Tobe Hoopers „Blutgericht in Texas“ ist nicht nur einer der verstörendsten und legendärsten Klassiker des Horror-Kinos, sondern legte auch den Grundstein für eine der berühmtesten Filmreihen innerhalb des Genres. Betrachtet man die zahlreichen Ableger, die im Laufe der Zeit folgten, ist das Original unter den „Texas Chainsaw Massacre“-Filmen so etwas wie das Stihl-Flaggschiff im Kettensägen-Vergleich: Das Ding hat richtig Power und ist damit wirklich nur etwas für diejenigen, die dieses Ungetüm auch handeln können – und erledigt seinen Job auch Jahrzehnte später noch effektiver als die neuen Modelle.
Vom ebenfalls noch durchaus kultig verehrten „Texas Chainsaw Massacre 2“ über Michael Bays Remake bis hin zu Netflix' Versuch, der Reihe neues Leben einzuhauchen: Das Franchise hat nicht nur erfolgreiche, sondern auch ziemlich schräge und abstruse Zeiten erlebt – und genießt bei hartgesottenen Terror-Aficionados auch großes Ansehen, weil es hier immer wieder deftig zur Sache geht. So deftig, dass die Filme hierzulande lange Zeit nur gekürzt erschienen sind. Oder gar nicht.
„Leatherface: Texas Chainsaw Massacre III“ gab es in Deutschland jahrzehntelang nur als illegales Bootleg – bis sich PLAION PICTURES im Jahr 2023 schließlich erbarmte und dem Film seine offizielle Heimkino-Premiere spendierte. Mehr als drei Jahrzehnte nach seinem Erscheinen! Die Fans stürzten sich selbstredend auf die limitierte Erstauflage*, die in Windeseile vergriffen war. Diese Woche steht nun endlich Nachschub ins Haus: Der Film erscheint am 7. August 2025 endlich (wieder) fürs Heimkino – als 3-Disc-Set, das keine Wünsche offenlässt.
Das aus zwei Blu-rays und einer DVD bestehende Konvolut enthält das Kettensägenmassaker nicht nur in der ungekürzten Kinofassung, sondern zusätzlich auch im Extended Cut – und zwar inklusive alternativem Ende, das in Sachen Härte noch einmal einen drauf legt und Kenner*innen lange Zeit nur von einem Rohschnitt bekannt war. In ausländischen Heimkino-Auswertungen des Films wurde das Finale in jener Form so schon länger als Bonus dazu gereicht.
Darüber hinaus kommt die Sammleredition im Digipack daher, das auch einige nennenswerte Boni enthält – etwa geschnittene Szenen, die fast halbstündige Dokumentation „The Saw Is Family“ sowie ein Booklet.
"Leatherface": Das ist "Texas Chainsaw Massacre III"
Michelle (Kate Hodge) steckt in einer Zwangslage: Sie muss mit ihrem verhassten Ex-Freund Ryan (William Butler) durch die USA reisen. In Texas wird ihre Fahrt durch eine groteske Polizeisperre unterbrochen, bei der zerstückelte Leichenteile auf der Straße liegen. Trotz der verstörenden Szene setzen sie ihre Reise fort, die düsteren Vorahnungen verdichten sich jedoch.
Mitten in der weiten Einöde werden die beiden plötzlich von einem unheimlichen Truck verfolgt. Die Begegnung mündet in einem tödlichen Duell mit einem maskierten Fremden, der eine besonders unbarmherzige Art hat, seine Motorsäge vorzustellen...
Eines sei an dieser Stelle gesagt: „Texas Chainsaw Massacre III“ ist durchaus prominent besetzt! Gut, Regisseur Jeff Burr („Pumpkinhead 2“, „Puppet Master 3“) wurde am Ende vor allem von Studios engagiert, um Horror-Fortsetzungen zu drehen, an die sich am Ende eh kaum jemand erinnern kann. Vor der Kamera konnte er hier aber einen durchaus respektablen Cast versammeln – zu dem unter anderem „Dawn Of The Dead“-Kultmime Ken Foree, der spätere „Herr der Ringe“-Star Viggo Mortensen sowie Tom Everett gehören, der im selben Jahr auch in Hollywood-Hits wie „Der mit dem Wolf tanzt“ und „Stirb langsam 2“ zu sehen war. Zudem sorgte kein Geringerer als Make-up-Guru Greg Nicotero für die grausigen Spezialeffekte.
Während es hier stellenweise genauso räudig zur Sache geht, wie man es von einem „Texas Chainsaw Massacre“-Film auch erwarten würde, gelingt es „Leatherface“ abseits der abgetrennten Körperteile allerdings nicht so recht, sich nachhaltig ins Gedächtnis zu brennen – zumindest nicht in das des Verfassers dieses Artikels. Doch nicht nur „TCM“-Komplettisten bietet sich mit der Neuauflage wieder eine tolle Chance, sich den Film in die Sammlung zu holen. Aufgrund seiner Historie gerade in Deutschland dürfte das Heimkino-Comeback völlig verident auf den Wunschlisten vieler Uncut-Enthusiasten stehen. Dass sich das gute Stück verkauft, zeigt ein Blick auf die aktuellen Amazon-Charts (und verwundert uns kein bisschen).
Im Laufe der Woche dürft ihr euch übrigens auch noch über ein weiteres Uncut-Highlight mit FSK 18 freuen. Alle Details zum brachialen Schlachten-Epos mit Starbesetzung gibt's hier:
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