Neu im Streaming-Abo: Das ist eure Chance, einen der besten Filme 2025 nachzuolen!
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

Mit einem Academy Award prämiert und für über 100 weitere Auszeichnungen nominiert: Das auf wahren Ereignissen basierende Drama „Für immer hier“ feiert Heimkino-Premiere!

Das auf wahren Begebenheiten basierende Drama Für immer hier wurde 2024 bei den Filmfestspielen in Venedig uraufgeführt und gewann dort unter anderem den Preis für das beste Drehbuch. Damit begann ein beeindruckender Siegeszug: Die brasilianisch-französische Koproduktion wurde für über 100 internationale Auszeichnungen nominiert, darunter für drei Oscars!

Die Academy-Award-Nominierungen wurden in den Sparten „Bester Film“, „Beste Hauptdarstellerin“ und „Bester internationaler Film“ ausgesprochen – in letztgenannter Kategorie winkte dem Drama sogar der Sieg! Auch das Presseecho war überragend – FILMSTARTS-Autor Michael Meyns etwa vergab hervorragende 4,5 Sterne.

Somit lässt sich „Für immer hier“ guten Gewissens als einer der besten Filme des Kinojahres bezeichnen. Ganz gleich, ob ihr ihn in den deutschen Lichtspielhäusern versäumt habt und nachholen wollt, oder ob ihr die aufrüttelnde Geschichte erneut sehen möchtet – nun ist die ideale Gelegenheit. Den nachdem vor einiger Zeit bereits die Heimkino-Auswertung auf DVD und Blu-ray* erfolgte, könnt ihr „Für immer hier“ ab sofort auch schon im Abo streamen. Und zwar bei MUBI! Wahlweise direkt auf der Plattform oder im MUBI-Channel auf Amazon Prime Video:

Darum geht es in "Für immer hier"

Dezember 1970: Der Ingenieur und frühere Abgeordnete Rubens (Selton Mello) führt mit seiner Frau Eunice (Fenanda Torres) und den fünf gemeinsamen Kindern ein an idyllisch anmutendes Leben in einer Mietvilla am Stadtrand. Zwar steht ihr Heimatland Brasilien seit 1964 unter einer Militärdiktatur, doch das hält das Ehepaar nicht davon ab, regelmäßig mit seinem Freundeskreis ausschweifende Debattierabende abzuhalten. Zudem unterstützt Rubens tatkräftig dem Regime gegenüber kritisch eingestellte Familien.

Doch mehr und mehr bekommt dieser Anschein der Sicherheit Risse – und dann zerbricht das Idyll schlagartig: Nachdem die Familie vermehrt Opfer staatlicher Willkür wurde, verschwindet Rubens eines Tages spurlos. Nach ihm zu suchen ist gefährlich, und offene Panik würde die Kinder nur unnötig traumatisieren. Also muss Eunice ihren eigenen Weg finden, um ihre Familie zusammenzuhalten und durch zunehmend feindlichere Zeiten zu manövrieren...

Die Verfilmung des literarischen Denkmals an eine Mutter mit Durchhaltevermögen

In Brasilien wurde jahrzehntelang ungern darüber gesprochen, doch in der Zeit der Militärdiktatur gab es Tausende von Fällen, in denen Unschuldige im Namen des Staates entführt und gefoltert wurden. Nur die Wenigsten von ihnen haben überlebt. Einer der sogenannten Desaparecidos, die in die Fänge des Regimes geraten sind, war der zeitweise für die Arbeiterpartei PTB tätige Rubens Paiva, dessen Fall 2015 massiv an Bekanntheit gewann:

Sein Sohn Marcelo Rubens Paiva veröffentlichte damals seine Memoiren, die sich unter anderem um die Beziehung zu seiner Mutter drehen – insbesondere darüber, wie sie in unvorstellbarem Tumult enorme Stärke ausstrahlte und so ihren Kindern ein Gefühl der Sicherheit und Hoffnung gab.

„Für immer hier“ ist die berührende Adaption dieser Memoiren, die von komplexen Emotionen geprägt sind: Dem Schrecken, der von der Militärdiktatur ausgeht, steht die enorme Resilienz gegenüber, die Eunice nach außen hin verkörpert – und die steht dem erschreckenden Gefühlstumult gegenüber, den wir als Betrachtende zwischen ihren Zeilen und Handlungen zu erahnen glauben.

Für immer hier
Für immer hier
Starttermin 13. März 2025 | 2 Std. 15 Min.
Von Walter Salles
Mit Fernanda Torres, Fernanda Montenegro, Selton Mello
User-Wertung
3,9
Filmstarts
4,5

Angesichts dieses Hintergrunds ist Eunice eine schwer zu verkörpernde Figur: Es sind große Ereignisse, die auf sie einwirken, was sie sich dem äußersten Anschein nach jedoch kaum anmerken lässt. Wie einst ihr Sohn, erkennen auch wir erst im Rückblick so wirklich, was sie alles leistet und durchleidet. Fernanda Torres gelingt das diffizile Meisterstück, all diese Facetten der Figur mit vermeintlicher Leichtigkeit, filigranem Spiel und enormem Nachhall auszudrücken – nicht grundlos lobte Meyns Torres' Spiel in seiner FILMSTARTS-Kritik als „Performance für die Ewigkeit“! Zusätzliche Textur (im wortwörtlichen wie bildlichen Sinne) erhält die von den Autoren Murilo Hauser und Heitor Lorega adaptierte Geschichte durch die ausdrucksstarke Kameraarbeit:

Regisseur Walter Salles und Kameramann Adrian Teijido arbeiteten mit 35mm- und Super-8mm-Film, um in den raren, frohen Momenten das Gefühl sonniger, lichtdurchfluteter Urlaubsschnappschüsse und in den dramatischen Augenblicken die erdrückende Grobheit der Lage einzufangen. Besonders eindringlich sind die Passagen, in denen die Farbe des vitalen Brasiliens förmlich zu verblassen scheinen und sich die geräumige Familienvilla zum trostlosen Spiegel von Eunices Einsamkeit wandelt. Sie machen „Für immer hier“ zu einem cineastischen Denkmal, das bleibt!

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*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung. Dieser Artikel basiert auf einem bereits auf FILMSTARTS erschienenen Beitrag.

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