Diese beiden Filme haben Quentin Tarantino traumatisiert – obwohl sie unterschiedlicher kaum sein könnten!
Jaroslav Sebov
Jaroslav Sebov
-Freier Autor
Erholt sich immer noch von der 8. Staffel "Game Of Thrones" und vertreibt sich die Zeit mit allerhand Fandoms wie "Star Wars", "The Witcher" und "Der Herr der Ringe". Findet, kein anderer Film verdient einen zweiten Teil mehr als "Master And Commander".

Quentin Tarantino gilt als Meister der filmischen Exzesse. Doch zwei Streifen haben selbst ihn an seine Grenzen gebracht – ein Disney-Klassiker und ein Schocker aus den 70ern.

Quentin Tarantino ist berüchtigt für exzessive Gewalt, literweise Kunstblut und Szenen, die oft monatelang nachhallen. Doch auch der Regisseur, der mit „Pulp Fiction“ und „Kill Bill“ Kinogeschichte schrieb, hat Filme erlebt, die ihn selbst bis heute verfolgen. Einer davon überrascht: Disneys „Bambi“. Für viele Zuschauer*innen ein harmloser Zeichentrick-Klassiker, für Kinder aber oft der erste Kontakt mit Verlust und Tod.

„Ich denke, ‚Bambi‘ ist wohlbekannt dafür, Kinder zu traumatisieren. Es ist ein Klischee, aber es stimmt“, erklärte Tarantino in einem Interview mit der Los Angeles Times. Die Szene, in der der kleine Hirsch verzweifelt nach seiner erschossenen Mutter sucht, geht auch an Erwachsenen kaum spurlos vorbei. Gerade in diesem Moment wird deutlich, dass Tarantinos eigener Hang zur schonungslosen Dramatik auch aus solchen frühen Filmerlebnissen stammen könnte. Wer einmal gelernt hat, wie nachhaltig Bilder wirken können, vergisst diese Macht nie wieder.

Ein Schocker aus einer anderen Zeit des Horrors – wenn Kino zur Zumutung wird

Doch der Disney-Schock war nicht das einzige filmische Erlebnis, das Tarantino prägte und in seinen Grundfesten erschütterte. Auch Wes Cravens 70er-Jahre-Horror „Das letzte Haus links“ ließ ihn sprachlos zurück. Der Regisseur schilderte, dass er die Vorstellung sogar abbrechen musste: „Der einzige andere Film, den ich nicht verkraftet habe und den ich verlassen musste, war in einem Drive-in in Tennessee … ‚Das letzte Haus links‘.“

Anders als „Bambi“ zielt dieser Streifen nicht auf kindliche Ängste, sondern auf erwachsene Abgründe. Vergewaltigung, Folter und Mord im Wald – Tabubrüche, die 1972 für einen Aufschrei sorgten und bis heute schwer verdaulich wirken. Für Tarantino war es einer jener Momente, in denen Kino nicht nur unterhält, sondern verstört, anstößt und Grenzen auslotet.

Ironischerweise spiegeln sich genau diese Elemente später in seinen eigenen Werken wider. Die gnadenlosen Blutbäder in „Kill Bill“ oder „Django Unchained“ wirken fast wie die Antwort auf die Hilflosigkeit, die er einst im Kinositz empfand. Tarantino hat also definitiv gelernt, Trauma in Kreativität zu verwandeln – und das Publikum mitzureißen, auch wenn es manchmal am liebsten wegsehen würde.

Auch einen hierzulande kaum bekannten, kontrovers diskutierten 80er-Jahre-Klassiker eines absoluten Kult-Regisseurs zählt Tarantino zu seinen großen Einflüssen. Um welchen Film es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

"Das wird man dir nicht erlauben": Diesem kontroversen 80er-Jahre-Klassiker wollte Quentin Tarantino unbedingt nacheifern
facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren