1994 war ein großes Jahr für Samuel L. Jackson: Damals kam „Pulp Fiction“ in die Kinos, und damit nicht nur einer der legendärsten Filme in seiner Vita, sondern auch der Titel, der ihm seine erste (und bislang einzige) Oscar-Nominierung eingebracht hat. Und wenige Monate, bevor der Quentin-Tarantino-Hit zur Kinosensation wurde, brachte das hinter „Pulp Fiction“ stehende Studio Miramax bereits einen anderen Film mit Jackson ins Kino.
Der kam bei der US-Filmpresse ebenfalls gut an und landete letztlich sogar in diversen Jahresbestenlisten, darunter in der von Kritikergröße Roger Ebert. An den Kinokassen jedoch spielte das Sozial- und Rachedrama bloß eine untergeordnete Rolle. Nun könnt ihr es aber ganz leicht im Heimkino nachholen: Diese Woche ist „Fresh“ mit Samuel L. Jackson und „Breaking Bad“-Schurke Giancarlo Esposito auf Blu-ray erschienen!
Dies ist nicht die erste Blu-ray-Veröffentlichung des Films in Deutschland: Schon 2017 feierte „Fresh“ sein HD-Debüt im hiesigen Heimkino. Allerdings ist diese Auflage nur noch sporadisch auf dem Gebrauchtmarkt zu finden. Darüber hinaus basiert die Neuauflage auf einer frischen 4K-Restauration des Films. Als Bonusmaterial enthält die Blu-ray mehrere Interviews mit Cast und Crew.
Darum geht es in "Fresh"
Michael (Sean Nelson) wird von allen bloß Fresh genannt und hat sich bei seinem Vater Sam (Samuel L. Jackson) eine innige Passion fürs Schachspielen abgeguckt. Sam hatte einst sogar Meisterambitionen und erklärt seinem Jungen heute noch den Lauf der Welt anhand des anspruchsvollen, jahrhundertealten Spiels. Diese Ratschläge findet Fresh jedoch nur bedingt überzeugend, schließlich hat es Sam weder auf der Karriereleiter noch im Schachsport sonderlich weit gebracht.
Als Fresh mitansehen muss, wie einer seiner Freunde und eine Mitschülerin von einem Drogendealer erschossen werden, glaubt er allerdings, seine Schachkenntnisse gebrauchen zu können: Er heckt einen kühl kalkulierten Racheplan aus und will zwei Gangsterbosse gegeneinander ausspielen, damit sie keine Gefahr mehr darstellen und er aufhören kann, für den fiesen Drogenbaron Esteban (Giancarlo Esposito) zu arbeiten. Aber ist Freshs riskante, komplexe Strategie wirklich hieb- und stichfest?!
Wer weiß: Vielleicht wäre „Fresh“ bekannter geworden, wäre der Film nicht im Vorfeld von „Pulp Fiction“ in die US-Kinos gelangt, sondern erst im Fahrwasser des Tarantino-Kults – schließlich hätte er dann von Samuel L. Jacksons gesteigerter Prominenz profitiert.
Kritikerlegende Roger Ebert zählte in seinem Jahresrückblick jedenfalls sowohl „Pulp Fiction“ als auch „Fresh“ zu den Highlights des Kinojahres 1994: Er nahm beide in seine Top Ten auf und lobte „Fresh“ als „einen der am besten gespielten und geschriebenen Filme des Jahres“. Unter anderem lobte er die subtile Weise, mit der Regisseur und Autor Boaz Yakin den Plot einfädelt, sowie den Schlussakt, der für Ebert „Einfallsreichtum und Logik pur“ darstellt.
Janet Maslin von der New York Times wiederum stellte neben Yakins „durchdachter Inszenierung“ den punktgenauen Einsatz von Gewaltspitzen lobend heraus, da „Fresh“ selten brutal wird – aber wenn, dann mit schmerzlichem Eindruck.
Nach „Fresh“ inszenierte Yakin unter anderem das Rassismus- und Sport-Drama „Gegen jede Regel“ mit Denzel Washington in der Hauptrolle, als Produzent wirkte er indes am Folter-Horror „Hostel“ mit. Und wenn ihr nun Lust bekommen habt, den Samuel L. Jackson der 1990er-Jahre weiter in Aktion zu erleben, dann werft doch einen Blick auf unseren folgenden Streaming-Tipp:
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