Seit mittlerweile zwei Jahrzehnten beißen sich die größten Namen in Hollywood an einem ganz bestimmten Science-Fiction-Stoff die Zähne aus – darunter „Avatar“-Schöpfer James Cameron und „Mission: Impossible“-Megastar Tom Cruise. Regisseur Guillermo del Toro, dessen ebenfalls lang geplante „Frankenstein“-Verfilmung aktuell für neun Oscars nominiert ist, hat dem Projekt viele Jahre gewidmet – doch auch seine Adaption von H. P. Lovecrafts „Berge des Wahnsinns“ hat es letztlich nie auf die Leinwand geschafft.
Das ist "Berge des Wahnsinns"
„Berge des Wahnsinns“ erschien im Jahr 1936 und schildert die Expedition einer Gruppe von Forschern in die Arktis, wo sie inmitten eines gewaltigen Gebirges auf die Überreste einer uralten Zivilisation stoßen. Ihre anfängliche Faszination schlägt allerdings schnell in blankes Entsetzen um, als sie erkennen, dass dieser Ort von furchterregenden Wesen (bekannt als „die Alten“) bewohnt wird. Heute gilt der Roman längst als Klassiker des kosmischen Horrors – doch eine Verfilmung ist auch 90 Jahre später noch nicht in Sicht.
Del Toro begann bereits 2002, gemeinsam mit seinem langjährigen Weggefährten Matthew Robbins – mit dem er unter anderen an „Mimic“, „Crimson Peak“ und „Pinocchio“ gearbeitet hat – eine Adaption in Angriff zu nehmen. Obwohl sie sogar ein Drehbuch fertigstellten, blieb das Projekt aber lange in der Schwebe – und del Toro wendete sich zunächst anderen Stoffen wie „Hellboy“ oder „Pans Labyrinth“ zu. Erst acht Jahre später, nachdem er die Produktion von „Der Hobbit“ aufgrund zahlreicher Verzögerungen verlassen hatte, versuchte er sich erneut an „Berge des Wahnsinns“.
Auch James Cameron und Tom Cruise kamen an Bord ...
Nun schien die Verfilmung tatsächlich Gestalt anzunehmen: James Cameron wurde offiziell als Produzent bestätigt, und niemand Geringeres als Tom Cruise galt als Favorit für die Hauptrolle (die Universal Studios hätten allerdings – heute schwer vorzustellen – lieber „X-Men“-Star James McAvoy besetzt!). Cameron zeigte sich im Februar 2011 in einem Interview optimistisch im Hinblick auf die Zukunft von „Berge des Wahnsinns“ (via AlloCiné):
„Tom will den Film machen. Ich glaube nicht, dass bereits eine Einigung erzielt wurde, aber wir hoffen, dass bald alles geklärt ist. Guillermo arbeitet wie ein Besessener an einer neuen Drehbuchfassung. Wenn alles gut läuft, könnten wir im Juni oder Juli mit den Dreharbeiten beginnen.“
... doch letztlich scheiterte "Berge des Wahnsinns" am Geld!
Leider lief nicht alles gut: Um „Berge des Wahnsinns“ vorlagengetreu und nach den Vorstellungen von del Toro umsetzen zu können, wäre ein gigantisches Budget von 210 Millionen US-Dollar nötig gewesen – das sich schlussendlich als unüberwindbares Hindernis erwies. Universal zog den Stecker, und del Toro wechselte frustriert zu Warner Bros., wo er (übrigens für 243 Millionen Dollar!) einen anderen Blockbuster in Szene setzte: „Pacific Rim“.
Seitdem wagte er keinen neuen Versuch, „Berge des Wahnsinns“ ins Kino zu bringen. Im Jahr 2022 gewährte der Oscar-Gewinner („Shape Of Water“) seinen Fans aber immerhin einen kurzen Einblick in seinen einstigen großen Traum – in Form eines 25 Sekunden umfassenden CGI-Tests, den ihr euch hier ansehen könnt:
Zwischenzeitlich spielte del Toro noch mit dem Gedanken, die Geschichte mithilfe von Stop-Motion-Technik umzusetzen, wie er es etwa mit dem „Pinocchio“-Stoff gemacht hat. Doch auch daraus wurde nichts. Ob er im Zuge des aktuellen Erfolgs seines „Frankenstein“ doch nochmal einen neuen Versuch wagt? Sollte es dazu kommen, erfahrt ihr es natürlich sofort bei uns!
Ebenfalls unverwirklicht geblieben ist das Regiedebüt von Will Smith. Was der „Men In Black“-Star vorhatte, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
Vor 11 Jahren wollte Will Smith eine spektakuläre Mischung aus Bibel-Epos und Vampirfilm ins Kino bringen – doch ein Sci-Fi-Flop machte dem Projekt ein Ende!Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf unserer französischen Schwesternseite AlloCiné erschienen.