Bei „Drive“ dürften viele zunächst an den hypnotischen Thriller von Nicolas Winding Refn denken, in dem Ryan Gosling als Stunt- sowie Fluchtwagenfahrer das Gaspedal voll durchtritt. Fair enough. Als einer der besten Filme der 2010er-Jahre hat es sich der Neo-Noir-Geniestreich absolut verdient, auch heute noch präsent in den Köpfen zu sein. Sein Namensvetter von 1997 hatte indes weniger Glück. Für Fans zünftiger Old-School-Action lohnt sich das nachträgliche Entdecken aber immer noch. Spätestens jetzt.
„Drive - Keiner schlägt härter“ ist pures 90er-Jahre-Destillat – in dem keine Gefangenen gemacht werden und das deswegen auch fast 20 Jahre später noch mächtig Laune macht. Und zwar nicht nur in der arg gestutzten, zunächst bei Pay-TV-Sender HBO und schließlich via Direct-to-Video veröffentlichten Erstfassung, sondern vor allem im mehr als 15 (!) Minuten längeren und in allen Belangen besseren Director's Cut, der am 4. Dezember sein Heimkino-Comeback feierte:
Turbine Medien spendierte dem Streifen bereits im Vorjahr seine hiesige Premiere in Form mehrerer streng limitierter Mediabook-Editionen, die beide Schnittfassungen enthalten. Während es zumindest eine der Limited Editions aktuell noch bei Amazon* gibt, ist die restliche Erstauflage praktisch komplett vergriffen. Die Neuveröffentlichung richtet sich nun an alle, denen es ohnehin nur um die Langfassung geht – und die für diese auch nicht unbedingt tiefer als nötig ins Portemonnaie greifen wollen.
Die preisgünstige Alternative kommt zusätzlich unter anderem inklusive Audiokommentar, Interviews, entfernte Szenen sowie mit einem Wechselcover daher und ist natürlich auch im hauseigenen Shop von Turbine* erhältlich.
"Drive": Vollgas-Action mit Gute-Laune-Garantie
Toby Wong (Mark Dacascos, „John Wick 3“) trägt einen biotechnischen Chip in seiner Brust, der ihn nicht nur zur ultimativen Kampfmaschine macht, sondern auch zur Zielscheibe der Leung Corporation, die ihre Agenten auf die Jagd nach dem potenziellen Supersoldaten schickt. Doch Toby Wong hat keineswegs vor, sich kampflos zu ergeben. Ganz im Gegenteil! Gemeinsam mit dem arbeitslosen Barkeeper Malik (Kadeem Hardison, „Weiße Jungs bringen's nicht“) an seiner Seite stellt er sich seinen Feinden entgegen – und lässt sie spüren, dass sie sich mit dem Falschen angelegt haben…
„Drive“ ist ein Fest für alle Fans von Filmen wie „Rush Hour“ – und brachte halsbrecherische Stunts, fette Explosionen und jede Menge flotte Sprüche bereits zusammen, ein Jahr bevor Jackie Chan und Chris Tucker die Kinos eroberten. Und auch wenn Regisseur Steve Wang für sein Werk im direkten Vergleich zur Blockbuster-Konkurrenz geringere Mittel zur Verfügung hatte, brennt sich „Drive“ am Ende nicht nur mit einem grandios harmonierenden Hauptdarsteller-Duo ins Gedächtnis, er bleibt nicht zuletzt auch mit satter, handgemachter Action in Erinnerung. Das findet nicht nur der Verfasser dieses Artikels, sondern unter anderem auch Todd Gaines von Bulletproofaction.com. In einer der populärsten Letterboxd-Reviews zu „Drive“ verspricht er so etwa „Pflichtprogramm für Fans von irrer Action“.
Der obige Trailer macht bereits ziemlich deutlich, dass hier wahrlich kein Stein auf dem anderen bleibt. Zudem gibt die Vorschau bereits einen Vorgeschmack auf die schlicht hervorragende Qualität, in der der Film dank HD-Abtastung mittlerweile vorliegt. Explodierende Bloodpacks am laufenden Band, fliegen Fäuste ohne Ende und jede Menge bestens aufgelegte Stars (u.a. auch „Stirb langsam“-Firmenboss James Shigeta und die viel zu früh verstorbene Brittany Murphy) – was will man mehr?
Noch mehr brachiale Action im Heimkino erwartet euch im nachfolgenden Artikel:
Ausgezeichnet für die beste Action: Einer der lustigsten Jackie-Chan-Film kehrt endlich ins Heimkino zurück*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung. Dieser Artikel basiert auf einem bereits auf FILMSTARTS erschienenen Beitrag.