Das kontroverse Regiedebüt eines Kultregisseurs ist nie auf DVD erschienen – jetzt feiert es seine Blu-ray-Premiere
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

Der erste Kino-Langfilm eines beliebten Regisseurs diente als Inspirationsquelle für die Krimi-Hitserie „Starsky & Hutch“. Erst jetzt kam der einflussreiche, kontroverse Film auf DVD und Blu-ray heraus!

Er inszenierte den gefeierten Verschwörungsthriller „Unternehmen Capricon“, den kultigen Sci-Fi-Thriller „Outland – Planet der Verdammten“ sowie die abgedrehte Film- und TV-Persiflage „Höllische Spiele“: Der Regisseur Peter Hyams hat sich im Laufe der Jahrzehnte eine kleine, eingeschworene Fangemeinde aufgebaut.

Dennoch wird das Schaffen des Kultfilmers, der auch die „2001“-Fortsetzung „2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen“ sowie das Arnold-Schwarzenegger-Vehikel „End Of Days“ verantwortete, im deutschen Heimkino nicht ausreichend gewürdigt. So war sein Kino-Regiedebüt hierzulande bis vor kurzer Zeit bloß auf Videokassette (!) erhältlich. Nun hat sich das geändert: Diese Woche hat der kontroverse Cop-Thriller „Spur der Gewalt“ seine deutsche Erstveröffentlichung auf DVD und Blu-ray gefeiert!

Darum geht es in "Spur der Gewalt"

Die Polizisten Michael Keneely (Elliout Gould) und Patrick Farrel (Robert Blake) sind Teil des Sittendezernats von Los Angeles und hängen sich voll in ihren Job rein. Doch immer wieder werden sie von Leuten auf beiden Seiten des Gesetzes ausgebremst – einerseits von strengen Vorgesetzten, andererseits vom mächtigen Gangsterboss Carl Rizzo (Allen Garfield).

Sukzessive drängt sich der Verdacht auf, dass einflussreiche Leute in der Stadtverwaltung und im Polizeiapparat ihre schützende Hand über den Gangsterboss halten. Also versucht das Duo, auf eigene Faust zu ermitteln...

Ein Kinofilm, der TV-Geschichte schreiben sollte

Auf das Gröbste reduziert liest sich die Story von „Spur der Gewalt“ ziemlich austauschbar. Das liegt aber nicht zuletzt daran, dass Regisseur und Drehbuchautor Peter Hyams weniger Fokus auf eine unberechenbare Geschichte legte, sondern auf die kleinen Ereignisse, die sich während ihres Verlaufs entfalten:

Dem streitbaren Blogger Luke Ford erzählte Hyams Jahre später, dass er intensiv für den Film recherchierte und seine Erkenntnisse aus Gesprächen mit Prostituierten, Zuhältern, Stripperinnen, Polizisten und Staatsanwälten nutzte, um „Spur der Gewalt“ von Anfang bis Ende mit authentischen Beobachtungen zu bestücken. Nicht das Ziel ist hier das Ziel, nicht einmal der Weg – sondern die schmierigen, dreckigen und rauen Entdeckungen am Wegrand.

Doch nicht nur Hyams Schwerpunktsetzung auf derartige Vignetten dürfte Grund dafür sein, dass eine schnöde Angabe der zentralen Story von „Spur der Gewalt“ heutzutage recht alltäglich wirkt: Der Kriminalfilm aus dem Jahr 1974 diente als Inspirationsquelle für die Hit-Krimiserie „Starsky & Hutch“, die wiederum ebenfalls oft kopiert wurde!

„Spur der Gewalt“ ist aber nicht nur einflussreich, sondern auch sehr kontrovers: Der laut Hyams unter außerordentlicher kreativer Freiheit gedrehte, actionreiche Kriminalthriller wurde seinerzeit heftig für seine Darstellung von Homosexualität kritisiert. Zwar gab es Kritiken, die darin eine bewusste Provokation bigotter Vorstellungen vermuteten, oft wurde Hyams aber für eine abfällig-zynische, wenn nicht gar verächtlich-boshafte Perspektive auf Schwule gescholten.

Auf ganz andere Weise toxisch ist derweil unser folgender Heimkino-Tipp:

Jahrelang galt dieser irre Horror-Splatter als "unveröffentlichbar" – jetzt erscheint er tatsächlich komplett ungekürzt!

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