Ob nun die erschütternden Dramen von Studio Ghibli oder die brutalen Schlachtplatten und freizügigen Eskapaden aus der Anime-Welt: Dass Animationsfilme nicht mit Kinderfilmen gleichzusetzen sind, sollte inzwischen hinlänglich bekannt sein. Und auch „Spermageddon“ ist ein Paradebeispiel für animiertes Kino, das sich ausschließlich an ein erwachsenes respektive jugendliches Publikum richtet.
Lasst euch von der quietschbunten, niedlichen Optik, die zumindest stilistisch an die großen Hollywood-Produktionen von Disney und Co. erinnern, bloß nicht täuschen. Die FSK-16-Freigabe kommt nicht von ungefähr und ist in Anbetracht des immer wieder auf die Spitze und darüber hinaus getriebenen Gagparade zwischen Fäkalhumor und sexuellen Zwei- und Eindeutigkeiten absolut gerechtfertigt!
Das animierte Sex-Abenteuer feiert am 6. Oktober 2025 seine Deutschlandpremiere – und steht ab sofort exklusiv als VOD zur Verfügung, etwa bei Amazon Prime Video:
Nachdem „Spermageddon“ bereits im Vorjahr auf zahlreichen Festivals gezeigt wurde und im vergangenen Februar auch in Skandinavien in die Kinos kam, erscheint der derbe Wahnsinn aus Norwegen nun also endlich auch bei uns. Und wir können euch schon mal so viel verraten: So etwas habt ihr noch nie gesehen...
"Spermageddon": Die perverse Antwort auf "Alles steht Kopf"
Im Zentrum der auf zwei Ebenen spielenden Geschichte steht einerseits der Nerd Jens (Stimme im Original: Christian Mikkelsen), dessen sexuelles Erwachen kurz bevorsteht – denn in Lisa (Nasrin Khusrawi) scheint er endlich genau die Richtige gefunden zu haben, um zum ersten Mal den Matratzentango zu vollziehen. Andererseits wird zugleich auch die Geschichte von Jens' Spermien erzählt, die bereits das „Licht am Ende der Harnröhre“ sehen können – und dementsprechend alles daran setzen, Jens' Hoden für immer zu verlassen. Auch wenn sie damit das Risiko in Kauf nehmen, in einem Plastikbeutel (Kondom), einem (Magen-)Säurebad, einer Socke oder einfach als Bettlackenfleck zu enden…
Als Drehbuchautor und Regisseur haben wir „Spermageddon“ allen voran Tommy Wirkola zu verdanken, den man für bitterböse, blutige Eskapaden wie das Metzel-Märchen „Hänsel & Gretel: Hexenjäger“, die Nazi-Zombie-Splattergranaten „Dead Snow“ und „Dead Snow: Red Vs. Dead“ und den mörderisch-hinterlistigen Ehestreit „The Trip“ kennt. Für „Spermageddon“ hat er sich nun mit einem für ihn eher ungewöhnlichen Drehpartner zusammengetan – den erfahrenen Animationsfilm-Regisseur Rasmus A. Sivertsen („Käpt'n Säbelzahn und der magische Diamant“).
Während das Ganze visuell natürlich nicht ganz so spektakulär und detailverliebt wie die Hollywood-Konkurrenz ausfällt, weckt „Spermageddon“ dennoch Erinnerungen an Pixars Über-Hit „Alles steht Kopf“. Auch hier wird in die Gefühlswelt eines Kindes sowie in der Fortsetzung einer Jugendlichen eingetaucht, um deren emotionale Achterbahnfahrt in Form von Charakteren wie Freude, Wut und Kummer darzustellen. Der Unterschied: In „Spermageddon“ bekommen wir nicht zu sehen, was sich in Rileys Kopf, sondern in Jens' Hoden abspielt!
In den knapp 80 Minuten werden euch dabei versaute Wortwitze (u.a. „Cum Of Duty“) und abgewandelte Redewendungen (von „Nur die Harten kommen aus dem Harten“ bis „Wo ein Lusttropfen ist, ist auch ein Weg“) um die Ohren gehauen, die in der deutschen Fassung mal besser und mal schlechter funktionieren. Doch „Spermageddon“ brennt sich letztlich vor allem mit der schonungslosen Unverfrorenheit ins Gedächtnis, mit der er eine Vielzahl an wilden, absurden und fast schon unaussprechlichen Ideen genüsslich in Szene setzt. Ob das nun Musicalnummern sind, in denen Spermien und Fäkalien Lieder zum Besten geben oder das episch inszenierte Samen-Schlachtengetümmel vor der Ejakulation: Stellt euch schon mal auf viele, viele Bilder ein, die ihr so schnell nicht mehr vergessen werdet...
John Wayne hätte sich wohl mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, an einem Film wie „Spermageddon“ mitzuwirken, ging es der Western-Legende doch schon in jenem Werk zu heiß her, um das es im nachfolgenden Artikel geht:
"Er ist zu versaut": John Wayne weigerte sich, in diesem abgefahrenen Western mitzuspielen*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision. Dieser Artikel basiert auf einem bereits auf FILMSTARTS erschienenen Beitrag.