„Nicht mehr indiziert“ oder „Runter vom Index“ sind Hinweise, die ihr auf FILMSTARTS durchaus regelmäßig lesen könnt. Schließlich berichten wir immer wieder darüber, wenn etwa einst indizierte Filme doch noch grünes Licht von der FSK erhalten und endlich in voller Länge in den Handel kommen. Seit einigen Jahren häufen sich die Berichte dahingehend, da sich die Sehgewohnheiten immer weiter von denen aus jener Zeit entfernen, in denen einst noch vor allem für blutige Gelage verstärkt Indizierungen ausgesprochen wurden.
Im Falle von „Häutet sie lebend“ (1978) ist der Fall ein wenig anders. Denn der Exploitation-Reißer von Regisseur Mario Siciliano – in dessen Vita auch so schmissige Titel wie „Bettgeknister - Sexgeflüster“, „Schweinehunde beten nicht“ und „Schlitzohren im Manöver“ zu finden sind – landete einst sogar als um acht Minuten gekürzte VHS auf dem Index, bevor 2008 schließlich eine Folgeindizierung ausgesprochen wurde. Nach Ablauf des gängigen 25-Jahre-Fenster wurde also vor vergleichsweise kurzer Zeit festgestellt, dass der nihilistische Kriegsfilm-Reißer die Anforderung etwa für eine FSK-Freigabe ab 18 Jahren nach wie vor nicht erfüllt.
Nichtsdestotrotz erscheint der auch als „Unternehmen Wildgänse“ bekannte „Häutet sie lebend“ am 3. Oktober 2025 nun zum allerersten Mal in Deutschland komplett ungekürzt. Verleiher Video Classics hat sich der Uncut-Premiere angenommen und wird den Film in einer auf nur 500 Stück limitierten Auflage auf DVD veröffentlichen – was zunächst nach einer äußerst kleinen Stückzahl klingt. Am Ende dürfte aber wohl jeder Fan damit bedient werden…
Das ist "Unternehmen Wildgänse" alias "Häutet sie lebend"
In den Kommentaren unter einem Artikel bei Schnittberichte.com, durch den wir überhaupt erst auf die DVD-Veröffentlichung aufmerksam wurden, wird der Film unter anderem als „Machwerk“ beschrieben, das in den Sumpf des italienischen Exploitation-Kinos führe. „Erbarmungslos, ruppig und mit einer sturen Begeisterung für das Über-die-Stränge-Schlagen“ habe der Film kaum mehr als grobschlächtige Gewalt zu bieten, heißt es weiter.
Die Userwertungen in der IMDb fallen nicht viel besser aus. Unter anderem von einem „widerwärtigen und rassistischen Exploitation-Film“ sowie von „langweiligem Schmutz“ ist hier die Rede. Wer über eine Anschaffung nachdenkt, sollte seine Erwartungshaltung an den Film also wohl besser dahingehend anpassen…
Im Zentrum Kriegsfilms steht eine kompromisslose Söldtnertruppe, die den Auftrag hat, irgendwo in Afrika einen Diktator zu stürzen – und im Zuge ihrer Mission ein grausames Gemetzel nach dem anderen anrichtet.
Wer jedoch auf die Grenzen des guten Geschmacks sprengende Brutalo-Phantasien verzichten kann, ist mit der zwar ebenfalls durchaus ausufernden, am Ende aber dennoch ungleich bekömmlicheren Söldner-Saga, um die es im nachfolgenden Artikel geht, aber wohl besser dran: