Tarantino und Schwarzenegger sollten diesen Sci-Fi-Klassiker neu drehen – stattdessen wurde eine Hit-Serie daraus
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

Bevor er „Jurassic Park“ geschrieben hat, verfasste und inszenierte Michael Crichton den einflussreichen Sci-Fi-Film „Westworld“ über einen Themenpark, dessen Androiden den Aufstand wagen. Daran sollten Schwarzenegger und Tarantino anschließen...

Schriftsteller Michael Crichton hat der Disney-Themenparkattraktion „Pirates Of The Caribbean“ allerhand zu verdanken: Einer seiner finalen Romane war das einige „Fluch der Karibik“-Anleihen aufweisende Piratenabenteuer „Gold“. In „Jurassic Park“ nimmt er seine Eindrücke aus Disney-Parks und überträgt sie auf die Horrorvision eines Dino-Themenparks mit schlechten Sicherheitsvorkehrungen. Und der von Crichton geschriebene sowie inszenierte Sci-Fi-Film „Westworld“ entwirft das hypothetische Szenario, was wäre, wenn jemand Disney-Parks technisch weiterentwickeln und von Moral befreien würde.

Das sorgte für klingelnde Kinokassen und wurde 1973 von der Filmpresse als gelungene Nervenkitzel-Unterhaltung bezeichnet, die zum Nachdenken über Ethik und die Gefahren maßloser Technologie-Innovationen anregt. Drei Jahre später folgte eine Kinofortsetzung, vier weitere Jahre später eine kurzlebige Fernsehserie namens „Beyond Westworld“.

2016 brachten Produzent J.J. Abrams und das Kreativteam Lisa Joy & Jonathan Nolan Crichtons Grundidee zurück auf die Fernsehbildschirme – und zumindest die erste Staffel „Westworld“ war ein international viel beachtetes TV-Phänomen. Zwischen den beiden „Westworld“-Serien wäre es aber beinahe zu einer Kino-Neuauflage gekommen. Und für die waren kurzzeitig Arnold Schwarzenegger und Quentin Tarantino im Gespräch!

Darum geht es in "Westworld"

Im weitläufigen Themenpark Delos haben Vergnügungssüchtige die Möglichkeit, durch Nachbildungen des alten Roms, prächtiger Burgen oder des Wilden Westens zu schlendern. Dafür müssen sie zwar einen stolzen Eintrittspreis berappen, doch dafür wird ihnen die Luxuserfahrung geboten, dass täuschend echte Androiden diese Themenwelten nicht nur mit (künstlichem) Leben füllen – sondern auch mit Unterwürfigkeit.

Die Maschinen stehen für sämtliche Begierde des Publikums zu Diensten – also auch für Sexfantasien oder eiskalte Duelle. Dabei gilt eine eiserne Regel: Die Androiden sind reines Kanonenfutter, sie dürfen dem zahlenden Publikum kein Leid zufügen! Zwei Kumpel wollen während ihres Besuchs sämtliche Androiden abknallen. Doch plötzlich entwickeln die künstlichen Intelligenzen ein wehrhaftes Bewusstsein und blasen zur Menschenjagd!

Ein Remake, das durch viele Hände ging

Schwarzenegger ist glühender Fan von „Westworld“ und nennt den Film als Inspiration, sich später für die Rolle des Terminator im von James Cameron gestarteten Hit-Franchise zu entscheiden. Insofern schien es nur konsequent, als Schwarzenegger 2002 verkündete, direkt nach „Terminator 3“ mit der Arbeit an einem „Westworld“-Remake zu beginnen.

„Ich liebe das Original, seit ich es 1973 gesehen habe, und möchte schon seit Jahren eine Neuverfilmung drehen. Nachdem ich das Projekt schon einige Zeit verfolge, freut es mich riesig, dass es nun mit Warner Bros. Gestalt annimmt“, ließ er damals das Branchenportal Variety wissen.

Später wurde bekannt, dass die „Terminator 3“-Autoren Michael Ferris & John Brancato angeheuert wurden, das Drehbuch zu verfassen, das Projekt aber in der Entwicklungsphase nicht richtig Fahrt aufgenommen hat. 2005 stieg Schwarzenegger aus und „The Cell“-Regisseur Tarsem Singh stieß laut IGN neu zum „Westworld“-Remake dazu.

Später wurde der Drehbuchautor Billy Ray („Captain Phillips“) neu ins Boot geholt – und nachdem Singh dem Remake den Rücken zugewandt hat, wurde das Projekt Quentin Tarantino angeboten, wie er The Playlist verriet. Anders als Schwarzenegger, der gesteigertes Interesse an dem Stoff hatte, lehnte Tarantino „Westworld“ nach kurzer Bedenkzeit ab. Etwas später wanderte das Unterfangen, „Westworld“ neu aufzulegen, ins Fernsehen – der Rest ist TV-Geschichte.

Der „Kill Bill“-Regisseur hatte übrigens auch die Chance, einen anderen Stoff voller Action anzupacken. Weshalb er ihn hat abgelehnt hat und warum er das rückblickend bereut, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Quentin Tarantino bereut es, einen Action-Thriller nicht gemacht zu haben – die Hauptfigur spielte später dann Jason Statham

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