Da die Streaming-Anbieter Woche für Woche neue Filme, Serien und Dokus in ihre Kataloge aufnehmen, kann man schon mal den Durchblick im Streaming-Dschungel verlieren. Abhilfe schaffen unsere sorgfältig kuratierten Film- und Serien-Tipps auf Netflix. Darunter finden sich Klassiker, in Vergessenheit geratene Filmperlen und persönliche Geheimfavoriten, die mit gültigem Abo alle ohne Zusatzkosten abrufbar sind.
Die aktuell größten Kinohits in Deutschland sind familienfreundliche Abenteuer und Detektivgeschichten („Woodwalkers 2“, „Die Drei ??? – Toteninsel“), eine starbesetzte Literaturverfilmung („Wuthering Heights“) und leichte Komödien wie „Extrawurst“. Das nehmen wir zum Anlass, um euch diesmal drei sehr sehenswerte Filme aus diesen Genres ans Herz zu legen.
"Paddington" (2014)
In einem gelungenen Familienfilm muss es spannend, emotional und witzig zugehen – schließlich soll er Groß und Klein unterhalten. Genau das gelingt der 2014 veröffentlichten Kinderbuchverfilmung „Paddington“ ganz wunderbar. Im Mittelpunkt der turbulenten Mixtur aus Real- und Animationsfilm steht der titelgebende Bär, der in seiner britischen Heimat seit fast 70 Jahren zu den beliebtesten Kinderbuchfiguren zählt.
In Deutschland wurde Paddington vor zwölf Jahren durch Paul Kings Verfilmung erst so richtig bekannt. Der Film schildert seine Versuche, in der britischen Metropole London ein neues Zuhause zu finden. Seine ursprüngliche Heimat, der peruanische Urwald, wurde durch ein Erdbeben zerstört. Doch zum Glück nimmt sich die Familie Brown seiner an. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen eine fiese Tierpräparatorin (Nicole Kidman) auf, die den seltenen Bären gerne ausgestopft in ihrer Sammlung hätte. Welches Chaos Paddington bei den Browns stiftet, verrät schon der Trailer, mit dem ihr euch auf den Film einstimmen könnt:
Regisseur King kennt sich mit familienkompatibler, kurzweiliger Unterhaltung aus, das bewies er zuletzt mit „Wonka“, dem Prequel zum Klassiker „Charlie und die Schokoladenfabrik“. Paddington favorisiert, anders als der spleenige Schokoladenfabrik-Besitzer, jedoch eher Marmelade aus Bitterorangen – und erweist sich in seinem Debütfilm als knuffiger, liebenswürdiger Protagonist mit hohem Identifikationspotential für die Allerkleinsten. King schildert Paddingtons Reise zu sich selbst mit ausgewiesener Detailverliebtheit sowie einem großen Gespür für subtilen Witz und allerlei (sympathische) Albernheiten, die nie zum Selbstzweck verkommen.
"Train Dreams" (2025)
Wir haben in der Vergangenheit schon öfter auf das viel zu unbekannte Netflix-Original verwiesen – und sprechen hiermit erneut eine klare Empfehlung für Clint Bentleys mehrere Jahrzehnte umspannendes Meisterwerk „Train Dreams“ aus. Der Film basiert auf Denis Johnsons gefeiertem, gleichnamigem Roman von 2012. Dieser war für den Pulitzer-Preis nominiert und für zahlreiche renommierte US-Medien (Esquire, The Economist) zählte er zu den besten Büchern des Jahres.
Und auch die Netflix-Verfilmung sorgte für Begeisterungsstürme. Auf Rotten Tomatoes kommt „Train Dreams“ auf phänomenale 95 % Kritiker-Zustimmung sowie 90 % beim Publikum (Stand: Ende Februar 2026). Buch und Film erzählen die Geschichte eines einfachen Holzfällers („Star Wars“-Star Joel Edgerton), der im Lauf seines Lebens im sich verändernden Amerika des 20. Jahrhunderts Liebe und Verlust erfährt.
Western, Drama, Romanze, Literaturverfilmung, Abenteuer: „Train Dreams“ vermengt Elemente all dieser Genres zu einem stimmigen großen Ganzen. Mit William H. Macy („Magnolia“) und Felicity Jones („Rogue One – A Star Wars Story“) ist Bentleys an malerischen Originalschauplätzen realisierter Film (gedreht wurde im pazifischen Nordwesten der USA) bis in die Nebenrollen erlesen besetzt. Unvergessen aber bleibt vor allem Hauptdarsteller Edgerton als traumatisierter Einzelgänger, der seinen Platz in der Welt sucht. Der 51-jährige Australier erweckt diese spannende Figur in einer faszinierenden, feinfühligen Darstellung zum Leben. Daneben begeistern die elegischen Bilder und die assoziative Erzählweise. „Train Dreams“ ist ein Muss für Fans langsam erzählter, entschleunigter Filme, die von Melancholie und einer traumartigen Stimmung durchzogen sind.
"Drei Amigos" (1986)
Unser dritter Filmtipp stammt aus der Sparte (in Vergessenheit geratener) „Klassiker der 80er“: „Drei Amigos“ von Komödien-Experte John Landis („Die Glücksritter“ „Der Prinz aus Zamunda“). Die Handlung der Showbiz- und Western-Parodie mutet ebenso schräg und abseitig an wie die offizielle Schreibweise des Originaltitels („¡Three Amigos!“).
Im Zentrum der Handlung stehen drei US-Cowboy-Darsteller (Chevy Chase, Martin Short, Steve Martin) aus der Stummfilmzeit, die nach dem Verlust ihrer Anstellung beim Film eine letzte Chance in Mexiko wittern. Sie glauben, im Nachbarland in einer Wild-West-Show in ihren angestammten Rollen als Revolverhelden aufzutreten. In Wahrheit jedoch sollen sie die Bewohner eines Dorfes von der Herrschaft des Banditen El Guapo und seiner Desperados befreien.
Zugegeben: Nicht alle Gags dieses Kult-Streifens zünden und manche der Gesangs- und Tanzeinlagen sind doch arg albern geraten. Sieht man darüber hinweg, erfreut der Kassenhit, der 1986 weltweit 39 Millionen Dollar eingespielt hat (entspricht heute einem Wert von fast 120 Millionen Dollar), mit deftigen One-Linern, Slapstick und klugen Anspielungen auf etliche Film-Klassiker. Von „Die glorreichen Sieben“ über "Töte Amigo" bis hin zu „The Wild Bunch“ – „Drei Amigos“ zieht diese Genre-Evergreens genüsslich durch den Kakao.
Darüber hinaus stimmt die Chemie zwischen den Hauptdarstellern, allen voran zwischen den Kult-Komikern Steven Martin und Chevy Chase. Und: Landis reichert seine charmante und mit Liebe zum Detail umgesetzte Persiflage mit kluger Kritik an der Oberflächlichkeit (und Schnelllebigkeit) des Filmbusiness an.
Turbulent ging es bei „Drei Amigos“ im Übrigen nicht nur vor der Kamera zu. Hier erfahrt ihr, welche Stars ursprünglich mitspielen sollten und welcher Meisterregisseur fast die Regie übernommen hätte:
Robin Williams als Westernheld unter der Regie von Steven Spielberg? Dieser Kultfilm hätte fast ganz anders ausgesehen