"Einer der größten Fehler meiner Karriere": Channing Tatum bereut, dass er seinem Lieblingsregisseur abgesagt hat, der ihm eine unerwartete Rolle anbot
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Vor rund 15 Jahren plante „Frankenstein“-Macher Guillermo del Toro eine ungewöhnliche Verfilmung von „Die Schöne und das Biest“ – und hatte für die Hauptrolle Channing Tatum im Kopf. Doch der war wegen eines Sci-Fi-Flops nicht verfügbar...

LEONINE

Mit Filmen wie „Step Up“, „Magic Mike“ und „21 Jump Street“ wurde Channing Tatum zum internationalen Superstar. Schon damals hat der 45-Jährige gezeigt, dass er in Komödien ebenso gut funktioniert wie in Actionfilmen oder dramatischen Rollen – und entsprechend vielseitig liest sich mittlerweile auch seine Filmografie. Zuletzt konnte Tatum u. a. im Thriller „Blink Twice“, der viel gelobten Tragikomödie „Der Hochstapler – Roofman“ oder dem in Sundance ausgezeichneten Missbrauchsdrama „Josephine“ überzeugen.

Doch trotz seiner Erfolge gibt es ein Projekt, das ihm bis heute nachhängt. Denn der Schauspieler ist überzeugt, vor rund 15 Jahren eine der spannendsten Rollen seiner Karriere verpasst zu haben – in einem nie realisierten Fantasyfilm von „Frankenstein“-Macher Guillermo del Toro.

Zu Beginn der 2010er-Jahre plante del Toro seine ganz eigene, düstere Interpretation des oft verfilmten französischen Volksmärchens „Die Schöne und das Biest“. Der besondere Kniff: Er wollte die allseits bekannte Geschichte aus der Perspektive des Biestes erzählen. Für genau diesen Part hatte er interessanterweise Channing Tatum im Blick, der damals vor allem über seine physische Attraktivität vermarktet wurde. Doch der „Haywire“-Star lehnte schweren Herzens ab.

Deshalb gab Channing Tatum Guillermo del Toro einen Korb

„[...] Ich war gerade Vater geworden, arbeitete an einem Film, der mich völlig erschöpfte, und das Drehbuch war noch nicht fertig“, erklärte Tatum gegenüber Vanity Fair. „Ich war mental einfach nicht in der Lage, das damals zu machen.“

Welcher Film ihn damals so erschöpfte, hat der in Alabama geborene US-Amerikaner nicht enthüllt – der wahrscheinlichste Kandidat dürfte allerdings der Sci-Fi-Blockbuster „Jupiter Ascending“ der „Matrix“-Macherinnen Lana und Lilly Wachowksi sein. Die logistisch anspruchsvolle Produktion zog sich über Monate hin, und Tatum machte später nie einen Hehl daraus, dass er schon während der Dreharbeiten mit einem Flop rechnete – eine Vorahnung, die sich bewahrheiten sollte.

Jupiter Ascending
Jupiter Ascending
Starttermin 5. Februar 2015 | 2 Std. 07 Min.
Von Lilly Wachowski, Lana Wachowski
Mit Mila Kunis, Channing Tatum, Sean Bean
Pressekritiken
2,1
User-Wertung
2,6
Filmstarts
3,0

Für Tatum war der Misserfolg der 175 Millionen schweren Weltraum-Oper sehr schmerzhaft – schließlich hatte er sich für den Film nicht nur verausgabt, sondern dafür obendrein auf die Zusammenarbeit mit einem von ihm bewunderten Regisseur verzichtet. „Das ist einer der größten Fehler meiner Karriere“, so der „Side Effects“-Darsteller merklich zerknirscht. „Ich bin der größte Fan von Guillermo del Toro. Ich glaube, ‚Die Schöne und das Biest‘ wäre der verrückteste Film aller Zeiten geworden.“

Das Projekt selbst hatte durchaus schon konkrete Formen angenommen. Del Toro arbeitete gemeinsam mit Autor Andrew Davies an einem Drehbuch, und für die weibliche Hauptrolle hatte der Filmemacher Emma Watson im Kopf – bemerkenswerterweise spielte sie die Figur in der erfolgreichen Disney-Realverfilmung von 2017 später tatsächlich.

Wie so oft in der Karriere von Guillermo del Toro scheiterte seine Vision von „Die Schöne und das Biest“ aber letztlich an der Finanzierung. Dasselbe gilt übrigens auch für einen anderen Film, bei dem es sich um ein absolutes Herzensprojekt des „Pans Labyinth“-Schöpfers handelte. Mehr dazu lest ihr im nachfolgenden Artikel:

Guillermo del Toro, James Cameron, Tom Cruise: Seit über 20 Jahren ist es keinem von ihnen gelungen, diesen Sci-Fi-Klassiker zu verfilmen

Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer französischen Schwesternseite AlloCiné erschienen.

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