Das Filmgeschäft hat sich im Laufe der letzten zehn bis 20 Jahre drastisch verändert – große Franchise-Stoffe sind nahezu das einzige, was verlässlich ein Millionenpublikum in die Lichtspielhäuser zieht, während Flime mit mittlerem Budget mehr und mehr in den Streaming-Bereich abwandern. Man könnte natürlich sagen: gut, dass sie überhaupt noch produziert werden...
…die Kehrseite aber besteht darin, dass sie aufgrund des Fehlens der Größe einer Kino-Leinwand, ein durch Abonnement-Bindung ohnehin reduziertes Publikum, ständigen Nachschub an Inhalten sowie teils mangelnde Werbemaßnahmen seitens der Streamer oftmals nach kurzer Zeit wieder in der Versenkung verschwinden. Wann habt ihr zuletzt an David Finchers „Mank“ gedacht? Oder das Thriller-Epos „The Devil All The Time“, immerhin starbesetzt mit u.a. Robert Pattinson und Tom Holland? Den postapokalyptischen Sci-Fi-Film „Finch“ mit Tom Hanks? Oder das Weihnachts-Musical „Spirited“ mit Will Ferrell oder Ryan Reynolds? Eben – diese Liste ließe sich noch lange weiterführen. Ja, selbst der große Oscar-Sieger 2022 ist bereits drei Jahre später in Vergessenheit geraten.
Elizabeth Olsen hat keine Lust auf Streamingdienste
Auch Elizabeth Olsen („Martha Marcy May Marlene“) ist nicht entgangen, dass Streaming-Filme in der Regel anders rezipiert werden als fürs Kino produzierte Werke. Kein Wunder, hat sie das doch am eigenen Leibe zu spüren bekommen: „Drei Töchter“ (2024), in dem sie an der Seite von Carrie Coon und Natasha Lyonne zu sehen war, wurde zwar von der Kritik gelobt – erhielt aber nur einen stark begrenzten Kinostart in den USA, bevor er im riesigen Katalog von Netflix schließlich gnadenlos unterging.
In einem Interview mit InStyle hat Olsen ihre Haltung zum Thema klargestellt: „Wenn ein Film unabhängig produziert wird und dann an einen Streamingdienst verkauft wird, ist das in Ordnung. Aber ich will nichts machen, bei dem das von Anfang an das Ziel ist. Ich finde es wichtig, dass Menschen als Gemeinschaft zusammenkommen, andere Menschen sehen und sich gemeinsam in einem Raum befinden. Deshalb mag ich Sport so sehr. Ich glaube, es ist etwas sehr Kraftvolles, wenn Menschen sich für etwas vereinen, das sie begeistert.“
Olsen zieht das gemeinschaftliche Kinoerlebnis also in jedem Fall der durch Streaming hergestellten Vereinzelung vor. Wohl auch deshalb war die 36-Jährige in den letzten Jahren vor allem in Marvel-Blockbustern zu sehen (unter anderem in „Avengers: Endgame“ spielte sie Wanda Maximoff alias Scarlet Witch, die mit „WandaVision“ auch ihre eigene Disney+-Serie spendiert bekam) – denn die kommen unter Garantie ins Kino.
Ob das die Lösung ist, sei allerdings dahingestellt, denn es ist zwar schön, wenn viele Filme auf die Leinwand kommen – doch gerade im Blockbuster-Segment hat die Vielfalt in den letzten zwei Jahrzehnten stark gelitten. Wie anders die Kino-Landschaft noch vor 25 Jahren aussah, könnt ihr im folgenden Artikel nachvollziehen:
Vor 25 Jahren hat dieser Action-Blockbuster alle anderen Filme übertrumpft: Es ist der Tiefpunkt einer bis heute populären Reihe!Ein ähnlicher Artikel ist zuvor auf unserer spanischen Schwesternseite Espinof.com erschienen.