"Die meisten modernen Filme sind Müll": Legendärer Hollywood-Regisseur will nur noch seine eigenen Filme schauen
Jaroslav Sebov
Jaroslav Sebov
-Freier Autor
Erholt sich immer noch von der 8. Staffel "Game Of Thrones" und vertreibt sich die Zeit mit allerhand Fandoms wie "Star Wars", "The Witcher" und "Der Herr der Ringe". Findet, kein anderer Film verdient einen zweiten Teil mehr als "Master And Commander".

Ein legendärer Regisseur rechnet gnadenlos mit Hollywood ab – er spricht von "Mist in Massen" und erklärt, warum er heute lieber seine eigenen Filme schaut.

Kaum jemand spricht so unverblümt über Hollywood wie Ridley Scott. Der 87-jährige Regisseur, bekannt für Klassiker wie „Alien“, „Blade Runner“ oder „Gladiator“, nahm bei einem Talk im Londoner British Film Institute kein Blatt vor den Mund. Gemeinsam mit seinem Sohn Luke diskutierte er über den Zustand der modernen Filmwelt – und fand laut dem Magazin Metro deutliche Worte: „Die Menge an Filmen, die heute weltweit produziert werden. Nicht Tausende, Millionen... und die meisten davon sind Müll.“

Scott sieht das Problem vor allem im Mangel an guten Drehbüchern. Zu viele Produktionen würden laut ihm durch digitale Effekte „gerettet“, statt auf einer starken Geschichte zu basieren. „Viele Filme sind teuer, aber leer“, so der Regisseur. „Wenn du keinen guten Stoff auf Papier hast, hilft dir kein Effekt der Welt.“

Dass der Meister des historischen Epos so spricht, überrascht kaum – schließlich zählt er zu jenen Regisseuren, die greifbare Sets und handwerkliche Details schätzen und digitale Effekte vor allem als Ergänzung verstehen. Seine Kritik ist ein Aufruf an Autoren und Studios, wieder mehr Mut zu zeigen: „Hol die Story zuerst aufs Papier – alles andere ist Beiwerk.“

"Ich schaue lieber meine eigenen Filme – die altern nicht"

Als ihn das Publikum fragte, mit welchem Film er sich so wohlfühle, dass er ihn immer wieder schauen könne, reagierte Scott trocken – und mit einem Hauch Selbstironie: „Ehrlich gesagt, ich schaue lieber meine eigenen Filme. Und sie sind ziemlich gut! Außerdem altern sie nicht.“ Erst kürzlich habe er „Black Hawk Down“ wieder angesehen und sich gefragt, „wie zur Hölle ich das damals geschafft habe“. In einer Zeit, in der Streamingdienste täglich neue Titel ausspucken, findet Scott kaum noch Werke, die ihn begeistern. Nur gelegentlich erscheine „ein wirklich guter Film – und das ist dann wie eine Erleichterung“.

Doch ans Aufhören denkt er nicht: Nach „Gladiator II“ arbeitet Scott bereits an seinem nächsten Science-Fiction-Projekt – „The Dog Stars“ mit Jacob Elordi – und schreibt an einem dritten Gladiator-Film. Die Handlung wollte er aber nur andeuten: „Er ist noch da und technisch gesehen der Kaiser Roms. Mehr verrate ich nicht – sonst klaut mir jemand die Idee.“

Auf welches neue Projekt Ridley Scott sich hingegen schon sehr freut, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Sogar besser als "Alien" und "Blade Runner"?! Ridley Scott heizt Vorfreude auf seinen neuen Sci-Fi-Thriller mächtig an
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