Woche für Woche veröffentlichen die großen Streaming-Anbieter frische Serien und Filme. Dabei verdrängen die neu hinzugefügten Titel zwangsläufig Filme und Serien aus der Aufmerksamkeit, die sich schon länger auf den Plattformen tummeln. Das wollen wir zum Anlass nehmen, um bei Amazons hauseigener Streamingplattform nach oft übersehenen, aber unbedingt lohnenswerten Schätzen zu fischen, die jeder und jede einmal gesehen haben sollte.
Die meisten unserer Tipps können Prime-Video- Kund*innen ohne Aufpreis streamen. Und dass wir nicht die einzigen sind, die die folgenden Filme feiern, beweisen die beeindruckenden Scores auf der Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes, die wir euch hier gleich mitliefern.
"Der Dämon in mir" aka "The Woodsman" (2004)
Schuld und Vergebung, moralische Grauzonen, Neubeginn: Diese vielschichtigen Themen verhandelt das von Regisseurin Nicole Kassell realisierte Drama "Der Dämon in mir" (auch bekannt als „The Woodsman“). Golden-Globe-Gewinner Kevin Bacon („Taking Chance“) spielt darin einen verurteilten Pädophilen, der nach zwölf Jahren Haftstrafe in die Freiheit zurückkehrt und versucht, ein neues Leben zu beginnen.
Hochgradig sensibel erzählt Kassell vom schwierigen Weg eines Mannes zurück in die Gesellschaft. Das Misstrauen und die Ablehnung seiner Mitmenschen bekommt er dabei tagtäglich zu spüren. „Der Dämon in mir“ beschreibt die Perspektivlosigkeit der Handelnden und die Suche der Hauptfigur nach Orientierung in nüchternen Bildern, die von rauer Zärtlichkeit erfüllt sind. Und Kevin Bacon macht in einer seiner intensivsten Performances den tiefen Schmerz seines Charakters für die Zuschauer spürbar.
Die 88 Prozent positiven Kritiken bei Rotten Tomatoes bestätigen die Qualität dieses Meisterwerks. Unsere Autorin Claudia Holz zeigte sich in ihrer 4-Sterne-FILMSTARTS-Kritik begeistert von diesem, mit mehreren internationalen Preisen prämierten Drama. Ihr dringlicher Appell an alle Filmfans: „,The Woodsman' muss gesehen und es muss darüber gesprochen werden.“ Seht euch zur Einstimmung nachfolgend den Trailer an:
"Moon" (2009)
Dramatische Elemente besitzt ebenso unser nächster Tipp, der von Duncan Jones („Warcraft: The Beginning“) inszenierte „Moon“, der für uns zu den besten Sci-Fi-Filmen der letzten Jahre zählt. Und nicht nur für uns: Beachtliche 90 Prozent positive Kritiken finden sich bei Rotten Tomatoes. Doch was macht diesen kammerspielartigen, für ein Mini-Budget realisierten Film so sehenswert?
Es sind vor allem der Minimalismus und die simplen, aber doch so effektiven Mittel, die der damalige Regie-Debütant (und David-Bowie-Sohn) Jones gekonnt einzusetzen weiß. Und: die atemberaubende One-Man-Show von Sam Rockwell als einsamer Astronaut Sam Bell. Bell ist der einzige menschliche Bewohner einer Mondbasis. Dort überwacht er zusammen mit der leistungsfähigen KI „GERTY“ (gesprochen von Kevin Spacey) Arbeiten auf dem Mond. Als auf der Station unerwartet sein Doppelgänger auftaucht, gerät die Situation langsam außer Kontrolle.
„Moon“ punktet mit schlanker Erzählung ohne unnötigen Storyballast und ist nie langweilig – obwohl sich fast alles um Sam Bell und das mysteriöse Ebenbild dreht. Stattdessen dominieren Atmosphäre und überraschende erzählerische Wendungen. Für einen ersten Eindruck dieses doppelbödigen, philosophischen „Zweipersonenstücks“ im Weltraum lohnt ein Blick in den Trailer:
"Ronin" (1998)
Während „Moon“ ein Regie-Debüt war, feierte mit „Ronin“ ein alter Hase im Regie-Geschäft ein spätes, mitreißendes Meisterwerk: die auf temporeiche Actionstreifen spezialisierte Regie-Legende John Frankenheimer („Grand Prix“).
Im erlesen besetzten Action-Thriller heuern Robert De Niro, Jean Reno und einige andere namhafte Stars (Stellan Skarsgård, Sean Bean u.a.) als Ex-Agenten bei einem Überfall-Kommando an. Ihr Auftrag: Sie sollen einer Verbrecherorganisation einen geheimnisvollen Koffer abjagen. Während des waghalsigen Jobs bekommen sie es mit der IRA und der russischen Mafia zu tun.
Aufwendige, spektakuläre Autoverfolgungsjagden, brachiale Schusswechsel und eine rasante Inszenierung, die kaum Luft zum Atem lässt – das ist „Ronin“ (Rotten-Tomatoes-Publikums-Score: 80 Prozent), dessen Auto-Stunt-Szenen von Frankenheimer selbst geleitet wurden. Der bekennende Liebhaber schneller Autos konnte seine Leidenschaft für Geschwindigkeit hier vollends ausleben. Wer auf realistische, schnörkellose Action-Klassiker à la „Bullitt“, „French Connection“ oder „Heat“ steht, sollte sich „Ronin“ nicht entgehen lassen. Hier seht ihr den Trailer:
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