Sowohl in Deutschland als auch international durften wir in den vergangenen Wochen zahlreiche Box-Office-Erfolge vermelden: Während „Das Kanu des Manitu“ hierzulande zum größten Hit des Jahres avancierte und „Conjuring 4: Das letzte Kapitel“ längst der erfolgreichste Teil der populären Grusel-Saga ist, schrieb mittlerweile auch „Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba Infinity Castle“ Kinogeschichte – als größter japanischer Kassenschlager aller Zeiten. In China bahnt sich nun eine weitere Erfolgsgeschichte an.
Der auch als „Evil Unbound“ bekannte „731“ startete am 18. September 2025 in den chinesischen Kinos – und konnte seitdem sagenhafte 169,8 Millionen Dollar einspielen. Absolut beeindruckend, doch ganz überraschend kommt dieser Erfolg nicht. Nachdem der Film bereits Vorverkaufsrekorde gebrochen hatte, reagierten die Kinobetreiber schließlich mit den meisten Vorstellungen eines Film an einem Tag, die es in China jemals gab: 269.000!
Man darf gespannt sein, ob es Regisseur Zhao Linshan („The Assassins“) am Ende auch gelingen wird, die Kinokassen mit seinem neuen Film nicht nur in China, sondern auch im Rest der Welt zum Klingeln zu bringen. Wie groß aber allein schon der chinesische Markt ist, zeigte sich kürzlich erst anhand von „Ne Zha 2“. Die Animationsfilm-Sensation zählt zu den fünf erfolgreichsten Filmen aller Zeiten und konnte sagenhafte 2,2 Milliarden Dollar einspielen – den Großteil davon in seiner Heimat.
Der obige Trailer deutet zwar bereits an, dass es in „731“ überaus kompromisslos zur Sache geht, sodass das Zielpublikum mit der damit einhergehenden Altersfreigabe natürlich ein wenig eingegrenzt wird. Doch wie „The 800“ oder „The Battle Of Lake Changjin“ in der jüngeren Vergangenheit allerdings eindrucksvoll unter Beweis stellten, haben auch mit Gewalt nicht geizende Kriegsfilme absolut das Zeug dazu, in China Rekordumsätze zu generieren.
Ein schreckliches Stück Geschichte: Darum geht's in "731"
Wie der obige Trailer bereits deutlich macht, erwartet euch hier kein krachendes Spektakel, das den Überlebenskampf an der Front schildert. Vielmehr soll es um die Gräueltaten der titelgebenden Einheit 731 gehen – die unter anderem auch schon in der verstörenden, kontrovers diskutierten „Men Behind The Sun“-Reihe aufgegriffen und in aller Deutlichkeit (und Drastik) veranschaulicht wurden.
Die Einheit 731 ist berühmt-berüchtigt, weil sie an den schrecklichen Kriegsverbrechen der japanischen Armee im Zweiten Weltkrieg beteiligt war, biologische sowie chemische Waffen erforschte und schließlich an menschlichen Versuchskaninchen erprobte. Es wird geschätzt, dass im Zuge jener Experimente in den 1930ern und 1940ern rund 250.000 koreanische, chinesische sowie auch sowjetische und andere Kriegsgefangene und Zivilisten getötet wurden.
Das klingt nicht nur nach ganz schön starkem Tobak, sondern lässt auch schon erahnen, warum „Men Behind The Sun“ bis heute als einer der härtesten Filme überhaupt gilt – schließlich geht der Exploitation-Splatter kompromisslos in die Vollen, wenn es darum geht, die schrecklichen Ereignissen von einst möglichst schockierend in Szene zu setzen. Ob es genau das am Ende aber vielleicht auch braucht, um die Schrecklichkeit dieses Geschichtskapitels darzulegen? Das entscheidet ihr am besten selbst. Nur so viel sei gesagt: Wer bei sadistischen Folter-Orgien nicht hingucken kann, Angst vor Spritzen hat und sowieso kein Blut – geschweige denn abgetrennte Gliedmaßen und sich vom Fleisch loslösende Haut – sehen kann, ist hier definitiv an der falschen Adresse.
Dem obigen Trailer zu „731“ nach scheint jedenfalls auch die neue Verfilmung dahingehend keine halben Sachen zu machen. Dass die Nacherzählung dabei mindestens genauso einseitig wie die meisten anderen Kriegsfilme aus China ausfallen dürfte, liegt dabei auf der Hand – ist in diesem Ausnahmefall zugegebenermaßen aber auch nicht so unangebracht wie sonst…
Ob und wann „731“ in Deutschland erscheint, ist noch nicht bekannt. Ein nicht ganz so erschütterndes, aber dennoch gnadenlos mitreißendes Kriegsfilm-Epos, das obendrein als einer der besten deutschen Filme überhaupt gilt, empfehlen wir euch indes im nachfolgenden Artikel: