Seit rund zwei Wochen läuft das mit Spannung erwartete Biopic „Michael“ im Kino – und legte dort trotz überwiegend negativer Kritiken einen Rekordstart hin. So spülte der Film bereits am ersten Wochenende weltweit 217,3 Millionen US-Dollar in die Kinokassen, was ihn vor „Bohemian Rhapsody“ und „Oppenheimer“ zum erfolgreichsten Start eines Biopics aller Zeiten macht.
Wenig überraschend ist „Michael“ mit mittlerweile 439 Millionen Dollar auch der mit Abstand umsatzstärkste Film in der Vita von Regisseur Antoine Fuqua – obwohl der eher im Actionbereich beheimatete US-Amerikaner auch vorher schon so manchen Hit vorweisen konnte. Schließlich hat Fuqua die drei „The Equalizer“-Kracher aus der Taufe gehoben, mit „Olympus Has Fallen“ eine weitere erfolgreiche Actionreihe gestartet, „Die glorreichen Sieben“ ins 21. Jahrhundert geholt und Denzel Washington mit „Training Day“ seinen zweiten Oscar beschert.
Apropos Denzel Washington: Insgesamt fünf Filme hat Fuqua mit der lebenden Hollywood-Legende gedreht. Es wäre sogar noch einer mehr geworden, hätte er den Zuschlag für jenen Gangster-Thriller bekommen, der mit einem Box-Office-Umsatz von 269,8 Millionen US-Dollar bis heute auf Platz 2 der einträglichsten Filme mit Denzel Washington steht: „American Gangster“.
Denn im Jahr 2007 war zunächst Fuqua für die Regie von „American Gangster“ vorgesehen – doch aufgrund „kreativer Differenzen“ verlor er den Posten an Ridley Scott (der mit „Gladiator II“ übrigens auch den größten Hit von Denzel Washington verantwortet hat)! Das führte nicht nur zu erheblichen Verzögerungen bei den Dreharbeiten, sondern hängt dem 60-Jährigen auch bis heute nach:
„Es bricht mir das Herz, das laut auszusprechen. Damals wusste ich einfach noch nicht genug“, so Fuqua im Interview mit dem Hollywood Reporter (via Far Out Magazine). „Ich glaube nicht, dass ich die Situation richtig gehandhabt habe oder ein vollständiges Verständnis für das Geschäft hatte – etwa für finanzielle Verantwortung und den Druck, unter dem alle stehen. Man muss manchmal innehalten und das große Ganze betrachten. Dieser Film ist mir entglitten, und das wird mir immer das Herz brechen. Es wäre für mich die Chance gewesen, wieder mit Denzel zu arbeiten – und zwar in genau dem Genre, mit dem ich aufgewachsen bin und das ich liebe.“
„American Gangster“ dreht sich um den New Yorker Drogenboss Frank Lucas (Washington), der in den 1970er-Jahren ein riesiges Heroin-Netzwerk aufbaut, indem er die Ware direkt aus Südostasien in die USA schmuggeln lässt. Ihm auf den Fersen ist der Ermittler Richie Roberts (Russell Crowe), der versucht, Lucas und sein Imperium zu Fall zu bringen.
Der lose auf wahren Begebenheiten basierende Film war übrigens nicht nur erfolgreich, er kam auch bei der Kritik gut an. Wir von FILMSTARTS machten sogar hervorragende 4,5 von 5 Sternen locker, wobei es im Fazit der dazugehörigen Rezension heißt:
„‚American Gangster‘ ist großartiges Kino der alten Schule, ein atmosphärisch und stilistisch virtuoses Sittengemälde der Siebziger, das in den Spuren von ‚Die Unbestechlichen‘, ‚Der Pate‘, ‚Serpico‘ und ‚Scarface‘ trittsicher wandelt, dabei Gangster- und Cop-Strukturen wie in ‚Heat‘ aufbaut und beide Milieus gleichberechtigt schildert.“ Ob der Film unter der Regie von Antoine Fuqua genauso gut angekommen wäre? Wir werden es nie erfahren...
Sehr wohl wissen wir allerdings, dass sein Kriegs-Actioner von 2003 auf nicht allzu große Begeisterung stieß – und sich Fuqua beim Dreh obendrein mit Bruce Willis verkrachte. Mehr dazu lest ihr im folgenden Artikel:
"Die größte Nervensäge": Beim Dreh dieses Kriegs-Actionfilms hatten Bruce Willis und der "The Equalizer"-Regisseur mächtig ZoffFILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover, um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.
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