Statistikverrückte können hitzig darüber steigern, wie der kommerzielle Erfolg eines Kinofilms gemessen werden soll: Nach verkauften Eintrittskarten, dem Einspielergebnis oder den inflationsbereinigten Einnahmen. Und auf die Gefahr hin, solch eine Debatte anzustoßen: „The Sound Of Music“ (auch bekannt als „Meine Lieder, meine Träume“) erhält bald ein Heimkino-Upgrade – und somit einer der größten Kinoerfolge der Filmgeschichte.
Jedenfalls inflationsbereinigt, denn seine Gesamteinnahmen von über 286 Millionen Dollar belaufen sich unter Berücksichtigung der Inflation auf ein Ergebnis von über drei Milliarden Dollar. Das reicht für einen Platz in der Top Ten der größten, noch verbuchten Kassenschlager der inflationsbereinigten Filmhistorie. Und am 7. November 2025 erscheint „The Sound Of Music“ erstmals im deutschen Heimkino als 4K-Disc!
Darum geht es in "The Sound Of Music"
Novizin Maria (Julie Andrews) ist zwar gutherzig, doch alles andere als eine mustergültige Jungnonne: Sie ist unpünktlich, ansteckend gut gelaunt und immerzu damit beschäftigt, zu trällern. Also wird sie von Mutter Oberin (Peggy Wood) ermahnt: Maria soll sich endlich darüber klar werden, ob sie wirklich plant, eine Nonne zu werden!
Daher wird sie auf Probe als Kindermädchen zur Familie von Trapp geschickt, damit sie überprüfen kann, ob sie sich vielleicht nach dem Leben außerhalb des Klosters sehnt. So lernt sie den verwitweten Kapitän von Trapp (Christopher Plummer) kennen, der seine sieben Kinder nach militärischem Vorbild erzieht. Maria steuert leichtfüßig und mit viel Musik dagegen – und erweicht alsbald das Herz des Adligen. Es könnte alles so harmonisch sein, würden außerhalb des Familienidylls nicht die Nazis an Macht gelangen...
Ein US-Megaphänomen mit deutschen Kinowurzeln
Familienzusammenhalt, immenser Optimismus, schmalzig geschmetterte Ohrwürmer, ein paar dramatische Zwischentöne, eine ordentliche Prise Heimatkitsch und zwischendurch wird als deutliches Signal gegen den Faschismus von einer der Hauptfiguren die Hakenkreuzflagge zerrissen: „The Sound Of Music“ mag auf Uneingeweihte wie ein Stoff wirken, den sich so nur Hollywood ausdenken kann. Doch weit gefehlt!
Der von Robert Wise inszenierte und Ernst Lehman verfasste Musicalhit, der vor allem in den USA immer noch ein heimeliges Stück Kulturgut darstellt, basiert auf einem ebenfalls äußerst populären Bühnenmusical. Das wurde von Howard Lindsay und Russel Crouse verfasst und mit Musik vom einflussreichen Duo Richard Rodgers & Oscar Hammerstein versehen, welches zeitweise den Klang des Broadways regelrecht dominierte.
Die Idee zum Musical hatte rein kommerziellen Ursprung: Bühnenregisseur Vincent J. Donehue und Produzent Leland Hayward suchten Ende der 1950er-Jahre nach einem garantierten Hit für die damalige Bühnengröße Mary Martin und stolperten im Zuge dessen über den deutschen Rekordfilm „Die Trapp-Familie“. Der mag nunmehr weitestgehend in Vergessenheit geraten zu sein, war aber hierzulande ein ungeheuerlicher Renner – und ihr könnt ihn ganz mühelos im Heimkino nachholen:
Nicht "Der Schuh des Manitu": Den WIRKLICH erfolgreichsten deutschen Film aller Zeiten findet ihr im HeimkinoDer dramatische, gelegentlich ein paar Schmunzler gestattende Kassenschlager „Die Trapp-Familie“ wiederum basiert auf der wahren Lebensgeschichte der Baronin Maria von Trapp, die als Novizin einen Witwer kennenlernte, sich in ihn verliebte, seinen Kindern Musik näher gebracht hat und mit der Familie vor den Nazis in die Vereinigten Staaten floh. Die amerikanisierte Neuinterpretation der Trapp-Lebensgeschichte stieß beim deutschen Kinopublikum auf wenig Gegenliebe:
Vielleicht sträubte man sich 1965 davor, eine zuckrig-heitere US-Verarbeitung deutsch-österreichischer Geschichte zu akzeptieren, womöglich war das Publikum schon von „Die Trapp-Familie“ gesättigt. Jedenfalls erwarben während der regulären Leinwandeinsätze von „The Sound Of Music“ hierzulande weniger als 62.000 Menschen eine Eintrittskarte, wie die Expertenseite Insidekino.de berichtet. Das reicht nicht einmal für die Top 200 (!!) der populärsten Kinoveröffentlichungen 1965 in Deutschland.
Immerhin bedingt die internationale Beliebtheit des Films, dass er trotzdem nicht in Vergessenheit geraten ist, sondern nun sogar in 4K (wieder-)entdeckt werden kann. Und wenn euch nach „The Sound Of Music“ die Sehnsucht nach einer cineastischen Adrenalinspritze packt: Wie wäre es mit folgendem Heimkino-Tipp?
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