Nur noch 3 Tage bei Netflix streamen: Der durchgeknallteste Film mit Johnny Depp ist ein wahrhaft abgefuckter Horror-Trip!
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.

Johnny Depp hat in seiner Karriere einige abgefahrene Filme gedreht. Aber gegen den öffentlich ausgetragenen Prozess gegen Amber Heard kann wohl (fast) keiner davon mithalten. Echte Chancen hat eigentlich nur „Tusk“ – den gibt’s noch (!) bei Netflix.

Zwischen den Ex-Eheleuten Amber Heard und Johnny Depp wurde vor den Augen der Weltöffentlichkeit nicht nur allerlei schmutzige, sondern teilweise sogar buchstäblich vollgeschissene Wäsche gewaschen. Der Prozess darüber, ob Amber Heard ihren Ex Johnny Depp nun öffentlich als Frauenschläger titulieren durfte oder nicht, war dabei – je nach Sichtweise – grandios-unterhaltsame Realsatire oder eine rundum traurige Angelegenheit, bei der es am Ende wohl auf allen Seiten eh nur Verlierer*innen geben hat (mit Ausnahme der gut bezahlten Verteidiger*innen natürlich).

Wie soll ein fiktiver Film da noch mithalten? Nach den teils wirklich abstrusen Geschichten vor Gericht wirkt ja selbst Johnny Depps berühmteste Rolle als Captain Jack Sparrow aus den „Fluch der Karibik“-Blockbustern kaum noch wie eine gnadenlos überzeichnete Karikatur, sondern plötzlich ganz schön harmlos.

Aber es gibt zumindest einen Film in Johnny Depps Karriere, dessen Wirkung die Wahre-Welt-Absurditäten nichts anhaben können – und der weiterhin so abstrus wirken wird wie seit eh und je… und damit meinen wir natürlich Kevin Smiths Walross-Horror-Groteske „Tusk“, die man sich noch bis inklusive des 30. September 2025 im Abo von Netflix ansehen kann.

Ihr müsst euch also ranhalten, denn danach fliegt der schräge Titel beim roten N nämlich aus dem Programm. Wer das nicht mehr schaffen oder gar kein Netflix-Abo haben sollte, kann „Tusk“ für ein paar wenige Euros jederzeit als Video-on-Demand bei u. a. Amazon Prime Video streamen:

Der Plot von „Tusk“: Für seinen Podcast trifft sich Wallace (Justin Long) mit dem alternden Seefahrer Howard Howe (Michael Parks), der eine wirklich unglaubliche Geschichte zu erzählen hat. Doch dann fällt der Journalist plötzlich in Ohnmacht – und als er wieder aufwacht, eröffnet ihm sein Gastgeber, dass er vorhat, ihn Stück für Stück zu einem Walross umzuoperieren. Unterdessen nimmt der ehemalige Inspektor Guy Lapointe (mit einem gnadenlos-schmierigen französischen Akzent: Johnny Depp) die Ermittlungen auf...

Ausgerechnet Johnny Depp ist das größte Problem des Films

Natürlich sagt man als Verantwortlicher eines Independent-Films mit einem Budget von gerade einmal drei Millionen Dollar nicht nein, wenn ein Megastar wie Johnny Depp anbietet, für eine symbolische Mini-Gage mitzuspielen. Aber im Fall von „Tusk“ hätte „Dogma“-Regisseur Kevin Smith tatsächlich gut daran getan, die verlockende Offerte auszuschlagen: Unter dem Pseudonym Guy Lapointe treibt der exzentrische Depp als ehemaliger Polizeiinspektor, der schon seit Jahren hinter dem Walross-Serienkiller her ist, seine nicht nur in der „Fluch der Karibik“-Reihe zelebrierte Skurrilitäts-Masche endgültig auf die Spitze.

Das ist für kurze Zeit recht witzig, aber schließlich reißt der Promi mit seiner flamboyant-eigenwilligen Art den gesamten Film an sich: Man hat den Eindruck, dass Smith schlicht der Mut fehlte, auch nur ein Fitzelchen des Materials mit seinem wild drauflos improvisierenden Supergaststar herauszuschneiden. Das ist besonders schade, weil das cool-trashige Walross-gegen-Walross-Finale zwischen Michael Parks und Justin Long neben dem langgeratenen Depp-Cameo fast ein wenig untergeht…

Wollt ihr sehen und hören wie Kevin Smith die Entstehung des Films beschreibt? Dann schaut euch noch dieses vierminütige Video an:

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Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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