Mit seinem 14. Spielfilm, „Der Soldat James Ryan“, definierte Regie-Legende Steven Spielberg 1998 das Genre „Kriegsfilm“ neu. Selten zuvor wurden kriegerische Handlungen so realistisch in Szene gesetzt und allein die über 20-minütige Eröffnungssequenz, die die Landung der Alliierten am D-Day zeigt, ist an Intensität kaum zu überbieten. Entsprechend begeistert zeigte sich die Kritik von Spielbergs schonungslosem, konsequent authentischen Kriegsfilm und auch beim Publikum kam der Film sehr gut an.
Mit einem Einspielergebnis von 480 Millionen Dollar hielt „Der Soldat James Ryan“ viele Jahre lang den Rekord als kommerziell erfolgreichster Kriegsfilm aller Zeiten. Am Ende standen zudem fünf Oscars, unter anderem für die beste Regie. Spielbergs Mühen lohnten sich. Denn der Dreh des Films, ebenso wie die Planungen und Vorbereitungen, waren zermürbend und mit viel Aufwand verbunden.
Allein für die Besetzung der titelgebenden, von Matt Damon gespielten Figur James Ryan kamen im Vorfeld einige namhafte Schauspieler in Betracht, darunter Edward Norton. Doch dass Spielberg überhaupt erst auf Damon aufmerksam wurde, hat er seinem alten Freund und beruflichen Weggefährten Robin Williams zu verdanken.
"Er hatte das Aussehen eines typischen Amerikaners"
Steven Spielberg kannte Robin Williams seit 1991, als er ihn in seinem Fantasyfilm „Hook“ als erwachsen gewordenen Peter Pan besetzte. Spielberg und Williams blieben auch nach Ende der Dreharbeiten Freunde und hielten engen Kontakt. Diese gute Verbindung sollte sich im Hinblick auf die Besetzung von Private Ryan, immerhin eine der entscheidenden Figuren im Film, schließlich auszahlen. 1997 besuchte Spielberg das Set von „Good Will Hunting“ und wurde von Williams, der in dem oscargekrönten Drama eine der Hauptrollen spielte, mit Damon bekannt gemacht.
„Robin Williams hat uns vorgestellt“, erzählte Spielberg dem Filmkritiker Roger Ebert über seine erste Begegnung mit Damon. Der Regisseur hatte sich für die Rolle des James Ryan einen harmlos und unscheinbar aussehenden „Durchschnittsamerikaner“ gewünscht. Und er fand ihn schließlich in dem damals 28-jährigen, zum Zeitpunkt der Dreharbeiten von „Good Will Hunting“ noch weitgehend unbekannten Damon. „Ich fand, er hatte das Aussehen eines typischen Amerikaners und war außerdem ein guter Schauspieler“, so Spielberg.
Unerwarteter Weltruhm
Was Spielberg nicht ahnen konnte, war, dass sich Damons Bekanntheitsgrad mit „Good Will Hunting“, der drei Monate nach Ende der Dreharbeiten zu „James Ryan“ in die Kinos kam, schlagartig ändern sollte. Denn mit „Good Will Hunting“ wurden Damon und sein Darsteller-Kollege Ben Affleck plötzlich weltberühmt: Im März 1998 gewannen die beiden den Oscar für das beste Original-Drehbuch. Spielberg erklärte dazu: „Wer hätte ahnen können, dass er über Nacht zum Filmstar werden [...] und nicht der unbekannte Schauspieler bleiben würde, den ich mir vorgestellt hatte?“
Als „James Ryan“ im Oktober 1998 in Deutschland in den Kinos startete, war Matt Damon also längst ein international gefeierter Star. Aber wer weiß, womöglich trug am Ende gerade die Tatsache, dass Damon zu jener Zeit zu den gehyptesten jungen Darstellern der Traumfabrik zählte, letztlich zum großen Erfolg des Films bei.
Nur wenige Jahre nach den großen Erfolgen mit „Good Will Hunting“ und „Der Soldat James Ryan“ kam Damons Karriere ins Stocken. Es waren die frühen 2000er und Damon erhielt ein Jahr lang keine Angebote für Filmrollen. Den Grund dafür sieht der Schauspieler in zwei Filmen aus dem Jahr 2000, die sich zu gewaltigen Misserfolgen entwickelten. In nachfolgendem Artikel lest ihr, welche Werke beinahe Damons Karriere beendet hätten:
"Ich habe ein Jahr lang keine Angebote bekommen": Diese beiden Mega-Flops hätten fast die Karriere von Matt Damon ruiniert