Als im Oktober 1988 die erste Klappe zu Tim Burtons „Batman“-Verfilmung fiel, waren die Aussichten auf einen Box-Office-Erfolg nicht gerade rosig. Das produzierende Studio Warner Bros. setzte nach Burtons vielversprechendem, höchst kreativem Debütfilm „Pee-Wee’s irre Abenteuer“ von 1985 und dem drei Jahre später erschienenen Kassenhit „Beetlejuice“ zwar große Stücke auf den damals 30-jährigen Kalifornier. Dennoch erschien vielen Beobachtern Burton noch viel zu unerfahren, um ein kostenintensives Big-Budget-Projekt wie „Batman“ zu realisieren.
Und neben der Tatsache, dass Superhelden- und Comicverfilmungen zu jener Zeit alles andere als in Mode waren, sorgte das Geschacher um die Besetzung des Batman-Gegenspielers Joker im Vorfeld des Drehs für allerlei Trubel. Ray Liotta, Robin Williams, Tim Curry, John Lithgow und sogar David Bowie – sie alle waren im Rennen um die begehrte Rolle.
Als grinsender Psychopath zum reichsten Schauspieler der Welt
Am Ende erhielt Jack Nicholson den Part des dauergrinsenden, psychopathischen Superschurken. Und sollte es nicht bereuen: Dank spezieller vertraglicher Klauseln brachte „Batman“ Nicholson geschätzt bis zu 90 Millionen US-Dollar ein. Er ist insgesamt 39 Minuten und 40 Sekunden während des 126-minütigen Films auf dem Bildschirm zu sehen – womit er fast 2,30 Millionen Dollar pro Minute verdiente. Der damals 52-jährige Oscar-Preisträger („Zeit der Zärtlichkeit“) wurde damit zum bis dahin bestbezahlten Schauspieler aller Zeiten.
Aus irgendeinem Grund schien Nicholson den Welterfolg des Films und mit ihm der gewaltigen, weltumspannenden Merchandising-Maschinerie geahnt zu haben. In den späten 80er Jahren betrug sein übliches Honorar für einen Film etwa 10 Millionen Dollar. Für „Batman“ einigte sich der Schauspieler mit Warner auf eine – vergleichsweise geringe – Gage in Höhe von sechs Millionen Dollar. Im Gegenzug ließ er sich eine Gewinnbeteiligung zusichern: an den Filmeinnahmen und den Erlösen aus den Merchandise-Artikeln.
Gewinnbeteiligung: Nicholson setzte Standards
Die Veröffentlichung des Films, der im August 1989 in Deutschland Premiere feierte, wurde von einer nie dagewesenen multimedialen und globalen Werbekampagne unterstützt. Am Ende standen allen Beteiligten, und allen voran Nicholson, die Dollar-Zeichen in den Augen. „Batman“ entwickelte sich mit einem Einspielergebnis von über 250 Millionen Dollar (411,6 Millionen Dollar weltweit) nicht nur zum größten Kassenschlager des Jahres in den USA. Er wurde gar zum fünfterfolgreichsten Film der gesamten 80er-Jahre!
Das Vorgehen, sich anteilig an den Filmeinnahmen beteiligen zu lassen, machte nach Nicholsons Coup unter seinen Kolleg*innrn Schule – und ist heute Standard bei Vertragsverhandlungen zwischen Schauspieler*innen und Filmstudios.
Während Burtons „Batman“ sicherlich zu den Höhepunkten in Jack Nicholsons Karriere zählt, gibt es einen Film, für den sich der Oscar-Preisträger schon regelrecht schämt. Um welchen es sich dabei handelt, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
"So peinlich wie kaum etwas anderes": Diesen Film hält Jack Nicholson für den absoluten Tiefpunkt seiner Karriere!