Streaming-Tipp für Abenteuer-Fans: "Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der Einhorn"
Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Berührt und fasziniert zu werden, aber auch etwas über sich selbst lernen – das bedeutete Kino schon immer für Daniel. Darum machte der einstige Sozialarbeiter am Ende seine Leidenschaft auch zum Beruf.

Drei Jahrzehnte nach „Indiana Jones“ bescherte uns Steven Spielberg 2011 endlich wieder ein Kino-Abenteuer der alten Schule. Während wir nach wie vor auf dessen Fortsetzung warten, empfehlen wir euch heute das immer noch großartige Original.

Steven Spielberg ist (neben James Cameron) der wohl unbestrittene Blockbuster-Gott. Mit Filmen wie der „Indiana Jones“-Reihe und „Jurassic Park“ prägte er das moderne Abenteuer-Kino wie kein zweiter Filmemacher, ließ er darin doch den Geist vergangener Tage aufleben, der Genre-Klassiker überhaupt erst zu zeitlosen Publikumslieblingen machte. Da ist es nur folgerichtig, dass er auch den womöglich besten Abenteuerfilm seit der Jahrtausendwende verantwortete – zumindest, wenn es nach dem Autor dieses Artikels geht (für einen Platz in der FILMSTARTS-Liste der besten Abenteuerfilme reichte es trotz 4,5 Sternen in unserer Kritik zwar nicht, dafür ist er aber in unserer Liste der besten Animationsfilme vertreten).

Zugegeben, bis auf „Fluch der Karibik“ (2003) oder „King Kong“ (2005) war die Konkurrenz in den vergangenen 25 Jahren bei den klassischen Abenteuern auch nicht allzu groß. Und dennoch: Mit „Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der 'Einhorn'“ gelang Steven Spielberg ein Ausnahme-Film, der bis heute viel zu wenig Anerkennung findet. Womöglich kam auch gerade deshalb nie so richtig Schwung in die Fortsetzung, die uns einst versprochen wurde. Egal, denn so muss eben der nach wie vor höchst unterhaltsame erste (und vielleicht letzte) Teil der Reihe herhalten.

Ich kann Abenteuer-Fans, ob alt oder jung, nur wärmstens empfehlen, den Film spätestens jetzt endlich mal nachzuholen. „Das Geheimnis der Einhorn“ reißt mit, amüsiert, lädt zum Staunen ein – und ist aktuell zwar in keinem Streaming-Abo verfügbar, dafür aber bereits für einen schmalen Taler als Video-on-Demand erhältlich:

"Tim und Struppi - Das Geheimnis der 'Einhorn'": Das ist die Story

Basierend auf der legendären „Tim und Struppi“-Comicreihe des belgischen Kultautors und -zeichners Hergé, vermengt Spielberg in seinem Film tatsächlich gleich drei Abenteuer des titelgebenden Duos – denn neben „Das Geheimnis der Einhorn“ (1943) steckt hier auch „Die Krabbe mit den goldenen Scheren“ (1941) und „Der Schatz Rackhams des Roten“ (1944) mit drin.

Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der "Einhorn"
Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der "Einhorn"
Starttermin 27. Oktober 2011 | 1 Std. 47 Min.
Von Steven Spielberg
Mit Jamie Bell, Andy Serkis, Daniel Craig
Pressekritiken
4,2
User-Wertung
4,0
Filmstarts
4,5

Der junge Reporter Tim (Stimme im Original: Jamie Bell) ist ständig auf der Jagd nach spannenden Geschichten. Gemeinsam mit seinem vierbeinigen Kumpel Struppi reist er um die Welt, immer bereit, sich auch den gefährlichsten Situationen zu stellen. Während einer ihrer abenteuerlichen Recherchen treffen die beiden auf den schroffen Kapitän Haddock (Andy Serkis), der ihnen von einem sagenumwobenen Familienschatz erzählt.

Der Schatz soll einst seinem Vorfahren Frantz Ritter von Hadoque gehört haben, dessen Schiff nach einem Angriff durch den berüchtigten Piraten Rackham den Roten (Daniel Craig) unterging. Entschlossen machen sich Tim, Struppi und Kapitän Haddock auf eine gefährliche Schatzsuche in der Karibik. Unterstützt – und gleichzeitig behindert – werden sie von den tollpatschigen Zwillingsdetektiven Schulze (Simon Pegg) und Schultze (Nick Frost), die mit ihrem unbeabsichtigten Chaos für zusätzliche Turbulenzen sorgen.

