FSK-18-Tipp neu im Heimkino: Nach diesem Horrorfilm wollt ihr nie wieder Pärchenurlaub machen!
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

Wenn aus trauter Zweisamkeit zwecks ausgiebigem Körperkontakt ein ungeplanter Vier-Personen-Urlaub inklusive Kennenlernspaß, Eifersuchtsfrust und Provokationslust wird: Ab sofort gibt es den FSK-18-Horrorthriller „Bone Lake“ im Heimkino zu sehen!

Nun gut, nun gut: „Nie wieder Pärchenurlaub“ werdet ihr während des Abspanns von „Bone Lake“ womöglich ähnlich konsequent raunen, wie klischeegerechte Party-Studis an einem verkaterten Sonntagnachmittag den Satz „Nie wieder Alkohol“ stöhnen. Dennoch: Dieser Horrorthriller hat es raus, die Idee eines zweisamen Ausflugs inklusive ausgiebiger Intimitätsabsichten mittels knisternd-pikanter Eifersuchtsdramen und pikantem Misstrauen zielgenau zu torpedieren!

Zudem punktet er mit einem charismatisch aufspielenden Cast und einer Inszenierung in bester „Ich will in meiner kleinen, schlüpfrig-spannenden Nischenproduktion beweisen, was ich kann“-Manier. Wer nun Lust darauf verspürt, darf sich glücklich schätzen: „Bone Lake“ ist diese Woche als limitierte 4K-Edition ins Heimkino gekommen!

Das Mediabook enthält den Film auf 4K-Disc sowie auf regulärer Blu-ray. Als Bonusmaterial gibt es Interviews mit Regisseurin Mercedes Bryce Morgan und ihrem Cast, als haptisches Extra kommt ein 24-seitiges Booklet hinzu. Die Edition ist auf 777 Stück limitiert.

Falls euch das obig verlinkte Cover nicht gefällt: Es gibt eine Variante mit dem doppeldeutigen Alternativcover B* und eine mit dem stimmungsvoll-gemalten Cover C*. Auch diese Varianten sind limitiert (Cover B auf 333, Cover C auf 777 Stück). Und wenn es weniger physisch sein darf: „Bone Lake“ ist über Plattformen wie Amazon Prime Video* als VOD verfügbar.

Darum geht es in "Bone Lake"

Der bislang nur mäßig erfolgreiche Schriftsteller Diego (Marco Pigossi) und die Lektorin Sage (Maddie Hasson) freuen sich auf ihren wohlverdienten Pärchenurlaub. Doch der zweisamen Zeit voller Fleischeslust im geräumigen Anwesen am doppeldeutig „Bone Lake“ getauften See steht ein Problem im Weg: Auch Will (Alex Roe) und Cin (Andra Nechita) haben das Luxushaus gemietet. Und dieses Paar ist so gutaussehend und charmant, dass dem konfliktscheuen Gespann Diego & Sage nur eine Lösung zusagt:

Statt wegen dieses Buchungsfehlers zu zetern oder zu fliegen, arrangieren sich die Paare, denn das Schloss ist ja groß genug, um sich beim Herummachen nicht im Weg zu stehen. Zwischen den Schäferstündchen verbringen die Vier sogar gemeinsam Zeit und sprechen über Arbeits- wie Privatleben. Das gerät zwischendurch zwar kurz unangenehm, aber eingangs findet das Quartett zügig in die gesellige Spur zurück. Doch als Will und Cin voller Abenteuerlust Diego und Sage dazu bringen, die verschlossenen Räume im Anwesen zu untersuchen, kippt die Stimmung...

Angenehmes Warten auf den zünftigen Höhepunkt

Für den Verfasser dieses Heimkino-Tipps war „Bone Lake“ eine der angenehmsten Überraschungen des Kinojahres 2025. Zwar ist der FSK-18-Geheimtipp weder die blutigste noch die freizügigste, geschweige denn die expliziteste Produktion, die man sich angesichts ihrer Prämisse ausmalen kann. Jedoch ist der lüstern angehauchte Nervenkitzel ein sehr gefälliger Rücksturz in die Ära kompetent gemachter Videotheken-Entdeckungen:

Regisseurin Mercedes Bryce Morgan und Drehbuchautor Joshua Friedlander haushalten clever mit ihren Mitteln und machen das Warten auf die unvermeidliche Eskalation zum Vergnügen: Sage und Diego sind ein liebenswertes Pärchen mit scheu unter den Teppich gekehrten Sorgen und weggemurmelten Konflikten. Sie gehen neckisch und lustvoll miteinander um, wirken im Direktvergleich mit den selbstbewussten, extrovertierten und groß tönenden Cin und Will aber kleinlaut und prüde.

Das ist dank der sympathischen Besetzung kurzweilig und hat sogar Identifikationspotential. Und wie ununterbrochen der Weg zum deftig-befriedigend inszenierten Gewaltausbruch vorbereitet wird, ist klassisches Genre-Amüsement: Unstimmigkeiten innerhalb der Paare werden hochgekocht, der ständige Abgleich zwischen dem romantisch-niedlich-kleinlauten und dem zeigfreudig-sinnlich-provokanten Pärchen erzeugt Frustrationen, und dann kommen Fehlkommunikation sowie Affekte dazu. Eins ist sofort klar: Wenn sich die Paare nicht gegenseitig an die Gurgel gehen, dann untereinander!

Morgan fängt das mit Gespür für angespannte Mikroreaktionen ein – und sie bringt auch abseits der vorsichtig dosierten Sexzszenen die Luft zum Knistern: Wie sich die Figuren mit Blicken verzehren (oder verurteilen) überträgt sich direkt auf die Zuschauer*innen, und für eine kleine, schmuddelige Suspense-Produktion bietet „Bone Lake“ obendrein eine raffinierte Ästhetik dank vieler, prägnant gesetzter Grüntöne. Immerhin ist Grün in Kunst, Literatur und Volksmund ebenso die Farbe der Treue wie jener, die vor Eifersucht zerfressen sind. Keine schlechte Wahl also für diesen Verführungs- und Verachtungsthriller...

Ob ihr euch nach einem Doppel-Pärchen-Filmabend mit „Bone Lake“ noch grün seid, können wir derweil nicht vorhersehen – aber wir können euch folgenden Film ans Herz legen:

Wird euer Heimkino zum Beben bringen: Einer DER Katastrophenfilm-Blockbuster der 90er erscheint erstmals in 4K

*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren