilt: Vor Jahren verriet Martin Scorsese, welche zwei Filme er allen angehenden Regisseuren ans Herz legen würde.
StudioCanal UK
Ein skandalöser Thriller und ein metafiktionales Comedy-Drama
Wie der Telegraph neben vielen weiteren Medien zitiert, erklärte Martin Scorsese einst: „Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass ‚Augen der Angst – Peeping Tom‘ und ‚Achteinhalb‘ alles sagen, was man über das Filmemachen sagen kann, über den Umgang mit Filmen, ihre Objektivität und Subjektivität und die Verwirrung zwischen beiden.“
„Augen der Angst – Peeping Tom“ ist ein britischer Thriller von Regisseur Michael Powell aus dem Jahr 1960. Darin spielt ausgerechnet Karlheinz Böhm – zuvor noch als Kaiser Franz Joseph in der „Sissi“-Trilogie berühmt geworden – einen Fotografen und voyeuristischen Serienkiller.
Der Film, der heute auch dank Scorseses Engagement als Meisterwerk gilt, wurde damals wegen seiner Gewaltdarstellung von der Kritik zerrissen und der Zensur unterworfen. Zudem wirkte er sich sowohl auf die Karrieren von Michael Powell als auch Karlheinz Böhm äußerst negativ aus. Aktuell ist „Augen der Angst – Peeping Tom“ auf Amazon Prime Video erhältlich:
Der zweite Film, den Scorsese nennt, könnte sich nicht mehr von „Augen der Angst – Peeping Tom“ unterscheiden: In „Achteinhalb“ von 1963 erzählt der damals schon als Meisterregisseur geltende Federico Fellini von einem Filmemacher (gespielt von Marcello Mastroianni) in der Schaffenskrise. Während des Drehs seines neuesten Films verliert und verheddert sich der Regisseur in Tagträumen, während Chaos am Set herrscht und seine Ehe zu zerbrechen droht. Hier erhaltet ihr einen Blick in den Trailer dieses surrealen Comedy-Drams:
"Alles über Menschen erfahren, die Filme machen"
„‚Achteinhalb‘ fängt den Glamour und die Freude am Filmemachen ein, während ‚Augen der Angst – Peeping Tom‘ dessen Aggressivität zeigt, wie die Kamera verletzt“, kommentierte Martin Scorsese über diese beiden so unterschiedlichen Filme.
Zugleich betrachtet er sie als essenziel für filmsprachliches Verständnis: „Wenn man sie studiert, kann man alles über Menschen erfahren, die Filme machen, oder zumindest über Menschen, die sich durch Filme ausdrücken.“
Einen echten Geheimtipp von Martin Scorsese bekommt ihr im nachfolgenden Artikel:
"Er wird euch lange verfolgen": Diesen viel zu unbekannten Horrorfilm hält Martin Scorsese für ein Meisterwerk*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.