Unser heutiger Streaming-Tipp ist der kleine, meiner Meinung nach aber sehr feine Sci-Fi-Schocker „No One Will Save You“. In der Hauptrolle erwartet euch Kaitlyn Dever. Viele kennen die US-Amerikanerin zum Beispiel aus der langlebigen Sitcom „Last Man Standing“ oder als Abby aus Season 2 des postapokalyptischen Serien-Megahits „The Last Of Us“.
Ausführliche Infos über den Film und was mir so sehr an diesem gefällt, erfahrt ihr weiter unten in diesem Artikel. Oder ihr schaut einfach ganz unbeleckt selbst rein in einen clever geschriebenen und immer wieder überraschend verlaufenden Mix aus Alien-Invasion, Survival-Horror, Psycho-Thriller sowie Schuld-und-Sühne-Drama, der zu gleichen Teilen erschreckt und Spaß macht.
„No One Will Save You“ könnt ihr exklusiv auf Disney+ streamen:
"No One Will Save You": Das ist die Story
Die von ihrer Vergangenheit vor allem mental gezeichnete Brynn Adams (Kaitlyn Dever) lebt in einer schönen alten Hütte am Waldrand nahe einem Provinznest. Ihre kürzlich verstorbene Mutter (Lauren L. Murray) hat ihr das Anwesen vermacht, aber niemand in Mill River will etwas mit Brynn zu tun haben. So lebt die junge Frau allein vor sich hin. Während sie ihrer Arbeit als Schneiderin nachgeht, hört sie nostalgische Popsongs, spielt mit einer Modellbaustadt und schreibt Briefe an ihre offenbar einzige Freundin.
Eines Nachts wird Brynn dann aber durch ein lautes Geräusch aus dem Schlaf und auch aus ihrer einsamen Routine gerissen. Sofort ist sie sich sicher, dass jemand in ihr Heim eingedrungen sein muss. Panisch, aber auch ein wenig neugierig, geht sie nachschauen und erhascht schließlich einen Blick auf den Eindringling: einen Außerirdischen, der anscheinend auf der Suche nach irgendetwas das Haus durchkämmt. Als Brynn versucht, zu fliehen, gerät sie versehentlich in Kontakt mit der Kreatur und tötet sie in Notwehr. Doch das ist nur der Anfang einer Tortur ohne Gleichen…
Sci-Fi-Horror zum Mitfühlen
Besonders gut gefällt mir an „No One Will Save You“ Folgendes: Nach 20 Minuten (oder vielleicht auch schon nach Ansicht des eingangs eingebundenen Trailers!) glaubt man zu wissen, wie der Rest des Streifens ablaufen wird. Doch Drehbuchautor und Regisseur Brian Duffield („Zerplatzt“) wählt für seine Story immer wieder neue Richtungen, die ich zumindest so nicht habe kommen sehen. Und das ohne – wie es bei anderen Filmen leider häufig der Fall ist – die Nachvollziehbarkeit komplett flöten gehen zu lassen.
Das Ganze funktioniert bis zu seinem umwerfenden Finale (hier empfiehlt sich für den einen oder die andere wahrscheinlich eine zweite Sichtung) auch deshalb so gut, weil wir uns von Beginn an mit der Hauptfigur identifizieren können. Kaitlyn Dever ist großartig in einer Rolle, die keine nennenswerten Dialoge hat. Das Gros ihres Jobs muss die Schauspielerin mit ihren Augen, ihrer Mimik und ihrer Körpersprache erledigen – was ihr erstaunlich effizient und für uns als Zusehende berührend und mitreißend gelingt. Diese One-Woman-Show ist eine echte Tour-de-Force-Performance.
Und auch Duffield hat diesbezüglich seine Hausaufgaben gemacht. Wie unser Autor Sidney Schering in der hervorragende 4,5 von 5 möglichen Sternen vergebenden FILMSTARTS-Kritik zu „No One Will Save You“ analysiert, etabliert der Filmemacher seine Hauptfigur und ihre direkte Umgebung innerhalb der ersten Minuten sehr geschickt und authentisch.
Wir bekommen ein klares Gefühl für den Grundriss des Hauses und ebenso für Brynns Geisteshaltung vermittelt. Und das alles ohne Voiceover, Selbstgespräche oder irgendwelche anderen lahmen Expositions-Krücken. So können wir in der Folge problemlos mit ihr mitdenken, mitfühlen, mitleiden und auch mitkämpfen, wenn es dann zu den erstklassig choreografierten und von Dever top bewältigten Actionszenen kommt.
Die Aliens sehen, obwohl sie offenbar komplette CGI-Wesen sind, mit ihren spindeldürren Gliedmaßen und bedrohlichen Gesichtern klasse aus. Und auch die Laute, die sie von sich geben, sind schön furchterregend. Apropos Geräusche: Viel zum Gelingen tragen das brillante Sounddesign des zweifachen Emmy-Gewinners James Miller („Prey“, „The Last Of Us“) sowie der atmosphärisch dichte, elektronische und doch organisch klingende Score von „The Witcher“-Komponist Joseph Trapanese bei. Schaut euch „No One Will Save You“ an und lasst euch einfach in diese ungewöhnliche Geschichte fallen.
Einen zumindest in Bezug auf das Ausgangsszenario ähnlichen, dann aber doch sehr anderen neuen Sci-Fi-Horror samt Trailer stellen wir euch im folgenden Artikel vor:
Deutscher Trailer zu "Alien Blood - Die letzte Hoffnung": Creature-Horror trifft Sci-Fi-Thriller mit einem "Game Of Thrones"-Star*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.