Es kam schon immer mal wieder vor, dass Netflix-Produktionen vor dem eigentlichen Streaming-Start zumindest ein bis zwei Wochen in einigen ausgewählten Kinos liefen, sei es für einen Marketing-Push oder für eine Qualifikation für die Oscars. Aber dann erreichte uns die Nachricht, dass die Netflix-Neuauflage von „Die Chroniken von Narnia“ zunächst ganz regulär für einige Zeit in den Kinos laufen soll – ein exklusives IMAX-Fenster inklusive.
Und das ergibt ja auch Sinn: Mit einem Budget von bis zu 320 Millionen Dollar hat „Barbie“-Regisseurin Greta Gerwig den neben dem etwa ebenso kostspieligen „The Electric State“ wahrscheinlich teuersten Netflix-Film aller Zeiten gedreht. Das ist noch mal deutlich mehr als bei den früheren Rekordtiteln „Red Notice“ (200 Millionen) und „The Gray Man“ (200 Millionen) und (225 Millionen) – da kämen die Kinoeinnahmen gerade recht, um einen Teil der gigantischen Kosten zu decken.
Trotz einer Ausnahme bleibt alles beim Alten
Aber bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, dass man so doch in Zukunft bei vergleichbar aufwendigen Produktionen ruhig öfter vorgehen könnte, hat Dan Lin solchen Überlegungen direkt einen Riegel vorgeschoben. So erklärte der Chef von Netflix‘ Filmabteilung in einem Gespräch mit der New York Times, dass „Die Chroniken von Narnia“ eine einmalige Ausnahme und keinesfalls ein Hinweis auf eine zukünftige Strategieänderung sei.
Zugleich betonte er, dass sich die Führungsetage des Streaming-Services auch sehr wohl bewusst sei, was das für Netflix bedeutet: „Es gibt eine Gruppe von Filmschaffenden, die immer noch eine Kinoerfahrung anstreben. Und wir haben akzeptiert, dass wir mit diesen Filmschaffenden nicht zusammenarbeiten werden.“
Kein Christopher Nolan für Netflix
Das dürfte noch immer eine ganze Reihe von Regisseur*innen betreffen. Darunter auch viele am Beginn ihrer Karriere, die trotzdem lieber einen Kinofilm als eine Streaming-Produktion drehen wollen. Aber zwei Namen kommen einem bei der Ansage von Dan Lin wohl zuallererst in den Sinn: Zum einen Steven Spielberg („Jurassic Park“), dessen UFO-Thriller „Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit“ bereits am morgigen Mittwoch in den deutschen Kinos starten wird.
Und zum anderen natürlich Christopher Nolan („Oppenheimer“), der weiterhin wie kaum jemand sonst die Fahne fürs Kino hochhält – und dafür mit seinen Stars Matt Damon, Tom Holland, Zendaya, Robert Pattinson und Anne Hathaway in die historische Schlacht zieht! Mein Kollege Marvin Bohr hat sogar gerade erst ein Video darüber gemacht, wie „The Dark Knight“-Mastermind Nolan all die verschiedenen Kino-Bildformate seines Historien-Blockbusters „Die Odyssee“ (Start: 16. Juli 2026) anpreist:
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