Die meisten kennen John Wayne als mutigen Revolverhelden, bärbeißigen Marshal oder ehrbaren Sheriff aus den großen klassischen Western der 30er bis 50er-Jahre – darunter prägende Genre-Beiträge wie „Red River“, „Rio Grande“ und „Alamo“. Wayne (Spitzname: „The Duke“) war gewandt im Umgang mit dem Colt und entschied am Ende meistens das Duell für sich. Als etwas mürrischer aber doch in aller Regel empathischer Westmann, der das Herz am rechten Fleck hat, wurde er zu einem der populärsten Darsteller der Traumfabrik. Und zum Vorbild für Millionen Filmfans auf der Welt.
Wayne spielte insgesamt in über 170 Filmen mit, viele davon gelten als Meisterwerke. Und trotz dieser beeindruckenden Filmografie: Auch eine Legende wie John Wayne bereute gewisse berufliche Entscheidungen. Denn er lehnte in den letzten Zügen seiner fünfzigjährigen Schauspielkarriere das Mitwirken an einem Film ab, der sich zu einem der meistzitierten Polizei-Krimis überhaupt entwickeln sollte.
"Wie konnte ich mir diese Chance entgehen lassen?“
Wayne wurde Anfang der 70er-Jahre die Hauptrolle in Don Siegels späterem Kultfilm „Dirty Harry“ angeboten. Er sollte den harten Cop aus San Francisco spielen, der mit seiner 45er-Magnum die Straßen der Stadt von Verbrechern und fiesen Kriminellen säubert. Doch der 1,93 große Hüne lehnte ab und die Rolle ging bekanntlich an den ehemaligen Spagetti-Western-Helden Clint Eastwood.
In der im Jahr 2000 veröffentlichten Biografie „John Wayne: A Giant Shadow“ enthüllte die US-Schriftstellerin Carolyn McGivern, wie sehr Wayne bis an sein Lebensende mit dieser Entscheidung haderte. McGivern schreibt, dass er diesen „schrecklichen Fehler“ noch viele Jahre lang bereute und sich fragte: „Wie konnte ich mir diese Chance entgehen lassen?“
Es kam, wie es kommen musste: „Dirty Harry“ entwickelte sich zu einem enormen Kassenhit und Eastwood etablierte sich mit seiner intensiven, von roher Präsenz geprägten Darstellung endgültig zu einem der erfolgreichsten Schauspieler in Hollywood. Er erweiterte sein darstellerisches Spektrum entscheidend und spielte, aufgrund des Erfolgs, sogar noch in vier weiteren „Dirty Harry“-Filmen den raubeinigen, toughen Ermittler. Diese Entwicklung ging natürlich auch an Wayne nicht vorbei.
Um seine Fehlentscheidung wettzumachen, trat er vier Jahre später in dem thematisch ähnlich ausgerichteten Großstadt-Krimi „Brannigan – Ein Mann aus Stahl“ auf. Allerdings stieß der Polizeifilm bei Presse und Publikum auf wenig Resonanz. Dem damals bereits fast 70-Jährigen gelang der Imagewechsel vom Wild-West-Gesetzeshüter hin zum modernen Großstadt-Cop nicht mehr.
Wayne war in der Öffentlichkeit und bei Kolleg*innen bekannt für seine konservativen Ansichten und unterstützte lautstark die republikanische Partei. Und doch geriet selbst er in den 50er-Jahren in den Verdacht „kommunistischer Umtriebe“. Und das als bekennender Anti-Kommunist. Wie es dazu kam und alle Hintergründe zu diesem skurrilen Vorfall lest ihr hier:
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