"Mit großem Bedauern": Steven Spielberg bereut bis heute, diesen Oscar-Hit für George Lucas abgesagt zu haben
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

Die Freundschaft zwischen George Lucas und Steven Spielberg reicht weit zurück und führte zu mehreren Kollaborationen zwischen den Filmschaffenden. Allerdings ist sie auch der Grund dafür, dass Spielberg einen beliebten Film aufgegeben hat...

Er wurde über 20 Mal für den Academy Award nominiert, hat bereits drei Oscars gewonnen, ist Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und zählt zu den kommerziell erfolgreichsten Regisseuren der Kinogeschichte: Steven Spielberg genießt eine absolute Ausnahmekarriere!

Im Laufe seiner langen Laufbahn knüpfte er viele produktive Freundschaften – etwa zum angesehenen Komponisten John Williams, der über zwei Dutzend Mal mit Spielberg zusammengearbeitet hat, oder zu „Star Wars“-Schöpfer George Lucas. Die privat wie beruflich enge Verbindung zwischen Lucas und „Jurassic Park“-Macher Spielberg bescherte der Filmwelt eine der populärsten Abenteuerreihen überhaupt: Das „Indiana Jones“-Franchise!

Der Umstand, dass Lucas und Spielberg gemeinsam den verwegenen Archäologen mit Schlapphut und Peitsche ersonnen haben, brachte allerdings nicht nur Freude und klingelnde Kinokassen mit sich: In einem Interview verriet Steven Spielberg, dass seine Sympathie für George Lucas Schuld an einer Entscheidung ist, die der Erfolgsregisseur bedauerte!

Wie Spielberg für Lucas einen Oscar-Hit sausen ließ

Filmfans, die nun in hämischer Erwartung ihre Hände reiben und sich ausmalen, wie Spielberg ein mit Lucas verwirklichtes Projekt in der Luft zerreißt und als Fehler beschimpft, sollten ihre Erwartungen zurückschrauben. Denn die Entscheidung, die Spielberg bereut, bezieht sich weniger auf etwas, das er mit Lucas gemacht hat – und viel eher darauf, was er aufgrund seiner Freundschaft zum „Star Wars“-Schöpfer nicht getan hat!

Steven Spielberg war ursprünglich als Regisseur der Dramödie „Rain Man“ mit Tom Cruise und Dustin Hoffman vorgesehen. Der Film handelt von einem aalglatten Autohändler, der als Erwachsener erfährt, dass er einen neurodivergenten, älteren Bruder hat, und zeigt einen berührenden sowie lustigen USA-Trip, in dessen Zuge die ungleichen Männer eine Bindung zueinander aufbauen. Ihr könnt den Film unter anderem via Amazon Prime Video streamen:

Der von Barry Morrow und Ronald Bass verfasste Film war 1988 ein Sensationserfolg: Bei einem Budget von 25 Millionen Dollar generierte er an den globalen Kinokassen mehr als 350 Millionen Dollar, zudem wurde er von einem euphorischen Presse- und Branchenecho begrüßt. Beispielsweise sprangen acht Oscar-Nominierungen für ihn heraus, in der Hälfte der Fälle mündete die Nominierung auch in einen Academy-Award-Gewinn – darunter für den besten Film und die beste Regie.

Die übernahm Barry Levinson, was sich allein darauf zurückzuführen lässt, dass der zunächst als Regisseur vorgesehene Spielberg sich George Lucas gegenüber verpflichtet fühlte: „Ich habe den Film fast ein halbes Jahr lang mit Dustin [Hoffman], Tom Cruise und Ron Bass entwickelt“, verriet Spielberg später. Doch dann drohten die Terminpläne von „Rain Man“ und „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ zu kollidieren.

Spielberg musste sich also entscheiden: Er musste eines der beiden Projekte abblasen oder zumindest verschieben. Und das, obwohl er Lucas versprochen hatte, den dritten „Indiana Jones“-Film bis Mai 1989 in die Kinos zu bringen. Wie sich in „Steven Spielberg: Interviews, Revised And Updated“ nachlesen lässt, sah sich Spielberg gezwungen, dem Abenteuerfilm Vorrang zu geben:

„Das Versprechen, das ich George gegeben habe, war mir wichtiger, als [die Möglichkeit] ‚Rain Man‘ zu drehen. Also habe ich das Projekt mit großem Bedauern verlassen, obwohl ich unbedingt mit Dustin und Tom zusammenarbeiten wollte“, erzählt Spielberg. Er sprach daraufhin mit Levinson, erklärte ihm, welche Gedanken er sich gemacht hatte, und überließ ihm sogar seine Notizen.

Obwohl es Spielberg bereut, „Rain Man“ nicht gemacht zu haben, ist er zugleich stolz auf „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“. Und mit einem weltweiten Einspielergebnis von 474,2 Millionen Dollar war auch das (wie von Spielberg vorgesehen im Mai 1989 gestartete) Blockbusterspektakel ein voller Erfolg. Erfolgreich war auch eine seiner späteren Zusammenarbeiten mit Tom Cruise – selbst wenn den Regisseur das Ende wurmt, wie ihr im folgenden Artikel nachlesen könnt:

Steven Spielberg hat vor 20 Jahren einen der besten Sci-Fi-Filme überhaupt gedreht – aber ist bis heute nicht zufrieden mit dem Ende

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