Wer auf Serienkillerfilme auf den Spuren von David Finchers „Sieben“ steht, dürfte bei „Damaged“ gleich mal neugierig werden. Der Thriller scheint nicht nur die bekannten Zutaten des Genres zu vereinen, sondern auch prominente Gesichter vor der Kamera. Ab heute könnt ihr „Damaged“ bei Netflix bequem im Abo streamen.
Lohnt sich das? Wir stellen euch den Thriller mit u. a. Samuel L. Jackson, Vincent Cassel und John Hannah vor und sagen euch, warum ihr vielleicht lieber zu einer Alternative greifen solltet.
Das ist "Damaged"
Im schottischen Edinburgh wird ein brutaler Mord verübt. Das Opfer wird zerstückelt, der Täter hinterlässt Bibel-Verweise. Der ermittelnde Chief Inspector Glen Boyd (Gianni Capaldi) bekommt bald Besuch aus den USA. Denn Mordermittler Dan Lawson (Samuel L. Jackson) untersuchte vor fünf Jahren in Chicago gleich eine ganze Serie ähnlicher Taten, ohne dabei den Täter zu fangen. Ist der nun in Schottland wieder aktiv?
Boyd muss bald lernen, dass sein neuer Partner unberechenbar ist und ein Alkoholproblem hat. Doch trotzdem finden sie beide eine Spur. Der einen religiösen Kult anführende Colin McGregor (John Hannah) ist der ideale Tatverdächtige. Doch dessen Alibi scheint nicht zu knacken zu sein. Unterstützung könnte auch noch Lawsons Ex-Partner Walker Bravo (Vincent Cassel) bieten. Der hat nach der erfolglosen Ermittlung damals dem Alkohol und der Polizeiarbeit abgeschworen und lebt jetzt als Krimi-Autor in London...
Ein langweiliges und vorhersehbares Billig-"Sieben"
Trotz der prominenten Besetzung – in Nebenrollen sind u. a. noch Kate Dickie aus „Game Of Thrones“ und Laura Haddock aus „Guardians Of The Galaxy“ zu sehen – können wir für „Damaged“ nicht wirklich eine Empfehlung aussprechen. Eine offizielle FILMSTARTS-Kritik gibt es zwar nicht, aber der Autor dieser Zeilen hat „Damaged“ gesehen und kann sich dem vernichtenden Urteil des Gros der internationalen Presse anschließen. Auf RottenTomatoes steht der Film zurecht mit einem schlechten Tomatometer-Wert von 27 % da.
Denn die Idee von einem Serienkiller, der nun plötzlich in einem anderen Winkel der Welt tätig ist, hat zwar seine Faszination, es wird aber wenig daraus gemacht. Das beginnt mit den klischeehaften Figuren, die Dialoge aufsagen, die sich anhören, als wären sie aus allerlei anderen Genre-Werken zusammengeklaubt. Entgegen aller Werbematerialien, die Jackson und Cassel in den Mittelpunkt stellen (beide sind auch groß auf dem deutschen Cover), verkörpert übrigens der auch als Autor und Produzent hinter dem Projekt steckende Gianni Capaldi die Hauptfigur – einen natürlich von seinen eigenen Dämonen geplagten Cop, der unglaublich uninteressant bleibt.
Die von Capaldi entwickelte Story hat zwar einige Twists zu bieten, ist aber trotzdem langweilig und sehr vorhersehbar. Sehr uninspiriert versucht der TV-erfahrene Regisseur Terry McDonough (u. a. einzelne Episoden von „Better Call Saul“ und „Suits“) mit seiner Inszenierung immer wieder Spannung aufzubauen, was aber nicht gelingt. Einzig die wenigen Momente zwischen Jackson und Cassel stechen so positiv heraus.
Eine deutlich bessere Thriller-Alternative bekommt ihr im folgenden Artikel empfohlen:
Dieser 40 Jahre alte Reißer hat eine der besten Verfolgungsjagden der Kinogeschichte: Schockierender Polizei-Thriller erscheint erstmals in 4KDies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.