Quentin Tarantino ist bekanntlich nicht nur der Kult-Regisseur hinter Filmen wie „Pulp Fiction“, „Kill Bill“ oder „Once Upon A Time... In Hollywood“ – vor allem handelt es sich bei dem 62-Jährigen um einen leidenschaftlichen Cinephilen, der bei nahezu jeder sich ihm bietenden Gelegenheit mit geradezu überschäumendem Enthusiasmus über Schätze aus der Filmgeschichte schwärmt oder das aktuelle Leinwand-Geschehen kommentiert.
2004 etwa ließ er es sich nicht nehmen, im Gespräch mit DVD Talk gleich das gesamte Kinojahr unter die Lupe zu nehmen. „Ich habe viele [meiner liebsten Filme] in den Academy-Awards-Nominierungen gar nicht wiedergefunden“, so Tarantino, „aber ich fand, dass es ein großartiges Filmjahr war. Ich war Jury-Präsident des Filmfestivals von Cannes, also habe ich viele wirklich tolle Filme gesehen, und auch einige spannende Sachen, die international noch gar nicht veröffentlicht wurden. Aber ich habe dieses Filmjahr sehr geliebt.“
2004 war für Tarantino "ein großartiges Filmjahr" – vor allem wegen dieser Filme!
Sein absoluter Lieblingsfilm sei Edgar Wrights Zombie-Komödie „Shaun Of The Dead“ gewesen, doch auch „Die Passion Christi“, „Harold & Kumar“, „Die Unglaublichen“ oder „Before Sunset“ hätten ihm sehr gefallen – eine Auswahl, die Tarantinos breit gefächerten Geschmack unterstreicht. Zudem habe er ein „noch gar nicht gestartetes“ Meisterwerk aus Südkorea gesehen – den heute längst zum Kultfilm avancierten Thriller „Oldboy“ von Park Chan-wook. Und dann ist da noch ein heute etwas in Vergessenheit geratener Fantasy-Film, den Tarantino in höchsten Tönen lobte: „Wächter der Nacht“ von Timur Bekmambetov!
Falls ihr eure Erinnerung auffrischen wollt oder den Film noch nicht gesehen habt, findet ihr ihn als kostenpflichtiges VoD bei Amazon Prime Video:
„Ich mochte dieses grandios russische Fantasy-Epos sehr, das für Russland so etwas wie ‚Der Herr der Ringe‘ werden wird“, schwärmte Tarantino. Tatsächlich entstand damals ein ziemlicher Hype um den auf einer Romanreihe von Sergej Lukjanenko basierenden „Wächter der Nacht“, der zu seinem Erscheinen zum erfolgreichsten russischen Film aller Zeiten wurde. 2007 kam unter dem Titel „Wächter des Tages“ ein zweiter Teil in die Kinos, der zumindest international aber nicht mit dem Erfolg des Vorgängers mithalten konnte. Eine geplante Trilogie wurde daraufhin auf Eis gelegt – obwohl es an literarischen Vorlagen nicht gemangelt hätte. Zum russischen „Herr der Ringe“ reichte es somit nicht ganz ...
„Wächter der Nacht“ erzählt von dem jahrhundertealten Konflikt zwischen den Mächten des Lichts und der Dunkelheit, der in der modernen Moskauer Gegenwart durch eine Art Waffenstillstand reguliert wird. Im Mittelpunkt steht Anton Gorodezki (Konstantin Khabenskiy), ein Agent der Licht-Mächte, dessen Aufgabe es ist, die Aktivitäten der Dunkelheit zu überwachen. Als ein alter Prophet auf mysteriöse Weise wieder auftaucht, gerät das fragile Gleichgewicht zwischen den Mächten ins Wanken. Anton muss nicht nur verhindern, dass der Konflikt eskaliert, sondern auch seinen Sohn schützen, der eine Schlüsselrolle im bevorstehenden Kampf zwischen Licht und Dunkelheit einnimmt...
Auch wir von FILMSTARTS.de zeigten uns mit 4 von 5 Sternen seinerzeit ziemlich angetan. In unserer offiziellen Kritik heißt es: „‚Wächter der Nacht‘ ist fulminante […] Unterhaltung made in Russland, die sich nicht hinter ihren Vorbildern verstecken muss. Für ein Budget von fast schon lächerlichen vier Millionen schuf Regisseur Timur Bekmambetow ein grandioses Action-Spektakel mit vielen Referenzen zu Genre-Klassikern wie ‚Matrix‘ oder ‚Der Herr der Ringe‘. Vor allem der komplett durchkomponierte visuelle Stil und die zahlreichen, hervorragend umgesetzten computergenerierten Spezialeffekte stehen qualitativ auf gleicher Höhe mit Hollywood und zeugen von der liebevollen Arbeit, die in diesem Projekt steckt.“
Wenn ihr übrigens wissen wollt, welche beiden grundverschiedenen Filme Tarantino nach eigenen Aussagen „traumatisiert“ haben, dann lest doch direkt im folgenden Artikel weiter:
Diese beiden Filme haben Quentin Tarantino traumatisiert – obwohl sie unterschiedlicher kaum sein könnten!Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.
*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.