Klassiker in neuem Gewand

In Sachen Bildsprache an die ikonischen Intros der „James Bond“-Missionen oder Spielbergs Gauner-Spaß „Catch Me If You Can“ erinnernd, stimmt bereits der Vorspann auf ein ebenso spektakuläres wie charmantes Abenteuer rund um den Globus ein. Und auch die dabei über den Bildschirm flirrenden Namen – neben Steven Spielberg unter anderem auch „Herr der Ringe“-Macher Peter Jackson (als Produzent) und „Baby Driver“-Regisseur Edgar Wright (als Autor) sowie Komponistenlegende John Williams, der für die Musik verantwortlich zeichnete – wecken geradezu utopische Erwartungen, die der Film am Ende jedoch voll und ganz erfüllen kann.

Schon die Eröffnungsszene zeigt, warum die Motion-Capture-Methode sowie Spielbergs Herantreten an Jackson und dessen digitale Wunderschmiede Weta die perfekte Wahl waren, um „Tim und Struppi“ ins 21. Jahrhundert zu befördern. Selbst wenn gewisse Animationen heute sicherlich detaillierter ausfallen würden (während andere auch 14 Jahre später noch beeindrucken), kommt der Film trotz hohem Tempo angenehm unaufgeregt daher und steht damit ganz und gar im Geiste der Vorlage. Keine hektischen Schnitte oder Zooms, kein grelles Farbgewitter. Selbst Kinder können das Gezeigte mühelos verarbeiten – und werden dennoch mitgerissen. Etwa wenn Struppi eine Katze ins Visier nimmt, bei seiner ersten (und keineswegs letzten) Verfolgungsjagd die Pfoten glühen lässt und dabei mächtig Chaos in der Bude seines Herrchens anrichtet.

Der beste "Indiana Jones" der letzten 30 Jahre

„Das Geheimnis der Einhorn“ ist wendungsreicher Ermittler-Spaß, packendes Globetrotter-Abenteuer, nervenaufreibender Thriller und ein bildgewaltiger Ausflug in die von Hergé erschaffene Welt sowie die perfekte Symbiose aus emotionalem Geschichtenerzählen und geradezu kindlicher Inszenierungsfreude – mit der Spielberg nicht nur eine Hommage an das klassische Abenteuer-Kino gelungen ist. Sondern auch der vielleicht beste Abenteuerfilm seit der Jahrtausendwende.

Dass sich der Film so im Geiste wie eine waschechte Fortsetzung der „Indiana Jones“-Trilogie anfühlt, kommt dabei nicht von ungefähr. Denn der „Tim und Struppi“-Kinofilm ist nicht nur ungemein kurzweilig und mitreißend, frech und spaßig, sondern wird zuweilen auch verdammt düster. Wurde für den blutrünstigen „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ einst sogar eine neue Altersfreigabe der MPAA ins Leben gerufen, geht auch Spielbergs animierte Schnitzeljagd an seine (FSK-6-)Grenzen, wenn etwa Tim nach knapp 20 Minuten einen Hinweis erhält – von einem Mann, der plötzlich und ziemlich gnadenlos von Blei zersiebt wird…

Kurz Zusammengefasst: Die Augen des Autors dieses Artikels strahlen auch heute noch, wenn es Tim und Struppi zu Land, zu Wasser und in der Luft mit allerhand Gefahren zu tun bekommen, denen sie um Haaresbreite entkommen – und so kann dieser nicht nur den Film selbst, sondern auch die Blu-ray* empfehlen.

Diese ist in Sachen Bild und Ton nämlich nicht nur immer noch grundsolide, sondern bietet auch Boni, die hinter die spannenden und aufwändigen Dreharbeiten des Films blicken lassen. Zudem lohnt es sich, den Film nicht nur in der deutschen Synchronfassung, sondern auch im englischen Original zu erleben – mit unter anderem Ex-Bond Daniel Craig, Gollum-Darsteller Andy Serkis, Jamie Bell („All Of Us Strangers“) und Comedy-Kultduo Nick Frost und Simon Pegg als Schultze und Schulze.

Welchen Abenteuerfilm wir euch aktuell auf Netflix empfehlen, könnt ihr hier nachlesen:

Neu auf Netflix: Dieser Abenteuer-Blockbuster ist spaßig, spannend und ein Muss für Fans von "Fluch der Karibik"

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