"Ein Schlag ins Gesicht": Diese Rolle war selbst für Hollywood-Ikone John Wayne zu viel
Jaroslav Sebov
Jaroslav Sebov
-Freier Autor
Erholt sich immer noch von der 8. Staffel "Game Of Thrones" und vertreibt sich die Zeit mit allerhand Fandoms wie "Star Wars", "The Witcher" und "Der Herr der Ringe". Findet, kein anderer Film verdient einen zweiten Teil mehr als "Master And Commander".

John Wayne galt als Symbol amerikanischer Stärke – doch eine Rolle ließ ihn an sich selbst zweifeln. „Schnellboote vor Bataan“ wurde für ihn zur Bewährungsprobe, die ihn sein Leben lang verfolgte.

Universal Pictues

Eine verrückte Geschichte, wie sie nur das frühere Hollywood in seiner goldenen Ära schreiben konnte: Im Februar 1945 stand der legendäre John Wayne vor der Kamera, während in Europa und im Pazifik noch gekämpft wurde. Hollywood drehte längst Filme über den Krieg, teils mitten im Geschehen – Propaganda mit Pathos, aber oft auch mit echten Veteranen. Wayne war keiner von ihnen.

Der „Duke“, bekannt für seinen unerschütterlichen Patriotismus, hatte keinen Dienst an der Front geleistet. Eine Entscheidung, die ihn zeitlebens verfolgte. Denn Wayne beantragte während des Zweiten Weltkriegs eine Zurückstellung vom Militärdienst. Er sei der einzige Versorger seiner Familie, hieß es. Der Antrag wurde zunächst akzeptiert, dann wieder aufgehoben.

Doch die Filmindustrie griff ein: Wayne, so das Argument, könne dem Land als Leinwandheld mehr nützen als als Soldat. Während andere Stars wie James Stewart in Uniform kämpften, blieb er in Kalifornien. Für viele Fans und Kameraden war das Verrat. Das Etikett „Drückeberger“ klebte an ihm – und nagte an seinem Selbstbild. Vielleicht war es diese Scham, die ihn später zu einem Symbol übertriebener Vaterlandsliebe machte. Er konnte den Krieg nicht nachholen, also wollte er ihn wenigstens verkörpern.

Als Hollywood John Wayne mit echter Tapferkeit konfrontierte

Als Wayne 1945 für „Schnellboote vor Bataan“ unterschrieb, bekam er nicht die Hauptrolle. Stattdessen spielte Robert Montgomery den Kommandanten John Brickley – ein Mann, der im echten Leben als Offizier bei der US-Marine ausgezeichnet worden war.

„Das war ein Schlag ins Gesicht für Duke“, erinnerte sich sein Freund Paul Fix später in Michael Munns Biografie „John Wayne: The Man Behind the Myth“. Montgomery war kein großer Star, aber ein echter Held. Deshalb bestand Regisseur John Ford darauf, dass nur jemand mit Kampferfahrung diese Rolle verdiene. Ford selbst hatte im Krieg gedient, als Leiter einer Film-Einheit der US-Geheimdienste. Er bewunderte Montgomerys Mut – und machte Waynes Leben am Set zur Hölle. Spöttische Bemerkungen über seine fehlende Kriegserfahrung gehörten zum Alltag.

Erst als Montgomery einschritt und Ford aufforderte, den Spott zu beenden, wurde es ruhiger. Wayne nahm es hin, schweigend, stolz und mit gebrochenem Stolz zugleich. Trotz allem blieb er Ford treu. Beide Männer drehten später Klassiker wie „Der schwarze Falke“ und „Spuren im Sand“. Ihre Zusammenarbeit war rau, aber produktiv – eine Mischung aus Respekt, Wut und gegenseitiger Faszination. Vielleicht, weil Ford in Wayne das sah, was Wayne selbst nie sein konnte: einen echten Soldaten.

Mit wem John Wayne hingegen gar nicht arbeiten konnte, lest ihr heir:

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