Meisterregisseur kritisiert "One Battle After Another": Ist der vielleicht beste Film des Jahres doch nicht so gut, wie alle sagen?
Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Fasziniert und berührt werden, aber auch ein stückweit über sich selbst erfahren – darin besteht für Daniel die Magie des Kinos.

Paul Thomas Andersons „One Battle After Another“ wird mit Lobeshymnen überschüttet und gilt für viele schon jetzt als bester Film des Jahres. Doch ausgerechnet eine Hollywood-Legende hat an dem Meisterwerk mit Leonardo DiCaprio nun etwas auszusetzen.

96 Prozent positive Kritiken bei Rotten Tomatoes, ein Metascore von 95/100 und 8,4 von 10 möglichen Sternen in der IMDb: Ja, One Battle After Another“ sorgt weit und breit für Begeisterung – und zählt auch für uns von FILMSTARTS zu den besten Filmen des Jahres sowie zu den heißesten Oscar-Anwärtern bei den nächsten Academy Awards.

Autor Björn Becher vergab für die „durchgeknallte, wilde Erfahrung“ in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik selbstredend die Höchstwertung und spricht im selben Atemzug eine unbedingte Kino-Empfehlung aus: „Muss man gesehen haben, um zu glauben, dass es ihn gibt.“

Glücklicherweise tun viele Menschen momentan genau das und bescherten Regisseur Paul Thomas Anderson damit das weltweit beste Startwochenende in seiner Karriere – das am Ende aber auch absolut nötig war. Schließlich soll der Action-Thriller seine üppigen Produktionskosten jenseits der 130 Millionen Dollar auch wieder einspielen (und im Idealfall auch Gewinn abwerfen). Wie weit die praktisch ausnahmslos positive Mundpropaganda den Film an den Kinokassen tragen kann, bleibt abzuwarten. Derweil blicken wir auf eine Hollywood-Legende, die nicht nur Gutes über das Meisterwerk mit Leonardo DiCaprio, Sean Penn und Benicio Del Toro zu sagen hat:

Paul Schrader konnte „One Battle After Another“ zwar einiges abgewinnen, hat – als einer der Wenigen – aber auch etwas an Paul Thomas Andersons Geniestreich auszusetzen.

"Ich habe nur darauf gewartet, dass sie sterben"

Der Regisseur von Filmen wie „The Card Counter“ und „Master Gardener“, der nicht zuletzt auch für seine Drehbücher zu Martin Scorseses Klassikern „Taxi Driver“ und „Wie ein wilder Stier“ bekannt ist, machte in den vergangenen Jahren immer wieder von sich reden, wenn er – ähnlich wie Stephen King – in den sozialen Medien seine Meinung zu Filmen kundtat. Denn nicht selten schwimmt der mittlerweile 79-Jährige dabei gegen den Strom. So auch im Falle von „One Battle After“. Zumindest teilweise.

Nachdem er von seinen Facebook-Freunden danach gefragt worden sei, wolle nun auch er seine Meinung zum neuen Werk des auch simpel PTA genannten „Magnolia“-Regisseurs teilen. Der Action-Thriller sei ein Musterbeispiel für Kinokunst auf allerhöchstem Niveau – und zwar vor allem dank Andersons sichtlicher Freude am Filmemachen. So weit, so gut, so übereinstimmend mit der breiten Masse.

Doch wenn es um die Figuren im Film geht, hat Schrader keine allzu lobenden Worte mehr übrig. „So sehr ich es auch versuchte, ich konnte kein Fünkchen Empathie für Leo DiCaprio und Sean Penn aufbringen. Ich habe nur darauf gewartet, dass sie sterben“, räumt Schrader schließlich auf Facebook ein.

Dass es letztlich auf Kosten der Spannung geht, wenn einen ein Film emotional nicht abholt, ist nur allzu natürlich. In diesem Fall müssen wir allerdings dem Traumfabrik-Titan widersprechen: In der FILMSTARTS-Kritik wird so nicht nur die explosive, politisch aufgeladene Melange aus Action und Comedy hervorgehoben, sondern auch, dass die Figuren emotional fesseln. Zu verdanken ist das sowohl Sängerin Teyana Taylor und „Aus Mangel an Beweisen“-Newcomerin Chase Infiniti als auch dem erwähnten Superstar-Trio. Und ja, zumindest Sean Penn wird von Schrader ebenfalls eine „Meisterleistung“ attestiert.

One Battle After Another
One Battle After Another
Starttermin 25. September 2025 | 2 Std. 42 Min.
Von Paul Thomas Anderson
Mit Leonardo DiCaprio, Sean Penn, Chase Infiniti
User-Wertung
3,7
Filmstarts
5,0
Vorführungen (18)

So oder so: Wir empfehlen in jedem Fall, für „One Battle After Another“ ein Ticket zu lösen und sich ein eigenes Bild davon zu machen – denn für solche Filme ist das Kino einfach gemacht. Zugleich sind wir uns jetzt schon sicher, dass der Film im Laufe der Jahre zum Kult avancieren und immer wieder aufs Neue grandiose Unterhaltung bieten wird. Wer sich dafür schon mal vorbereiten will, kann sich den Streifen übrigens schon für Zuhause sichern – unter anderem als Limited Edition in 4K*!

Wenn ihr indes tiefer in den Kopf von Paul Thomas Anderson eintauchen und mehr dazu erfahren wollt, wie der Meisterregisseur die Umsetzung seines ersten Actionfilms anging, lest unbedingt mal in unser Interview, das wir mit dem Filmemacher vor Kinostart führen durften:

"Action ist beim Dreh ziemlich langweilig": Der "One Battle After Another"-Regisseur verrät uns ein Geheimnis hinter seinem Kino-Meisterwerk

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