Es machte ganz schön Schlagzeilen, als John Mathieson sich kritisch über „Gladiator II“ äußerte. Schließlich war der zweifach oscarnominierte Kameramann für die Bilder des Historien-Sequels von Ridley Scott verantwortlich – wie auch schon beim Vorgänger „Gladiator“. Doch in einem Podcast erklärte er im Herbst 2024, dass die Arbeitsweise von Scott mittlerweile „achtlos“ und „übereilt“ sei, worunter die Qualität der Filme leide.
Dass der Regisseur nun mit mehreren Kameras jede Szene drehe, sei „faul“. Es sei dem Umstand geschuldet, dass der Filmemacher, der sich gerne öffentlich für seine kurzen Drehzeiten lobt, alles „schnell, schnell“ machen wolle. Vor allem die Beleuchtung leide unter dem parallelen Einsatz mit mehreren Kameras. Schließlich kann man diese dann nicht perfekt auf eine abstimmen. Deswegen sehen die älteren Filme des Regisseurs besser aus. Die ausführliche Kritik von Mathieson ist in diesem Artikel nachzulesen:
"Achtlos" und "übereilt": "Gladiator 2"-Kameramann kritisiert Ridley Scott [UPDATE]Der Kameramann ruderte später etwas zurück und erklärte, dass seine Aussagen durch den unglücklichen Schnitt einer zweistündigen Unterhaltung auf einen 30 Minuten dauernden Podcast aus dem Zusammenhang gerissen sein. Sie wirken daher kritischer als sie eigentlich von ihm gemeint waren. Doch trotzdem hat Scott dem Mitstreiter, der für ihn neben den beiden „Gladiator“-Filmen auch noch „Kingdom Of Heaven“, „Robin Hood“, „Hannibal“ und „Tricks“ bebilderte, nicht verziehen – im Gegenteil.
Scott über Mathieson: "Vielleicht hatte er ein paar Bier zu viel"
Im Gespräch mit DazedDigital.com machte Ridley Scott nun deutlich, dass sich für ihn die Zusammenarbeit damit erledigt hat: „Er hat in einem Podcast etwas wirklich Abgefahrenes gesagt. Ich dachte nur: ‚Was?! WAS!!!‘ Und das war's dann. Sorry, Kumpel. Das war's.“ Der „Alien“- und „Blade Runner“-Regisseur stellt danach sogar noch die Behauptung in den Raum, dass Mathieson womöglich nicht ganz zurechnungsfähig war, als er seine Kritik äußerte: „Vielleicht hatte er ein paar Bier zu viel.“
Aktuell bereitet Scott laut eigener Aussage neben mehreren anderen Projekten auch „Gladiator III“ vor. „Ohne Zweifel“ wolle man den Film machen. Er sei aktuell auf einem „Konferenzraum-Level“, womit Scott wohl darauf anspielt, dass jetzt die Führungskräfte beim Hollywood-Studio Dinge wie Budget etc. abnicken müssen.
Neuer Kameramann für "Gladiator III" gesucht!
Wer „Gladiator III“ dann statt Mathieson bebildert, wird eine spannende Frage. Seinen neuen Film, das Sci-Fi-Drama „The Dog Stars“, hat er mit Erik Messerschmidt gedreht. Der Oscarpreisträger (für „Mank“) war bislang vor allem für David Fincher tätig (und filmt für diesen gerade das Tarantino-Sequel „The Adventures Of Cliff Booth“). Das erste gemeinsame Projekt „The Dog Stars“ ist laut Scott richtig gelungen, wie er im selben Interview auch enthüllte. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:
Sogar besser als "Alien" und "Blade Runner"?! Ridley Scott heizt Vorfreude auf seinen neuen Sci-Fi-Thriller mächtig anScott scheint von der Zusammenarbeit sehr angetan und glaubt, dass es für Messerschmidt ebenfalls so war. Der ist bislang eigentlich eine ganz andere Arbeitsweise gewohnt. Denn Fincher ist besonders bekannt dafür, sehr viele Versionen zu drehen, die Schauspieler*innen mehrfach jede Szene wiederholen zu lassen, um dann später daraus die bestmögliche Version zu erstellen. Doch Scott glaubt, dass Messerschmidt seinen Ansatz, die Szene einmal zu filmen und dabei gleich acht Kameras laufen zu lassen, „ziemlich gemocht hat“.
Wie wichtig der Chef-Kameramann ist und was passieren kann, wenn man den sogenannten Director Of Photography mit der Person verwechselt, die einfach nur die Kamera bedient, zeigt übrigens eine amüsante Geschichte über das legendäre Scheitern eines 130 Millionen Dollar teuren Fantasy-Epos. Mehr dazu gibt es im folgenden Artikel:
130 Millionen Dollar teures Fantasy-Epos sollte "Avatar" Konkurrenz machen – doch der Macher wusste nicht mal, was ein Kameramann ist