Auch nach mehr als 20 Jahren noch ein Meisterwerk: "Charlie und die Schokoladenfabrik" kommt wieder im Kino!
Florian Tritsch
Florian Tritsch
-Freier Autor
Florian ist seit frühester Kindheit von allem begeistert, was auf der großen Leinwand im Lichtspielhaus zum Leben erwacht.

Dieser Film ist wie eine gute Praline: optisch bravourös, süß und mit einem Geschmack, der lange nachwirkt. Tim Burtons „Charlie und die Schokoladenfabrik“ entfaltet auf der großen Leinwand eine Magie, die man so intensiv kaum anderswo erlebt.

Tim Burtons Zusammenarbeit mit Johnny Depp begann 1990 mit „Edward mit den Scherenhänden“ und wuchs sich im Laufe der Jahre zu einem der markantesten Kapitel moderner Filmgeschichte aus. Wenn man ihre Filme erneut sieht, spürt man: Hier begegneten sich zwei Künstler, die denselben Ton hören. Kultregisseur Burton richtet seinen Blick gern auf Figuren, die zwischen Exzentrik und Verletzlichkeit pendeln. Er gibt ihnen Räume. Depp, der aktuell für Marc Webbs „Day Drinker“ vor der Kamera steht, wiederum bringt genau die Art von Mensch in Perfektion auf die Leinwand, die in solchen Welten zu Hause sind: eigenwillig, berührend, schwer zu greifen – und dadurch umso lebendiger.

Charlie und die Schokoladenfabrik“ aus dem Jahr 2005 ist vielleicht das Paradebeispiel dieser besonderen Verbindung. Die Roald -Dahl-Adaption ist ein Film, der gar nicht anders aussehen konnte als so: ein Werk aus der gemeinsamen Handschrift zweier Künstler, die sich ergänzen wie Licht und Schatten.

Depps Willy Wonka ist eine Figur, die genau in dieses Koordinatensystem gehört – ein Mann, der die Grenze zwischen Genie und Irrsinn einfach beiseiteschiebt und dabei etwas erschafft, das zugleich verspielt und verstörend wirkt. Kurioserweise war Depp nicht immer gesetzt; zeitweise stand sogar Dwayne „The Rock“ Johnson für die Rolle im Raum. Doch am Ende zeigt der fertige Film, wie selbstverständlich das Ergebnis wirkt.

Genau deswegen freut es mich sehr, dass ich dieses Meisterwerk zwei Jahrzehnte nach seiner Erstveröffentlichung noch einmal auf der großen Leinwand erleben kann. Ich kann euch allen nur ans Herz legen, ab dem 2. Dezember 2025 ebenfalls ins Kino eures Vertrauens zu pilgern, wenn „Charlie und die Schokoladenfabrik“ im Rahmen der „Best Of Cinema“-Reihe zurück auf der großen Leinwand zu sehen ist.

"Charlie und die Schokoladenfabrik" ist ein Meisterwerk

Natürlich wäre es zu bequem, die Qualität des Films nur am Duo Burton/Depp festzumachen, denn die Produktion ist ein Gesamtkunstwerk. Nicht nur klanglich, dank Danny Elfmans wunderbare Musik, sondern vor allem optisch.

Die titelgebende Schokoladenfabrik wirkt wie ein überdrehtes Echo unserer eigenen Sehnsüchte: Gärten aus Zucker, Flüsse aus Schokolade, Maschinen, die sich wenig um Naturgesetze scheren und diese seltsam charmanten Oompa-Loompas, die mit ihren Gesängen und Auftritten wirken wie die Urväter aller Minions – schrullig, präzise, ein bisschen absurd.

Die Farben strahlen, ohne kitschig zu werden; jedes Szenenbild hat einen kleinen, verschmitzten Unterton, und hinter all dem Funkeln steckt die Erzählhaltung eines echten Märchens. In Burtons Händen verwandelt sich die Fabrik nicht in einen Ort reiner Süße, sondern in ein Labor menschlicher Wünsche und Schwächen: Hinter jeder verlockenden Oberfläche lauert eine Wahrheit, die man nicht sofort erkennt.

Charlie und die Schokoladenfabrik
Charlie und die Schokoladenfabrik
Starttermin 11. August 2005 | 1 Std. 55 Min.
Von Tim Burton
Mit Johnny Depp, Freddie Highmore, AnnaSophia Robb
Pressekritiken
4,0
User-Wertung
3,7
Filmstarts
4,0
Im Stream

Und dann ist da selbstverständlich auch noch die eigentliche Hauptfigur Charlie. Seine Geschichte beginnt schlicht, beinahe hart: eine Familie am Rand des Existenzminimums, dennoch ist er kein Kind, das ständig nur fragt, warum Glück immer die Häuser anderer wählt, sondern Lieben und Lachen kann.

Freddie Highmore, der später als „The Good Doctor“ durchstartete, spielt ihn mit einer Offenheit, die sofort berührt. Wenn Charlie das goldene Ticket entdeckt, ist das einer dieser echten Feelgood-Momente, in dem sogar viele Filmkritker*innen ihre professionelle Distanz vergessen und sich mit dem Jungen freuen.

FILMSTARTS präsentiert "Best Of Cinema"

Die Verleiher Capelight Pictures, Disney, StudioCanal, Tobis, sowie Universal Pictures, Warner Bros. und X-Verleih bringen in der Programmreihe „Best Of Cinema“ mit Unterstützung von FILMSTARTS Klassiker zurück auf die große Kinoleinwand. Das ist für „Charlie und die Schokoladenfabrik“ ist ein echter Glücksfall.

Welche Filme euch dann im ersten Halbjahr 2026 erwarten, erfahrt ihr hier:

2026 wieder im Kino: "John Wick", gleich drei (!) 5-Sterne-Meisterwerke und eine legendäre Sci-Fi-Komödie

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren